Starke Aufholjagd

Den Charaktertest bestanden

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Stürmer Philipp Siegwart war gegen Unterföhring an allen drei Treffern beteiligt.

Landsberg – Der TSV Landsberg hat sich in der Bayernliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Und das in doppelter Hinsicht, denn beim 3:3 gegen den FC Unterföhring drehte die Kresin-Elf nicht nur ein 0:2 in Unterzahl, sondern zeigte nach einem völlig missratenen Start auch wieder den begeisternden Fußball der Hinrunde.

„Und schon wieder geile Stimmung, schalala“, hallte es in der Halbzeitpause aus den Lautsprechern im Landsberger Hacker-Pschorr-Sportpark. Ein wenig bizarr klang das schon, denn was die Hausherren bis dahin vor 200 Zuschauern abgeliefert hatten, erinnerte arg an die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen.

Der TSV startete bemüht, Kapitän Sebastian Nichelmann gab immer wieder lautstarke Kommandos, ordnete seine Mitspieler und feuerte sie an. Doch seine Bemühungen verpufften angesichts der spürbaren Verunsicherung. Die Führung der Gäste vom FC Unterföhring ließ nicht lange auf sich warten. Innenverteidiger Peter Knechtel verschätzte sich bei einer Flanke, auch Torhüter Tobias Heiland sah nicht gut aus. Nutznießer war Andreas Faber, der nur noch einzuschieben brauchte (8.).

Landsberg präsentierte sich im Zentrum zu löchrig, auch ohne größeren Esprit gelang es Unterföhring immer wieder, den Ball durch die Schnittstellen zu stecken. Die nächste dicke Chance ergab sich in der 22. Minute, doch die Gäste vertändelten leichtfertig. TSV-Coach Sven Kresin hatte genug gesehen, Alexander Buschel ersetzte Armin Sanktjohanser. „Mehr Aggressivität“ habe man sich versprochen, berichtet Co-Trainer Roland Krötz, doch sein Team bot weiterhin Stückwerk.

Gegen den Ball lief wenig zusammen, offensiv kamen kaum einmal zwei Pässe am Stück an. Es folgte der vermeintlich nächste Nackenschlag. Ein Gästespieler nahm einen leichten Kontakt im Strafraum dankbar an, der dünnhäutige Unparteiische Luka Beretic entschied auf Strafstoß und zückte den gelben Karton gleich im Akkord: Ganze drei TSV-Spieler holten sich eine Karte ab, als sie ihren Unmut äußerten. Faber trat an, verlud Heiland, setzte die Kugel aber deutlich über die Latte (25.). Landsberg hielt nun mit Wut im Bauch besser dagegen, doch direkt nach der Pause fiel das 0:2. FCU-Akteur Yasin Yilmaz streichelte den Ball herrlich über die Mauer hinweg genau an den Innenpfosten (49.).

Die Hausherren waren nun aber im Spiel, mit deutlich reduzierter Fehlerquote und dem ein oder anderen kreativen Moment kombinierten sie sich vor das Gästetor. In der 52. Minute gelang dem wie aufgedreht agierenden Philipp Siegwart der Anschluss. Nach starker Vorarbeit von Sebastian Nuscheler blieb der zuletzt erfolglose Torjäger cool und beendete die vier Spiele andauernde Landsberger Trefferflaute. Der TSV war am Drücker, zeitweilig erinnerte das Auftreten an die starken Auftritte der Hinrunde. Auch eine rote Karte ihres Schlussmanns konnte die Hausherren nicht bremsen. Tobias Heiland war nach einem langen Ball aus dem Strafraum geeilt um zu klären, den Nachschuss auf sein verwaistes Gehäuse parierte er mit der Hand. „Gelb-rot hätte es auch getan“, fand Krötz nach dem Spiel, doch erneut war der Referee anderer Meinung (58.).

In der 70. Minute spielte Qendrim Beqiri einen Ball hoch über die Unterföhringer Abwehrreihe, Siegwart erlief das Leder und markierte den Ausgleich. Diese beiden Akteure waren es dann auch, die die Führung vorbereiteten: Beqiri schaltete bei einem Freistoß gedankenschnell, Siegwart und Torschütze Nuscheler konnten sich aussuchen, wer verwandeln sollte.

Der TSV hatte schon zu diesem Zeitpunkt seine Ligatauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt und die Charakterprobe bestanden. Daran änderte auch der unglückliche Ausgleich kurz vor Schluss durch Daniel Jungwirth nichts mehr.

Ob die Landsberger ihr vierzigminütiges Zwischenhoch konservieren können, wird sich am kommenden Samstag zeigen. Zuhause geht es ab 14 Uhr gegen den abstiegsbedrohten TSV Bogen. „So viele Punkte wie möglich“, will Krötz noch einfahren. Unbedingt vonnöten sei dabei aber eine bessere Defensive „Wir haben jetzt in zwei Spielen acht Gegentore kassiert.“r

Rasso Schorer

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