Spannung pur beim X-Press

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Mit zwei weiten Pässen bereitete Quarterback Jason Bertrand die X-Press-Führung gegen Straubing vor.

Landsberg – Die letzte Chance ging mit einer Fehlentscheidung der Schiedsrichter dahin, letztlich muss sich der Landsberg X-Press die Heimniederlage gegen Straubing aber selbst zuschreiben – mit 32:35 unterlag man nach einer spannenden Partie vor gut 300 Zuschauern, obwohl man den Gegner lange Zeit im Griff hatte. „Das hätte nicht sein müssen, eine absolut unnötige Niederlage“, ärgerte sich Vereinschef Knut Dins nach dem Schlusspfiff.

Der Wendepunkt des Spiels lässt sich im Nachhinein ziemlich genau festlegen: Kurz vor der Halbzeit führten die Gastgeber verdient und klar mit 14:0. Mit zwei weiten Pässen von Quarterback Jason Bertrand auf Schwab und Amberger hatten die X-Men ein- drucksvoll vorgelegt, bei Straubing lief es bis dahin gar nicht. Morris hatte sich zwar einmal mit dem Ball bis in die Endzone durchgekämpft, dabei aber einen seiner insgesamt drei Fehlstarts hingelegt. Nach einem Touchback-Return kamen die Spiders kurz darauf bis auf wenige Zentimeter ans Ziel heran, nur um den Ball im 3. Versuch zu verlieren.

Als es der Landsberger Defense danach in einem Drive gleich zweimal gelang, den Quarterback der Straubinger zu Boden zu bringen, sah für die Gastgeber alles bestens aus. Ein vermeintlicher Touchdown von Amberger wurde in den letzten Minuten des zweiten Viertels wegen eines Fouls dann aber zurückgepfiffen. Zumindest 20:0 hätte es damit gestanden, doch es kam ganz anders: Kurz vor Ende der ersten Hälfte kamen die Niederbayern plötzlich durch einen Pass in die Endzone zum 14:6 und verwandelten auch den Extrapunkt.

Wie aus dem Nichts

Zwar kam der X-Press erneut in Ballbesitz, brachte sich dadurch aber sogar noch mehr in Schwierigkeiten. Bertrand warf eine Interception, womit das Angriffsrecht wieder an Straubing überging. Sein Gegenüber Keith Hilson fackelte nicht lange, packte einen 48-Yard-Pass aus und wie aus dem Nichts waren die Gäste bis auf einen Punkt am X-Press dran. Die Spiders nützten in einer immer spannender werdenden Partie nach der Pause zunächst das Momentum. Mit zwei starken Spielzügen sorgte Hilson selbst für die erstmalige Führung seines Teams. Der X-Press erholte sich von dem Rückschlag aber bestens. Wieder war es ein Pass auf Schwab, der zum Ausgleich führte, mit der 2-Point-Conversion drehte man das Ergebnis auf 22:20 um und sicherte sich mit einem erfolgreichen Onside-Kick zudem gleich wieder den Ball.

Dann allerdings kam der Angriffsschwung plötzlich ins Stocken. Mit zahlreichen Strafen brachten sich die Straubinger zwar selbst unter Druck und der X-Press durfte in vier Versuchen von der 2-Yard-Linie weitere Punkte anvisieren – dabei ging aber einiges schief. Ein Lauf wurde aufgehalten, der Pass überworfen, dann leistete man sich einen Auswechselfehler; zuletzt reichte es gerade noch zu einem erfolgreichen Fieldgoal von Borchert zum 25:20.

Blut geleckt

Die Spiders hatten allerdings schon längst Blut geleckt und brachten sich immer wieder zum passenden Zeitpunkt zurück ins Spiel. Durch einen guten Spielzug und eine über- flüssige Landsberger Strafe kam man wieder nah an die Endzone, mit Touchdown und 2-Point-Conversion hieß es dann 25:28.

Einmal schlugen die X-Men noch zurück: Wide Receiver Borchert, der wegen Knieproblemen und leichten Fiebers nur sporadisch aufs Feld kam, ließ sich nach einem weiten Pass nicht davon beirren, dass zwei Straubinger Verteidiger an ihm hingen und tankte sich bis in die Endzone durch – 32:28.

Doch man gab die Führung ein weiteres Mal aus der Hand. Zunächst patzte die Offense, inklusive eines schlechten Snaps im vierten Versuch, dann bekam die Defense keinen Zugriff auf den Receiver der Spiders, die somit relativ locker den Endstand erzielen konnten.

In der Schlussminute der spektakulären Partie trugen dann auch noch die Unparteiischen ihr Scherflein zur Landsberger Niederlage bei. Im letzten Angriffsversuch ging Amberger mit dem Ball zu Boden und verlor ihn erst anschließend – zum großen Unmut der Zuschauer entschieden die Schiedsrichter allerdings auf „Fumble“, womit das Angriffsrecht ein letztes Mal auf die Spiders überging, die dann nur noch die Uhr herunterlaufen lassen mussten. „Das war kein Turnover, die Regel ist eindeutig, der Boden kann nicht fumbeln“, so Knut Dins, der aber auch wusste: „Schuld sind wir aber schon selbst, wir haben Straubing immer dann die Punkte machen lassen, wenn sie sie gebraucht haben.“

Sonntag in Fursty

Auch durch die X-Press-Niederlage ist das Feld in der Regionalliga noch enger zusam- mengerückt. Hinter Spitzenreiter Ingolstadt finden sich jetzt Fürstenfeldbruck (8:6 Punkte), München (6:4), Straubing und Landsberg (beide 6:6). Durch die zweite Niederlage gegen die Niederbayern hat man gegen sie den direkten Vergleich bereits verloren, weshalb man sich in den nächsten Partien nicht mehr viele Ausrutscher leisten darf. Die nächste Chance zur Wiedergutmachung erhält der Landsberg X-Press bereits am kommenden Sonntag. Kick-Off bei den Fursty Razorbacks ist dann um 15 Uhr.

Christoph Kruse

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