X-Press in Fahrt:

"Unsere Jungs sind richtig heiß!"

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Ab und an mussten schon drei Sharks kräftig zupacken, um X-Man Dominik Schäfer in den Griff zu bekommen.

Landsberg – Der „Erlangen-Fluch“ des Landsberg X-Press ist bezwungen – es brauchte allerdings schon eine „Karriere-Bestleistung“ von Quarterback Jason Bertrand mit sechs Touchdown-Pässen und ohne Turnovers, wie der Kanadier selbst später stolz bei Facebook vermeldete.

Mit einem spektakulären 46:36 gewannen Landsbergs Footballer erstmals bei den Franken, nicht ohne die Geschichte wieder bis ins letzte Viertel spannend zu machen. Jetzt freut sich das Team laut Präsident Knut Dins darauf, am Samstag, den Fans zuhause präsentieren zu können, „wie gut wir heuer spielen.“

Die X-Men zeigten, dass sie von Coach Martin Hintermayr gut auf das „Wing-T“-System der Sharks eingestellt waren und schickten deren Offense des öfteren zügig vom Feld. Lediglich im zweiten Quarter waren in der Landsberger Verteidi­gung alle Tore weit offen – zum Glück galt das aber auch für die Gegner, dementsprechend das Viertel-Ergebnis von 20:20. Zu diesem Zeitpunkt lag der X-Press aber längst in Führung. Gleich im ersten Drive warf Bertrand nach nur sechs Spielzügen einen 40-Yard-Pass auf Dominik Krahn zum ersten Touchdown. Den Vorsprung gab man im Laufe der Partie nicht mehr her, auch wenn Erlangen nie locker ließ. Für Knut Dins einer der Schlüssel zum Erfolg: „Wenn der Gegner einmal in Führung gegangen wäre, wäre das ein schmutziges Spiel geworden und das Ding wäre vielleicht noch gekippt.“

Dagegen hatten die Landsberger etwas und zeigten das auch noch im ersten Abschnitt. Wieder war man nach nur fünf Spielzügen an der Endzone des Gegners, nach einem kurzen Pass auf Amberger und verwandeltem Extra-Punkt hieß es gleich 14:0. Noch vor dem Seitenwechsel erfolgte dann aber der Gegenschlag, und wenn die Landsberger bis dahin schnell gespielt hatten, zeigten die Sharks, wie man im ersten Versuch nach einem für sie typischen Ausbruch 68 Yards erlaufen und Punkte erzielen kann – 8:14.

Ansonsten waren es aber eher die Risikoaktionen, mit denen die Gastgeber an diesem Nachmittag die Landsberger Defense knackten. Erlangen pun­tet den Ball generell im vierten Versuch nicht nach vorn, sondern spielt den Versuch aus. Das ist nicht ungefährlich – wenn man das Spielgerät dann nicht mehr weiter nach vorne bringt, erhält der Gegner den Ballbesitz in einer meist günstigen Position.

Am Samstag hatten die Sharks aber mit der Risikovariante immer wieder Erfolg, was nicht nur Knut Dins vor ein Rätsel stellte. „Wir haben ihnen dreimal in den drei Versuchen jeweils Raumverlust zugefügt, so dass sie im vierten über 10 Yards zu gehen hatten. Da haben sie dann immer gleich 50 oder mehr geschafft.“ So ging es nach dem Muster „Landsberg legt vor, Erlangen schlägt zurück“ weiter: 8:20, 14:20, 14:27, 22:27, 22:34. Mit einem weiteren Lauf über 72 Yards stellte Erlangen noch vor der Halbzeit auf 28:34 – ein Ergebnis, das man sonst oft zum Ende der Partie nicht zu Buche stehen hat.

Starker Neuzugang

Nach der Pause bekamen beide Verteidigungsreihen das Geschehen dann wieder besser in den Griff, die Landsberger hatten keinen Kicker mehr, da Dominik Krahn verletzt ausfiel. Endgültig auf die Siegerstraße bog der X-Press dennoch ein, als Jason Betrand nach einer Reihe von variablen Passspielzügen zuletzt erneut Amberger bediente, der auf 28:40 stellte. Überhaupt, Michael Amberger: Der Neuzugang, der bisher nur das (fast körperlose) Flag-Football gespielt hatte, punktete nicht nur eifrig, sondern fing zudem noch mehrere spektakuläre Pässe. Dins war zufrieden: „Beim Spiel in Aschaffenburg konnte er sich an die Tackles gewöhnen, diesmal hat das schon richtig gut ausgesehen.“

Im Schlussviertel kam Erlangen noch auf 36:40 heran, dann war es neben einem weiteren Touchdown für den X-Press nach drei Spielzügen aber auch die Defense, die letztlich den Sieg festhielt. Gerald Miller klatschte mehrere Pässe ab, Jürgen Wäcker schaffte einen Quarterback-Sack und Anselm Hoppe gelang kurz vor Schluss sogar noch eine Interception – danach konnte man die Uhr herunterlaufen lassen. „Wir hatten Erlangen phasenweise gut im Griff, dann haben sie aber doch wieder ihr verstecktes Laufspiel durchgebracht“, meinte Dins anschließend. „Aber wir waren gut auf ihre onside-Kicks eingestellt, von denen hat diesmal kein einziger funktioniert.“

Wie wichtig der Erfolg für die Landsberger war, zeigte das Spiel der Königsbrunner am folgenden Tag: Die Ants schlugen Aschaffenburg mit 13:0 und führen die Tabelle mit einem Spiel mehr mit 10:2 Punkten vor dem X-Press (8:2) an. Das möglicherweise entscheidenden Nachbarschaftsduell steht für 6. Juli in Landsberg an.

Zuvor steht aber erst einmal das erste Heimspiel der Saison auf dem Terminplan, auf das Team und Trainer jetzt lange genug hinfiebern. Am kommenden Samstag (17 Uhr) reisen die Grafenwöhr Griffins ins Landsberger Sportzentrum an. Die hatten zuletzt gegen Königsbrunn nur mit 20:29 verloren, Knut Dins ist dennoch nicht bange: „Unsere Jungs sind richtig heiß."

Christoph Kruse


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