Footballer verlieren 20:28

Unheil über den X-Men?

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Gegen Grafenwöhr hatte der Landsberg X-Press vor einer Woche noch die Oberhand, ganz anders als am vergangenen Wochenende gegen Königsbrunn.

Landsberg – Am Ende ging den X-Men die Zeit aus. Mit einer Minute mehr auf der Uhr hätte man sich möglicherweise noch in die Verlängerung gerettet – so aber siegten die Königsbrunn Ants im Bayernliga-Spitzenspiel mit 20:28. „Sehr ärgerlich, weil unnötig“, so X-Press-Präsident Knut Dins.

Irgendwie hatte sich das Unheil schon zwei Tage zuvor angekündigt. Der etatmäßige Snapper (der dem Quarterback und den Special Teams den Ball „auflegt“) vertrug eine Zeckenimpfung nicht und meldete sich mit akuter Atemnot krank, so richtig eingearbeitet werden konnte ein Ersatzmann in der Kürze der Zeit nicht. Aber nicht nur beim Ballfang gab es dann Schwierigkeiten, im gesamten Landsberger Spiel war von Beginn an der Wurm drin.

Zu Spielbeginn zog sich gleich Aaron Cook seine vierte Verletzung im X-Press-Dress zu. Cook konnte später wieder spielen, für Wide Receiver Michael Amberger war die Partie dagegen schon nach fünf Minuten beendet; beim Versuch, einen weiten Pass zu fangen, zog er sich eine Oberschenkelverletzung zu. Das Verletzungspech blieb den Gastgebern in den folgenden Stunden treu, zeitweise verging kaum ein Spielzug, ohne dass einer der Landsberger liegenblieb. Selbst Knut Dins hatte nach Spielschluss zunächst „keinen Überblick, wieviele Verletzte wir jetzt wirklich haben. Ich hoffe nur, dass bis zum Samstag alle wieder fit sind.“

Gegen die Ants kam der Landsberger Angriffszug dann erst im zweiten Viertel so richtig ins Rollen. Königsbrunn führte mit 8:0, als X-Press-Quarterback Jason Bertrand unter Bedrängnis einen feinen 45-Yard-Pass auf Florian Borchert auspackte, der auf 6:8 (7:8) verkürzte. 1:40 Minuten vor der Halbzeit zeigte sich dann aber symptomatisch, dass vieles an diesem Nachmittag einfach nicht rund lief. Nachdem die Defense zunächst mustergültig einen Pass der Ants an deren 27-Yard-Linie abgefangen hatte, schafften es die Angreifer anschließend in vier Versuchen nicht, zählbares Kapital daraus zu schlagen. „Ich weiß nicht, ob wir am Anfang vielleicht zu eingeschüchtert waren“, rätselte Dins später. „Jedenfalls haben wir nur im zweiten Drittel unser Spiel gezeigt, das wir drauf haben, leider haben wir es dann aber nicht durchgezogen.“

Im ersten Drive nach der Pause wurde es noch einmal spektakulär (45-Yard-Pass mit folgendem 40-Yard-Lauf zum 14:8), danach passierten aber wieder seltsame Dinge im Sportzentrum: Im Anschluss an den Extrapunkt ließ sich zunächst Ants-Spieler Patrick Engelhart zu einem persönlichen Foul hinreißen und wurde vom Feld geschickt – im Football eine Seltenheit. 

Auch danach spielten die Schiedsrichter eine bestimmende Rolle, ihre Entscheidungen trafen dann aber mehrmals die X-Men härter. Einmal sahen sie bei einem 50-Yards-Pass an die Endzone einen „Linespieler zu früh im Downfield“. „Der darf vier Yards gehen, mehr war das auch nicht“, meinte ein Landsberger Offizieller, der sich über die recht kleinliche Linie der Referees ärgerte.

Dins wiederum wollte zur Schiedsrichterleistung nichts sagen, aber auch er dürfte gesehen haben, dass bei einer eigentlich regelgerechten Aktion, die den Ball wieder an die 5-Yard-Linie gebracht hätte, Bertrand angeblich einen „illegalen Vorwärtspass“ geworfen haben sollte. Nicht nur deshalb allerdings zeigte sich der Kanadier diesmal an der Seitenlinie ungewohnt laut, da auch er offensichtlich mit dem Landsberger Spiel überhaupt nicht zufrieden war. Die Ants nutzten die Schwierigkeiten des Gegners aus. Zweimal ließen sie sich nicht stoppen und hatten mit kurzen Läufen am Ende ihrer Drives keine Mühe, zwei weitere Touchdowns zu erzielen.

Unermüdlicher Kampf

Mit einem schönen 35-Yard-Pass auf Dominik Schäfer verkürzten die Hausherren zwar noch einmal auf 20:21, doch knapp zwei Minuten vor Schluss entschied sich die Partie, als Königsbrunn mit einem kurzen Pass nach links erneut Punkte verbuchte. Mit viel Einsatz kämpften sich X-Men zwar noch einmal bis an die 33-Yard-Linie nach vorne, bei seinem letzten Versuch 22 Sekunden vor Schluss fand Bertrand dann aber keinen Abnehmer mehr für seinen Pass.

Das Endergebnis von 20:28 hatte nur ein Gutes: Da der X-Press vor einigen Wochen das Hinspiel mit 26:14 gewonnen hatte, hat man den direkten Vergleich für sich entschieden. „Zum Glück haben wir wenigstens da die Nase vorn“, meinte Knut Dins, „ärgerlich war diese Niederlage aber trotzdem.“

Königsbrunn und Landsberg liegen jetzt punktgleich auf Rang eins und zwei, zum X-Press kommen aber am letzten Spieltag (3. August) die Plattling Blackhawks. Die haben wegen der Hochwasserkatas-trophe zwar erst vier Spiele absolviert, diese aber allesamt gewonnen. Zuvor gilt es für die Landsberger erst einmal, am kommenden Samstag (17 Uhr) eine Pflichtaufgabe zu bestehen, wenn man zum Heimspiel die Schweinfurt Ball Bearings empfängt.

Christoph Kruse

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