Ein heißer Tanz

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Der TSV Landsberg, hier rechts Sebastian Nichelmann im Oktober gegen Mering, verlor am Wochenende unglücklich mit 1:2 in Illertissen.

Landsberg – Wenn sogar die Heimmannschaft von einem „recht glücklichen Sieg“ spricht, hat sich der Gegner meistens zumindest etwas ungeschickt angestellt. Bei der 1:2 (0:2)-Niederlage des TSV Landsberg in Illertissen war das nicht anders.

Angesichts erneut zahlreicher vergebener Großchancen zweifelte Trainer Sven Kresin anschließend gar an der Qualität des einen oder anderen Spielers. „Wenn ich mit zwei Metern Vorsprung alleine aufs Tor zugehe und mich dann noch abdrängen lasse und nicht zum Abschluss komme, muss ich mich hinterfragen“, findet der 36-Jährige. Dabei war durchaus gefällig, was die Landsberger in Illertissen zeigten. „Wir haben spielerisch eine unserer besten Partien gemacht, seitdem ich in Landsberg bin und sieben oder acht hochkarätige Chancen herausgearbeitet“, so Kresin. „Aber das nützt uns alles nichts, wir machen nichts draus und belohnen uns nicht für das, was wir spielen.“

Im Vergleich zum peinlichen 1:5 im vergangenen August im Hacker-Park zeigte man diesmal gegen die Schwaben eine deutlich bessere Leistung, brachte aber nichts im Kasten unter, obwohl man zuvor den Abschluss noch „zielgerichtet trainiert“ hatte. Doch nicht nur in der Offensive ließen vier TSV-Akteure den möglichen Sieg liegen, auch bei den Gegentoren (beide durch Daniel Kohler, 6./20.) sah man nicht gut aus. „Wir machen wieder zwei kapitale Stellungsfehler und sind dann überhaupt nicht mehr in der Lage zu verteidigen, sondern schauen nur noch hinterher und ein Torjäger macht diese Dinger dann einfach mal rein“, meint der Trainer, der sich darüber um so mehr ärgerte, weil man der Heimmannschaft „von Minute eins bis sechs und 21 bis 90 komplett überlegen“ gewesen sei.

Auch Stefan Strohhofer, der nach seinem Kreuzbandriss zum ersten Mal in einem Punktspiel zum Einsatz kam, konnte nach seiner Einwechslung den Spieß nicht mehr umdrehen, obwohl ihn Kresin als „klare Belebung“ sah: „Er hat viel rochiert, es fehlt ihm natürlich noch die Spritzigkeit, aber das wird besser.“ Immerhin legte Strohhofer in der Nachspielzeit noch schön quer vor das Tor, aus zwei Metern musste Spreitzer nur noch einschieben – das 2:1 fiel damit aber zu spät. 

Bitter ist die überflüssige Niederlage schon deshalb, weil man das Spitzenduo der Landesliga Südwest erst einmal aus den Augen verloren hat. Sowohl Gundelfingen als auch Raisting gewannen ihre Spiele und stehen nun mit 46 beziehungsweise 45 Punkten vorne, dahinter folgen vier Mannschaften mit 39 bis 37 Punkten, darunter sowohl Landsberg (38) als auch der nächste Gegner Pipinsried (38). Kresin erwartet auch dabei einen ganz heißen Tanz, nachdem der Kontrahent am vergangenen Wochenende ebenfalls patzte. „Keiner weiß wie, aber die verlieren auf einmal gegen Bobingen zuhause und stehen jetzt natürlich auch unter Druck.“

Allerdings wird der TSV einen starken Trumpf endlich wieder ausspielen können. Nach seiner Rot-Sperre kehrt Muriz Salemovic in die Mannschaft zurück und daran, wie heiß er auf seinen Einsatz ist, lässt Kresin nach den Trainingseindrücken der vergangenen Wochen keinen Zweifel. „Wenn eine Herdplatte zwölf Stufen hat, ist Muriz im Moment bei 15.“ Es komme jetzt aber darauf an, „das richtig zu kanalisieren, er darf es auch nicht übertreiben“. 

Gespielt werden soll bereits um 14 Uhr, erstmals in dieser Saison im Landsberger Sportzentrum. Hinter der Bespielbarkeit des Platzes sollte nur noch ein kleines Fragezeichen stehen. „Wenn es nicht zu kalt wird, kann man den durchaus ganz gut herrichten“, sagt Katharina Britzger vom Veranstaltungsmanagement FUN. Zwar sind keine harten Fröste vorhergesagt, die endgültige Entscheidung fiel aber erst nach Redaktionsschluss. Auch Sven Kresin hofft, dass sich am Wetter nicht mehr viel ändert und gespielt werden kann. „Nachdem jetzt schon zwei Spiele ausgefallen sind, wäre eine weitere Woche Pause definitiv überhaupt nicht gut für uns.“

Christoph Kruse

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