X-Press gewinnt 57:12

Zu keiner Zeit in Gefahr

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Der Landsberg X-Press war am Samstag nicht aufzuhalten und besiegte Schweinfurt ungefährdet mit 57:12.

Landsberg – Über die Schweinfurt Ball Bearings wollten die Landsberger nun wirklich nicht stolpern und beim 57:12-Heimsieg geriet man auch kaum in Gefahr. „Der Gegner hatte zwar immer wieder gute Aktionen, aber insgesamt hatten wir ihn im Griff“, lobte X-Press-Präsident Knut Dins.

Dabei war die Personallage in der Offensive bei den Gastgebern durchaus angespannt. Nachdem Dominik Krahn eine offenbar langwierige Blessur am Knöchel auskuriert und auch Michael Hamberger nach seiner Oberschenkel-Verletzung noch nicht spielen konnte, lastete viel Verantwortung auf Florian Borchert. Das schien dem Wide Receiver nicht viel auszumachen, wie auch seine Mannschaftskollegen schnell im Spiel waren.

Gleich im ersten Spielzug der Schweinfurter fing Franz Geiger den Ball ab, Jason Bertrand warf anschließend zügig einen 30-Yard-Pass auf Borchert zum 6:0, auch der Extrapunkt war gut. Ebenfalls noch im ersten Viertel unternahm Quarterback Bertrand dann etwas, was die Zuschauer lieben, die Trainer wegen der Verletzungsgefahr aber gar nicht so gerne sehen: Er lief selbst. Dins hatte in diesem Fall Verständnis für den Kanadier. „Er war in Bedrängnis und praktisch auf der Flucht.“ Der 25-Jährige machte aus der Not eine Tugend, war dann für die gegnerische Verteidigung nicht mehr zu halten und lief über 30 Yards zum nächsten Touchdown.

Nach einem weiteren 15-Yard-Pass auf Borchert hieß es schon nach dem ersten Viertel 21:0 für die Gastgeber, danach ging die Punkteausbeute allerdings erst einmal etwas zurück. Schweinfurt agierte anschließend „etwas flexibler“, wie Dins sagt, „aber sie haben nicht das Personal, um so etwas ein ganzes Spiel zu halten.“ Es reichte zunächst nur zum 21:6, danach war wieder der X-Press am Zug: Aus einem vierten Versuch machte Borchert per Fieldgoal das 24:6.

Als nach dem anschließenden Kick die Schweinfurter den Ball verloren, schlug Bertrand in der letzten Minute vor der Halbzeit noch einmal zu, lief erneut selbst in die Endzone – mit dem 31:6 war schon zur Pause klar, dass an diesem Tag die Punkte in Landsberg bleiben würden. Zumal der X-Press mit einem bekannten Muster zurück aufs Feld kam: Pass Bertrand, Aufnahme Borchert – 38:6.

Danach zeigte die ansonsten gut aufgestellte Landsberger Defense noch einmal ein Phänomen, das nicht nur die Fans, sondern auch die Trainer in dieser Saison immer wieder einmal rätseln lässt: In drei Versuchen brachte man dem Gegner Raumverlust bei, im vierten ließ man sich dann wieder überrumpeln. Nach einem 20-Yard-Pass der unter Druck stehenden Gäste bekam man den Angreifer nicht mehr zu fassen, mit einem Lauf über 40 Yard sorgte der für das 38:12. Es sollten die letzten Punkte für die Ball Bearings an diesem Nachmittag sein.

Ohnehin quasi in Mindestbesetzung angereist, mussten die Franken jetzt den Temperaturen doch sichtlich Tribut zollen und hatten dem X-Press nichts mehr entgegenzusetzen. Zweimal fand Bertrand mit einem 20-Yard-Pass Rene zur Mühlen für weitere Touchdowns, einmal war es wieder Borchert. Zudem setzte die Abwehrreihe der Gastgeber ihr Gegenüber jetzt unter massiven Druck. Die Folge: Die Interceptions drei bis fünf durch Sascha Wein, Markus Wäcker und Anselm Hoppe. Nach dem letzten abgefangenen Ball konnte man die Zeit locker auslaufen lassen.

Damit hat der X-Press vor den beiden letzten Punktspielen weiterhin selbst in der Hand, als Tabellenerster in die Play-Offs im September zu gehen. Nach Möglichkeit sollte man sogar als bester aller Bayernligisten abschließen, nur dann hätte man im Halbfinale und in einem möglichen Finale Heimrecht (es wird auch in diesem Jahr nur jeweils eine Partie ohne Rückspiel ausgetragen).

Dafür ist man allerdings auf fremde Schützenhilfe angewiesen. Während die Landsberger zweimal verloren haben, stehen die Plattling Black Hawks bisher noch ohne Punktverlust da. Bei den Niederbayern stehen aber auch noch einige Fragezeichen im Raum: Wegen der Hochwasserkatastrophe hat man erst vier Spiele austragen können, wie die restlichen sechs in den Kalender passen sollen, ist noch nicht ganz klar. „Wir müssen hoffen, dass die dabei noch mindestens einmal ausrutschen“, so X-Press-Vorstand Knut Dins.

Und einen Stolperstein können die X-Men zumindest selbst noch in den Weg werfen, wenn man im letzten Punktspiel am 3. August Plattling zuhause empfängt. Zuvor muss aber noch eine weitere Aufgabe gelöst werden, denn am kommenden Samstag um 17 Uhr empfängt der Landsberg X-Press die Burghausen Crusaders im Sportzentrum. Das Hinspiel in Burghausen hatten die Landsberger mit 45:26 gewonnen.

Christoph Kruse

Zu keiner Zeit gefährdet

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