An Wundertüte gescheitert

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Alexander Schwarz netzte gegen Ottobeuren II als bester Landsberger sechsmal ein.

Landsberg – TSV-Coach Sofian Marrague hat schon vor dem Spiel davon gesprochen, dass zweite Mannschaften immer ein bisschen eine „Wundertüte“ seien: Man wisse nie, ob sie mit Verstärkungen aus der Ersten auflaufen. So war es denn auch in Ottobeuren, wo sich der Gastgeber mit drei ehemaligen Oberliga-Spielern verstärkt hatte. Und promt hatten die Handballer des TSV Landsberg das Nachsehen; sie kassierten eine 27:28-Niederlage.

Unter den Ex-Oberligisten war Daniel Bergkessel, der einst auch für Landsberg spielte. Er und die beiden anderen Verstärkungen machten dann auch 21 der 28 Allgäuer Tore. Hinzu kam, dass die Abwehr durch Bergkessel erheblich an Stabilität gewann, mit einem stabilen Mittelblock machte Ottobeuren mit einem stabilen Mittelblock den Landsbergern erheblich mehr Probleme als im Hinspiel.

Die Partie begann torarm. Nach der 3:1-Führung für die Lechstädter profitierte Ottobeu­ren von zeitweiligen Unsicherheiten im TSV-Angriffsspiel, be­günstigt durch Ballverluste nach technischen Fehlern. Als die Gastgeber mit 7:4 vorne lagen, gewannen die Lechstädter im Angriff wieder an Sicherheit, und die offensive Abwehr funktionierte weiter gut. Der Lohn war ein 5:0.-Lauf zum 10:7.

Die Gastgeber zogen die Notbremse und nahmen eine Auszeit. Das fruchtete, ihre Abwehr steigerte sich und begünstigt durch Landsberger Strafzeiten zogen sie nach. Auf das TSV-Kreisspiel hatte sich Ottobeuren offensichtlich gut vorbereitet, Kreisläufer Alexander Schwarz wurde heftig in die Zange genommen und kam kaum zum Wurf. So es ging mit einem 12:12 in die Kabine.

Die zweite Hälfte entwickelte sich zu einem Kopf an Kopf-Rennen, zunächst mit leichten Vorteilen für die Gastgeber (17:15/39.). Sie fanden zusehends Lösungen gegen die offensive Landsberger Abwehr. Angeführt vom versierten Daniel Bergkessel brachten sie ihren halbrechten Linkshänder immer wieder gut in Position, die er mit aller alten Klasse zu Toren nutzte. Doch auch der Landsberger Angriff zeigte Wirkung, vom Kreis setzte war man jetzt auch erfolgreich. In der 41. Minute war man wieder dran (17:17), wenig später sogar noch vorne (20:21/46.).

Ein Problem blieb: Nach fast jedem Angriff folgte wieder ein Gegentor. Die Gastgeber konnten so auf 23:25 (53.) vorlegen. Landsberg kämpfte, verkürzte, doch Ottobeuren war in der letzten Minute wieder zwei Tore (28:26) weg. Tom Steber brachte Landsberg mit einem schnellen, wuchtigen Rückraumwurf erneut heran. Spannung pur. Doch in den letzten Sekunden beschränkten sich die Gastgeber auf Ballsicherung und brachten so den 28:27-Zittersieg nach Hause.

„Das war eine knappe Sache, leider hatten wir am Schluss das falsche Ende, obwohl wir ganz ordentlich gespielt haben“, fasste TSV-Coach Marrague zusammen. Aber wie befürchtet, hätten Bergkessel&Co. mit viel Erfahrung und Können die Partie mitentschieden. „Schade, zwei Punkte hier wären gut gewesen“, so Marrague, „jetzt bekommen die beiden letzten Spiele zu Hause gegen Mindelheim und in Marktoberdorf mehr Gewicht. Aber das werden wir packen.“

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