Dießener Mammutveranstaltung

Eine neue Rekordmarke

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Jede Runde zählt: Bei der 12-Stunden EM in Dießen machten am Ende teils Kleinigkeiten den Unterschied aus.

Dießen – Das Wetter können die Veranstalter von Freiluftrennen nicht bestimmen. Sie haben aber Einfluss auf die Organisation, die Verpflegung und auch die Siegerpreise. Wenn all diese Faktoren passen, wie bei der vierten Auflage der 12-Stunden Europameisterschaft der Mountainbiker in Dießen, dann kann es auch Rekorde geben, so wie in diesem Jahr. Mit 430 Teilnehmern durfte der veranstaltenden MC Dießen so viele Radler wie noch nie auf der Runde um den Schatzberg begrüßen. „Ich bin gerührt“, suchte MCD-Chef Helmut Bischeltsrieder angesichts der Zahlen bei der Siegerehrung nach Worten.

Rekordverdächtig waren aber auch die Leistungen der rund 60 emsigen Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf der Mammutveranstaltung sorgten. Das Verpflegungsteam verarbeitete 100 Kilogramm Melonen, 40 Kilogramm Äpfel und 80 Kilogramm Bananen. Dazu galt es 900 Wurst- oder Käsesemmeln und 80 Kilogramm Nudelsalat vorzubereiten und auch auszugeben.

„Hungrig ist bei uns keiner weg gegangen“, schmunzelte Bischeltsrieder. Angesichts hochsommerlicher Temperaturen, die die Teilnehmer am Nachmittag ordentlich zum Schwitzen brachten, war der Getränkeverbrauch aber auch enorm. Allein 1.500 Liter an Elektrolytgetränken gingen über den Tresen.

Damit aber nicht genug an Bestwerten. Ein Teilnehmer reiste sogar über 1.100 Kilometer aus Rumänien an, um die 7,8 Kilometer langen Strecke mit knapp 130 Höhenmetern in Angriff zu nehmen.

Eine ordentliche Anfahrt hatte auch Marcel Knaus (BSK Graf MTB Team) hinter sich. Der Liechtensteiner gewann mit 35 Runden die Masterswertung der Herren. Dabei musste er in der zweiten Runde nach einem Sturz vom Rad. „So früh ist es blöd“, meinte Knaus, der mit lädiertem Ellenbogen aber durchhielt und nur einen Fahrer den Vortritt in der Gesamtwertung überlassen musste. Kai Saaler (KS-Racing) sammelte eine Runde mehr und gewann in Abwesenheit des Vorjahressieger Oswald Ehrmann den Solobewerb der Männer.

Beim Einzel der Damen gab es ein Novum. Mit Anja Knaub und Sabine Loacker (beide ToMotion Racing) kamen zwei Starterinnen zeit- und rundengleich auf Rang 1.

Nicht so eng ging es beim Viererbewerb zu. Das Münchner Herrenteam von „Stosick-Bad“ mit Tim Weismantel, Tobi Götzenberger, Andre Kinzel und Holger Pirzl, die sagenhafte 42 Runden schafften, verwiesen die Vorjahressieger vom Isar-Loisach-Express mit immerhin einer Runde Vorsprung auf den 2. Rang.

MTB-EM in Dießen

Knaus war indes nicht der einzige Teilnehmer der stürzte. Die Strecke, die am frühen Morgen noch feucht und rutschig war, forderte einige Opfer. Ein Radler musste sogar ins Krankenhaus gebracht werden. „Die Verletzung war aber nicht so schlimm“, berichtete Streckensprecher Titus Fischer, der die zahlreichen Zuschauer im Start-Zielbereich ständig über den aktuellen Stand auf dem Laufenden hielt. Er verkündete auch schon frühzeitig die Entscheidung beim Zweierteam der Herren.

„Team Messingschlager“ mit Uli Schmitzlutz und Benjamin Herold aus Baunach in Oberfranken ließ der Konkurrenz mit 39 Runden keine Chance. Die Zweitplatzierten, Martin Kaluza und Gerhard Gröger vom OSC Damme aus Niedersachsen hatten zwei Runden Rückstand. Daneben gab es auch Teilnehmer aus der Schweiz und Österreich.

Von den alpenländischen Nachbarn kamen auch die Sieger beim Sechserteam. „Eldorado Wörgl“ gewann mit 39 Runden. Die Mannschaft von Triathlon Riederau kam in dieser Klasse auf Position 5, womit sie sich den Sieg bei den parallel ausgetragenen Vereins- und Firmenmeisterschaft sicherten. Platz 2 unter den 19 Staffeln ging an die Sportschule FFB vor der Skischule Weißblau. „Die Staffeln sind gut angekommen“, meinte Moderator Fischer.

Sie sollen bei der fünften Auflage im kommenden Jahr ein fester Bestandteil werden. Die Mountainbiker können sich dafür schon den Termin vormerken. Am 29. Juli 2017 ist es so weit.

Roland Halmel

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