Premiere beim Ötztaler Radmarathon

"Rohdiamant" auf zwei Rädern

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Ein „richtiger Rohdiamant“ auf dem Rennrad: Maximilian Aigner aus Landsberg, der am Sonntag Premiere beim Ötztal-Radmarathon hat.

Landsberg – Er kam, sah und fuhr zum großen Erstaunen der Konkurrenz auf Platz 3 bei einem der prestigeträchtigsten Bergrennen im Alpenraum, bei der „Krone Kitzhorn Challenge“ im Nobelskiort Kitzbühel. „Wer bitte ist dieser Maximilian Aigner?“ Das dürften sich die meisten der 531 Rennradsportler gefragt haben, als der 19-jährige Landsberger aufs Podium stieg. Sie konnten ihn auch nicht kennen, weil der junge Bursche erst seit diesem Jahr aktiv fährt. Am kommenden Sonntag will er erneut auftrumpfen: beim Ötztal-Radmarathon, der als einer der härtesten Straßenrennen der Welt gilt.

Wenn Maximilian Aigner in seiner bescheidenen und ruhigen Art erzählt, wie und wann er zum Rennradsport gekommen ist, dann versetzt das den fachkundigen Zuhörer angesichts seines Leistungsvermögens in höchstes Erstaunen. In der Familie Aigner ist das Interesse am Radsport schon immer sehr groß gewesen, Vater Bernhard ist sehr viel und durchaus sportlich mit dem Rennrad unterwegs, der jüngere Bruder, Alexander, setzt sich lieber aufs Mountainbike. Und Max? „Na ja, ich war halt immer mit so einem Tourenrad unterwegs“, erzählt er, „nichts Besonderes, breite Reifen und so.“ Laufen, Krafttraining und „ein bisschen Ausgleichssport“ waren seine bevorzugten Aktivitäten.

Seit diesem Jahr im Kirchmayr-Cycling-Team: Maximilian Aigner aus Landsberg.

Und dann gab’s im vergangenen Jahr ein Rennrad. Eine Motivation für das bevorstehende Abitur? Das hatte Maximilian gewiss nicht nötig, zählte er mit einem Schnitt von 1,1 doch zu den drei Top-Absolventen 2015 am Ignaz-Kögler-Gymnasium. Nein, vielmehr entfachte die High-Tech-Maschine in Carbon das Rennfieber Aigners. Und von Beginn an hat es ihm der Ötztal-Radmarathon besonders angetan – nicht zuletzt, weil er im KREISBOTEN schon mehrfach davon gelesen hatte.

Die weitere Recherche im Internet führte den Lechstädter zu dem zweimaligen Ötztal-Sieger Stefan Kirchmair. In dessen Team bekam Maximilian Aigner als Neueinsteiger gleich das erforderliche Rüstzeug: Trainingspläne, Trainingslager, Equipement und Instruktionen für die ersten Rennen – alles höchst professionell.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, der 19-Jährige lieferte sofort Topzeiten in internationalen Rennen ab – beim Highlander Radmarathon in Vorarlberg ebenso wie beim Tannheimer Tal-Radmarathon und eben bei der Kitzhorn-Challenge. Bereits jetzt zählt Maximilian Aigner nicht nur zu den Leistungsträgern im Kirchmair Cycling-Team, er gilt vielmehr als hoffnungsvoller Nachwuchsfahrer, ein richtiger „Rohdiamant“ schwärmt Teamchef Kirchmair. Maximilian spricht es zwar nicht offen aus, aber von einer Profikarriere darf man da schon mal träumen. „Ich will Vollgas geben“, sagt der 19-Jährige, der sich gerade fürs Wirtschafts- und Informatikstudium in Augsburg eingeschrieben hat. Ein „guter Radfahrer“ wolle er werden, sagt er bescheiden, und dafür brauche er jetzt weitere Unterstützung.

Ötzi-Premiere

Am kommenden Sonntag ist die nächste Bewährungsprobe, der Höhepunkt dieser Saison: der Ötztaler Radmarathon. Um 6.45 Uhr werden mit Maximilian Aigner 4000 Radsportler aus 15 Nationen in Sölden auf die anspruchsvolle Runde über 238 Kilometer mit unvorstellbaren 5500 Höhenmetern gehen. Von der Ötztaler Gletscherwelt zieht sie sich ins Kühtai (2020 Meter) hinunter nach Innsbruck und anschließend über den Brennerpass (1370) nach Sterzing bis zum Jaufenpass (2090) und als krönenden Abschluss dann das Timmelsjoch (2509).

„Da möchte ich dann meine beste Saisonleistung bringen“, sagt Aigner, „es ist das wichtigste Rennen in diesem Jahr.“ Gut vorbereitet ist der Lechstädter mit knapp 9000 Trainingskilometern und an die 100000 Höhenmeter ganz gewiss. Maximal „30 bis 40 Minuten hinter der Siegerzeit“ sei das Ziel, was für einen so jungen Radsportler eine enorme Leistung wäre. Bleibt jetzt nur noch die Frage, wer am Start in Sölden den höheren Puls haben wird – Maximilian oder Mama und Papa Aigner, die sich die Ötztal-Premiere ihres Sprösslings nicht entgehen lassen wollen.

238 Kilometer • 5500 Höhenmeter

Den Klassiker unter den Radmarathons im Alpenraum, den Ötztaler mit 238 Kilometer Länge und 5500 Höhenmeter am 30. August, nehmen in diesem Jahr 15 Radsportler aus dem Landskreis Landsberg in Angriff:

Maximilian Aigner, Alexander Iampieri, Toni Schwaiger, Josef Stegherr, alle Landsberg; Günter Heinzler, Cordula Henz, beide Geltendorf; Florian Jung, Rudi Jung, beide Igling; Wilhelm Kirchmann, Thaining; Wolfram Riedel, Utting; Gerd Schaul, Kaufering; Thomas Schelle, Reichling; Jörg Schmid, Apfeldorf; Patrick Stearn, Greifenberg; Klaus Ulzhöfer, Finning.

Toni Schwaiger

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