Jenseits von Rott

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Trainer Martin Grelics zieht es nach Afrika.

Rott – Einmal einen Erstligisten im Süden des Globus zu trainieren, dürfte für viele Fußballtrainer ein Wunschziel sein. Für Martin Grelics (29), zuletzt beim TSV Peiting in der Bezirksliga an der Seitenlinie, geht dieser Traum in Erfüllung – nicht in Fußballhochburgen wie Spanien oder Italien. Den Fußballlehrer zieht es nach Afrika. Genauer gesagt nach Tansania.

Der Rotter wird ab August Coach des Toto African SC in Mwanza, Aufsteiger in die erste tansanische Liga. „Die suchten einen Trainer mit A-Lizenz“, berichtet Grelics, der über das Würzburger Hilfsprojekt FELS (Football, Education, Life Skills), das in der mit rund 220000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Tansanias schon seit 2009 im Einsatz ist, in Kontakt mit dem afrikanischen Club kam.

„Das wird eine andere Welt“, ist Grelics gespannt auf diese neue Erfahrung im tropischen Klima direkt am Victoriasee. Hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturen stets jenseits der 30 Grad Marke und wochenlange Bustouren zu den Auswärtsspielen warten auf ihn. Auch die Ansteckungsgefahr mit Malaria, Mwanza gilt als Risikogebiet, ist nicht zu unterschätzen. „Eincremen mit Mücken und Sonnenschutz gehören da zur täglichen Routine.“

Und die schaut auch etwas anders aus, als bei einem Fußballclub in Deutschland. Die erste von zwei Trainingseinheiten findet bereits um 7 Uhr statt. „Wegen den Temperaturen,“ so Grelics, der sein Team, das aktuell sein afrikanischer Co-Trainer zusammenstellt, danach um 16 Uhr zur zweiten Übungseinheit bittet. Die Verständigung mit seinen zukünftigen Spielern sollte kein Problem sein. „Es gibt zwar 130 Stammesdialekte, aber fast alle sprechen Englisch“, so Grelics.

Die Unterbringung ist bereits geregelt. Er wird im Haus der Hilfsorganisation wohnen und dort auch verpflegt werden. Los geht es am 1. August mit dem Flug nach Tansania. Ab Mitte September beginnen dann die Spiele der ersten „Tanzanian Premier League“, die Aufsteiger Mwanza zuhause im 35000 Zuschauer fassenden CCM Kirumba Stadium austrägt. „Die Liga hat in etwa das Niveau wie bei uns die dritte Liga“, hat Grelics in Erfahrung gebracht. Seine Arbeit beschränkt sich in Mwanza nicht nur auf die fußballerischen Aspekte. „Wir müssen auch noch viel an der Struktur rund um den Verein arbeiten.“

Bis Mai wird dann ohne Pause durchgespielt, sofern es die Regenzeit im Frühjahr zulässt. Danach ist die Rückkehr nach Deutschland geplant und das. wie es sich für hoch bezahlte Trainer im Ausland gehört, auch als Millionär. „Allerdings nur in tansanischen Schilling“, grinst Grelics angesichts des Wechselkurses. 400 Euro entsprechen aktuell eine Million tansanischer Schilling.

Roland Halmel

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