Der Favoritenrolle gerecht

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Stefan Strohhofer verwandelte zum 2:0 für den TSV Landsberg, der jetzt weiterhin an der Tabellenspitze steht.

Landsberg – Auch über Härte ist den TSV-Fußballern derzeit nicht beizukommen. 3:0 (2:0) schlugen die Landsberger die SpVgg Kaufbeuren, die nach einem ruppigen Auftritt von Glück reden konnte, dass Schiedsrichter Daniel Scheble es an Konsequenz fehlen ließ.

Die Gastgeber bleiben damit in der Landesliga-Saison weiter ungeschlagen und konnten sich an der Tabellenspitze von Gundelfingen (2:2 in Ottobeuren) sogar etwas absetzen. Die Kaufbeurer wandelten gleich mehrfach an der Grenze zur Roten Karte. Einen absichtlichen Ellbogenstoß gegen Nichelmann ahndete der Unparteiische allerdings überhaupt nicht, nach einem rüden Foul gegen Salemovic an der Strafraum-Außenlinie ließ er die Karten ebenfalls stecken. Sekunden zuvor hatte sich Göttle an der Mittellinie als „Tiefflieger“ versucht und war Süli von hinten mit gestrecktem Bein in die Hacken gesprungen. Statt des fälligen Platzverweises gab es allerdings nur „Gelb“, und das auch noch gegen Sontheimer, der unbeteiligt gut 20 Meter vom Geschehen gestanden war.

Göttle langte auch bis zu seiner Auswechslung in der 75. Minute immer wieder ordentlich zu, Süli dagegen musste nach dem „brutalen Foul“, so TSV-Coach Sven Kresin, nach der Pause verletzt in der Kabine bleiben; für ihn kam Wochnik. Falls die Ostallgäuer allerdings gedacht hatten, dass sie mit ihrer Gangart dem TSV den Schneid abkaufen würden, wurden sie eines besseren belehrt. Nach einer schönen Kombination über Salemovic und Storhas prüfte Fülla schon nach fünf Minuten Grund im Kaufbeurer Tor, der gerade noch die Fäuste hoch bekam.

Vier Minuten später konnte er aber nichts mehr ausrichten, als Kessler an der Strafraumgrenze den Ball an Storhas verlor. Dessen Vorlage verwandelte Fülla per Flachschuss souverän zum 1:0. Für den Ex-Landsberger Kessler verlief der Nachmittag nicht nur deshalb ganz anders, als er sich das wohl vorgestellt hatte: er wurde an alter Wirkungsstätte bereits nach 25 Minuten ausgewechselt. Da stand es bereits 2:0 (Strohhofer hatte eine Freistoß-Hereingabe von Salemovic aus fünf Metern eingeschoben/21.), allerdings kamen die Kaufbeurer dann plötzlich besser ins Spiel.

Glück der Defensive 

Wenn es für Kresin überhaupt etwas zu bemängeln gab, war es dann auch diese Phase. „Wir haben ein paar Sachen zugelassen, das war unnötig“, so der Coach. „Offenbar haben die Spieler gedacht, das geht schon alles so weiter, da werden dann manchmal die Zweikämpfe nicht mehr so geführt wie nötig.“ Mit Glück konnte seine Defensive nach einem Abwehrfehler zweimal noch abblocken (22.). Als der Ball dann im Strafraum über Heiland hinwegsegelte, hielt Greif den Fuß in die Flanke, zielte aber links vorbei (24.) und hatte wenig später noch einmal Pech, als er einen Nachschuss an den Pfosten setzte. Das Gewitter setzte der Kaufbeurer Drangphase ein jähes Ende.

Als es unter Flutlicht nach 20-minütiger Unterbrechung weiterging, hatte der TSV das Heft wieder in der Hand. Strohhofer zwang Grund erneut zu einer Glanzparade (41.), Storhas setzte einen Kopfball ans Außennetz (42.) und rutschte an einer Hereingabe von Sanktjohanser im Fünfmeterraum nur um Haaresbreite vorbei (45.). Die Gäste brachten weiterhin viel Giftigkeit ins Spiel, die TSV-Akteure ließen sich zwar nicht provozieren, schalteten aber auf Ergebnisverwaltung um.

„Die Mannschaft hat inzwischen ein klares Gespür für Situationen“, freute sich Kresin nach der Partie, „sie spielt das dann solange aus, bis eben der letzte Pass kommt.“ So geschehen zehn Minuten vor Ende, als nach einigen misslungenen Versuchen ein Konter perfekt abgeschlossen wurde. Salemovic setzte gewohnt gekonnt Sanktjohanser auf links ein, der wiederum überlupfte den Kaufbeurer Torhüter elegant zum 3:0. Dass Krötz in der 86. Minute mit seinem Distanzschuss knapp scheiterte, tat nichts mehr zur Sache.

„Wir haben zur Zeit offensiv eine Gefährlichkeit, die sich wirklich sehen lassen kann.“ Die Bilanz nach acht Spielen fällt dementsprechend positiv aus: Sechs Siege und zwei Unentschieden ergeben 20 Punkte und 20:5 Tore. Damit stellt man bislang die beste Abwehr und den besten Angriff der Liga und geht auch am kommenden Samstag (16 Uhr) in Oberweikertshofen als Favorit auf den Platz.

Kresin nimmt diese Rolle inzwischen an. „Wenn man ganz oben steht, kann man irgendwann auch nicht mehr mit Understatement kommen“, räumt er ein, „natürlich wollen wir auch da gewinnen.“ Training statt Pflichtspiel heißt es allerdings am heutigen Mittwoch: Das Pokalspiel beim SC Kirchheim wurde auf 24. September (19:30 Uhr) verlegt.

Christoph Kruse

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