Mit hässlichem System

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Den Ballträger möglichst schnell zu fassen, so wie hier Markus Wäcker (links), wird in Erlangen wesentlicher Faktor für einen X-Press-Erfolg sein.

Landsberg – Einmal müssen die Footballer des Landsberg X-Press noch zum Gegner reisen, danach gibt es nur noch Heimspiele. Die letzte Auswärtsfahrt wird dabei sicher nicht die angenehmste der aktuellen Bayernliga-Saison – die gut zweistündige Anreise führt zum Interconference-Spiel nach Erlangen.

Doch die Fahrt an sich dürfte nicht das Schwierigste sein, vor allem sportlich hat man sich an den Sharks in den letzten Jahren öfter mal die Zähne ausgebissen. X-Press-Präsident Knut Dins hat Wissenswertes über die Erlanger: „Sie spielen immer noch dieses hässliche System. Ich hoffe aber, dass sich unser Trainer Martinmayr etwas dagegen hat einfallen lassen.“

Das „Delaware-Wing-T“, das die Erlanger in den letzten Jahren immer weiter verinnerlicht haben, ist ein footballtheoretisch nicht ganz einfaches System, wird in Deutschland selten gespielt und verlangt der Verteidigung einiges ab. Vereinfacht gesagt, steht die Offense dabei recht tief, der Quarterback hat mehr Möglichkeiten als üblich, den Ball weiterzugeben, weil sich der Wingback nach dem Snap oft auf ihn zubewegt. Diese Spielweise ist lauf-orientiert (auch wenn plötzlich Pässe eingestreut werden können, weil Spieler entweder als Blocker oder als Receiver eingesetzt werden können), schwer zu stoppen und tatsächlich nicht sonderlich schön anzuschauen.

Nachdem das Heimspiel der X-Men gegen Schweinfurt ausgefallen war, „hatten wir ja mehr Zeit, uns auf Erlangen einzustellen“, sagt Dins, der selbst durchaus weiß, wie man die Sharks (theoretisch) stoppen kann: „Die Defense muss so tief stehen, wie's geht, um den Ballträger zu kriegen. Man darf sich nicht von der Offensive Line nach hinten schieben lassen, damit dann der Linebacker freies Schussfeld hat.“

Genau an dieser Stelle käme dann auch Florian Krauskopf („Der kann in der Mitte richtig gut reindreschen.“) ins Spiel, allerdings war bis KREISBOTEN-Redaktionsschluss nicht klar, ob er bis zum Wochenende wieder fit wird. Gleiches gilt für Bernd Holl, von dem man hofft, dass er den Muskelriss in der Wade noch rechtzeitig auskurieren kann. Eine kleine Überraschung wäre es, wenn die Landsberger in Erlangen nach seinem Armbruch auf Wide Receiver Florian Borchert zurückgreifen könnten. „Er hat schon wieder trainiert, allerdings ohne Schoner“, berichtet Knut Dins, „so, wie ich ihn kenne, hält er das nicht mehr lange aus, nicht zu spielen.“

In Erlangen dürfte außerdem Neuzugang Michael Amberger wieder dabei sein. Der wird von Quarterback Jason Bertrand gelobt („Ein sehr talentierter Spieler.“), hat bislang aber stets Uni-Flag-Football gespielt. Dabei wird nicht körperlich getackelt und ohne die massive Schutzausrüstung gespielt. „Er hat gute Hände“, weiß auch Dins, „aber er braucht einfach noch Zeit, um sich an die Hits zu gewöhnen.“

Dass mit voller Besetzung und guter taktischer Ausrichtung auch der ungeliebte Gegner aus Franken schlagbar ist, haben übrigens die Königsbrunn Ants bewiesen, die die Sharks gleich mit 42:8 nach Hause schickten und dabei nur im zweiten Viertel Probleme hatten. Der X-Press peilt dementsprechend auch einen Sieg in Erlangen an. Dins: „Wir stehen inzwischen ganz gut da, auch wenn wir uns den überflüssigen Ausrutscher in Fürth eingefangen haben. An eine Niederlage wollen wir jetzt nicht denken, das wäre sehr schmerzhaft.“

Anschließend beginnt die große Heimspielserie, in der man möglichst keine Punkte mehr abgeben will. Ob die Partie gegen Schweinfurt am 13. oder 27. Juli nachgeholt wird, hat der Verband noch immer nicht entschieden. Nach dem Spiel am 3. August gegen Plattling geht es dann auf jeden Fall erst einmal in die Ferien. Sollte der X-Press die Play-Offs erreichen, werden diese in diesem Jahr erst Mitte September ausgespielt.

Christoph Kruse

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