HCL wieder in Form

Der perfekte Gegner

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Zuletzt – wie hier vor zwei Wochen gegen Geretsried – schienen die Riverkings etwas wackelig auf den Beinen, am letzten Wochenenden bewiesen die Landsberger dann wieder ihre Form und bezwangen Fürstenfeldbruck mit 7:4

Landsberg – Zu Beginn fühlten sich die knapp 400 Zuschauer in der Landsberger Eishalle gegen Fürstenfeldbruck noch an die Niederlagen der Vorwoche erinnert – am Ende stand aber ein souveräner 7:4-Sieg. Auch dank der Ergebnisse der Konkurrenten sind die Riverkings damit zurück auf Platz eins.

Danach hatte es zu Beginn noch nicht ausgesehen. Nach sechs Minuten lagen die Brucker schon 2:0 vorn, HCL-Coach Alex Wedl musste erneut schon im ersten Drittel die Auszeit nehmen und sagte später: „Die Mannschaft stand nach den zwei Niederlagen natürlich unter Druck, da ist es verständlich, dass einige am Anfang vielleicht zu schnell zu viel wollten.“ Mit zwischenzeitlich nur noch vier Verteidigern agierten die Riverkings danach disziplinierter und erarbeiteten sich gegen den Nachbarn auch zunehmend Chancen.

Nach schöner Vorarbeit des Kerber-Duos stellte Gäbelein auf 1:2, danach dauerte es noch bis zur 27. Minute, bevor Fischer den längst verdienten Ausgleich herstellte. Zuvor hatte man Müller im Gästetor längst unter Dauerbeschuss genommen. Nicht einmal bei ihren Überzahlsituationen konnten sich die Crusaders in dieser Phase noch befreien – und gingen dann völlig überraschend doch wieder in Führung. Pasterny wurde beim Bully nicht angegriffen, konnte ungehindert auf Kienle zumarschieren, auch beim Nachschuss fühlte sich offenbar niemand für Torschütze Dichtl zuständig.

Qualität ist da 

Diesmal behielten die Gastgeber allerdings die Nerven, erhöhten den Druck weiter und reduzierten die Nachlässigkeiten in der Defensivarbeit. „Man hat in der Phase dann schon gesehen, dass wir einfach auch die nötige Qualität haben“, war Wedl zufrieden. Auf dem Spielberichtsbogen schlug sich das an diesem Abend besonders in Gestalt von Markus Rohde nieder. Dreimal in Folge ließ es der Ex-Profi und HCL-Nachwuchstrainer krachen, wobei ein Tor sehenswerter als das andere ausfiel. Zunächst ließ er Müller beim 3:3 noch elegant aussteigen (32.). Als ihm dann in Überzahl sein Schläger brach, traf er mit dem kurzfristig von einem Mannschaftskollegen ausgeliehenen Spielgerät (46.), das 5:3 gab's dann nach schöner Vorarbeit von Fischer per Direktabnahme. Als Stefan Kerber das 6:3 im Nachschuss besorgte, war die Partie entschieden.

Auch wenn man wieder zahlreiche Großchancen ausließ, war das Übergewicht des HCL an diesem Abend viel zu deutlich – während die Crusaders dann eher mit ungewöhnlichen Aktionen auffielen. Bei einem Penalty-Strafschuss beim Stande von 3:3 verlor Weishaupt unterwegs die Scheibe, bei Kerbers Treffer wurde der Torschütze anschließend von hinten wuchtig gegen die Torlatte gecheckt und kurz vor Schluss wurde es auch noch unsportlich: Von der Fürstenfeldbrucker Bank flog ein großer Eisbeutel in Richtung des erneut durchgebrochenen HCL-Angreifers Michael Fischer.

Sportlich half das den Gästen alles nicht mehr weiter. Zwar ließ Mönch das Ergebnis mit einem „krummen“ Tor zum 6:4, erneut aus dem Nichts, noch einmal knapp aussehen, doch die Riverkings legten einfach noch einmal nach: Alexander Ott zimmerte die Scheibe von der blauen Linie zum Endstand ins Tor. Für den HCL war Fürstenfeldbruck somit der perfekte Gegner des Wochenendes. Die Crusaders ließen nicht nur die Punkte in Landsberg, sondern hatten zwei Tage zuvor auch zuhause überraschend Wörishofen mit 5:4 bezwungen. Da Geretsried, ebenfalls knapp, Bad Aibling schlug, stehen die Riverkings wieder auf Rang eins in einer äußerst spannenden Landesliga-Tabelle.

"Heiß gegen uns"

Am kommenden Wochenende hat der HC Landsberg gleich zweimal Gelegenheit, den Spitzenplatz zu verteidigen. Zunächst gastiert am Freitagabend Burgau bei den Riverkings (20 Uhr), am Sonntag geht es mit großer Anhängerschaft nach Kempten (18.30 Uhr, der Fanbus ist ausverkauft). „Die werden gewohnt heiß gegen uns sein“, weiß Alex Wedl, der mit seiner Truppe trotzdem „auf jeden Fall“ die Punkte aus dem Allgäu mitbringen will. Dabei soll dann auch Christoph Schedlbauer wieder mithelfen, der nach seiner Erkrankung Kienle im Landsberger Tor wieder ablösen dürfte.

Christoph Kruse

Wunsch-Verstärkung für den HCL zu teuer

Landsberg – Die Riverkings werden vorläufig in der bisherigen Besetzung weiterspielen. Den richtigen Kontingentspieler zur Verstärkung hätte man zwar durchaus gefunden – der Kanadier ist allerdings derzeit nicht finanzierbar. Bis Ende Januar schaut man sich dennoch auf dem Transfermarkt weiter um.

Am vergangenen Freitag zeigte sich Colin McIntosh (Foto: Hamburg Crocodiles) im Probetraining und hinterließ auch einen guten Eindruck. „Das hätte schon gepasst, er ist genau der Spielertyp, den wir brauchen und er hätte uns auch sicher weitergebracht“, so der Eindruck von HCL-Trainer Alex Wedl. Dass er die gewünschten Qualitäten vor dem Tor hat, hatte der 26-Jährige auch in der vergangenen Saison mit seinen 35 Scorerpunkten bei den Hamburg Crocodiles bewiesen.

McIntosh wäre sofort zu haben gewesen: Nach acht Spielen für Polonia Bytom (Ekstraliga Polen) wechselte er zwar zu den Indians nach Memmingen in die Bayernliga, musste dort aber seinem Landsmann Alain Joanette den Vorzug lassen und hält sich seitdem im Allgäu nur noch fit. Für den HCL hätte die Verpflichtung allerdings ein zu großes Loch in die Kasse gerissen. Alleine für die erforderliche Transferkarte wären 1200 Euro fällig geworden, mit dem Gehalt, den Abgaben und einem Rückflugticket nach Kanada wären so bis März wohl über 5000 Euro zusammengekommen.

Das Rücklagenkonto wollte der Vereinsvorstand des HCL für die Verstärkung nicht angreifen, über Sponsoren und Gönner wurde die Summe kurzfristig nicht aufgebracht. „Wenn's nicht geht, geht's eben nicht“, so Wedl pragmatisch. „Das Transferfenster ist bis 31. Januar offen, vielleicht ergibt sich ja noch etwas.“

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