"Wo wir helfen können, helfen wir"

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In das Kaufbeurer Eissportstadion führt im Moment kein Weg rein, die Stadt hat es wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Landsberg – Für voraussichtlich mindestens zwei Monate gibt es auch in Landsberg wieder Zweitliga-Eishockey zu sehen: Nachdem der TÜV die Eishalle in Kaufbeuren wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt hat, müssen die Buron Joker ihre Heimspiele in der Umgebung austragen.

Wie oft und wann in Landsberg gespielt wird, wurde zunächst noch nicht bekanntgegeben, beim ESVK herrschte nach der überraschenden Sperrung „Ausnahmezustand“, wie die Verantwortlichen selbst sagten. Immerhin müssen für die nächsten Wochen neben der Profimannschaft auch die Nachwuchsteams für Training und Spielbetrieb in anderen Hallen untergebracht werden. Die komplette Terminplanung stand bei KREISBOTEN-Redaktionsschluss am Freitag noch nicht fest.

HCL-Chef Markus Hascka: „Wo wir helfen können, helfen wir.“

Inoffiziell war aber zu erfahren, dass die Kaufbeurer zunächst sechs Zweitligaspiele in Landsberg austragen werden, mehr Termine sind in der Landsberger Eishalle nicht frei. Die restlichen „Heim“-Spiele werden wohl in Kempten und Memmingen ausgetragen. Zusätzlich zwei DNL-Spiele wird es voraussichtlich am Hungerbachweg zu sehen geben. Der Nachwuchs der Allgäuer wird auch nach Buchloe und Bad Wörishofen ausweichen, zudem aber ebenfalls Eiszeit in Landsberg bekommen. Dabei unterstützt auch der HC Landsberg den Nachbarn. Nachwuchskoordinator Stefan Schindler und Trainer Markus Rohde sind bereits im Gespräch mit den ESVK-Verantwortlichen, gemeinsame Trainingseinheiten sind angedacht. „Wo wir helfen können, helfen wir“, sagt HCL-Vorsitzender Markus Haschka. „Das ist eine Situation, in der niemand stecken möchte. Wären wir in dieser Lage, wären wir auch auf die Unterstützung durch andere Vereine angewiesen.“ Für den HCL bedeutet das Angebot nach bisherigem Stand aber keine Einschränkungen, sowohl die Trainingszeiten für Nachwuchs und erste Mannschaft als auch die Termine der Landesliga-Heimspiele bleiben unberührt. „Falls wir am 13. Januar kein Nachholspiel haben, stellen wir den Kaufbeurern diese Eiszeit für ein weiteres Heimspiel zur Verfügung.“

Während der VfL Denklingen (Bezirksliga) wohl ebenfalls ungeschoren davonkommt, leiden unter dem neuen Mieter andere: Der Publikumslauf wird in den nächsten Wochen nur eingeschränkt stattfinden können und auch einige Hobbymannschaften verlieren Eiszeit, derzeit versucht man bei FUN, alle Inte­ressen möglichst verträglich unter einen Hut zu bekommen.

Kein gutes Zeichen

Für die Kaufbeurer könnte die Sperrung der Halle zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Nicht nur, dass dem Tabellenvorletzten wieder einmal massive Finanzprobleme nachgesagt werden – zeitgleich mit der Hallenschließung machte sich auch noch ihr bester Spieler aus dem Staub. Kevin Saurette, mit zehn Toren und 16 Vorlagen führend in der Scorerliste, wird in Landsberg nicht mehr zu sehen sein. Er hat – für Außenstehende überraschend – am Mittwoch um sofortige Auflösung seines Vertrages gebeten und wechselte nach Nord­irland zu den Belfast Giants, Tabellenführer der britischen Elite Ice Hockey League. Der Außenstürmer wollte offenbar dringend weg: Bereits am Freitag lief er mit der Nummer 22 für seinen neuen Arbeitgeber gegen Conventry auf.

Ausländische Profis, die kurz vor Weihnachten ihre Vereine verlassen, sind gemeinhin kein gutes Zeichen für den betreffenden Klub. In Kaufbeuren will man sich allerdings noch nicht festlegen, ob man den Topstürmer überhaupt ersetzen kann oder will – derzeit befindet man sich angesichts der Hallenproblematik offenbar ohnehin im Überlebenskampf. Christoph Kruse

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