Mit harter Arbeit an die Tabellenspitze

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An die Bande gespielt: Auch Landsbergs Tobias Turner (rechts) bewies im Spitzenspiel gegen Bad Wörishofen Härte pur.

Landsberg – Mit harter Arbeit und einer beeindruckenden kämpferischen Leistung zurück an die Spitze: Durch den 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)-Erfolg im direkten Duell gegen Bad Wörishofen zogen die Riverkings in der Eishockey-Landesliga wieder an den Wölfen vorbei.

Vor über 600 Zuschauern verdienten sich die Landsberger die drei Punkte vor allem durch ihre Zweikampfstärke, Laufbereitschaft und unermüdlichen Einsatz.

HC Landsberg übernimmt die Tabellenführung

Dass gegen die Nachbarn nur mit einer Leistung an der oberen Grenze etwas zu holen sein würde, war klar. Der HCL zeigte das zunächst schon über die Aufstellung, in der sich sowohl Trainer Wedl als auch Stürmer Rohde fanden (an der Bande coachte Andreas Zeck). Aber auch auf dem Eis verstand man von Beginn an keinen Spaß. Die Mannschaft hatte ganz offensichtlich ein klares Konzept: In der Defensivbewegung wurde der Gegner schnell und aggressiv attackiert, bei eigenem Scheibenbesitz brachte man den Puck sofort aus allen Winkeln vor das gegnerische Tor.

Das war gegen die Wölfe das richtige Rezept. Obwohl die Gäste selbst viel Aufwand betrieben, kamen sie mit der extremen Bissigkeit der Gastgeber sichtlich schlecht zurecht. Das körperbetonte Spiel, das die Riverkings in diesem Jahr zeigen, begeistert allerdings die Schiedsrichter teilweise deutlich weniger als die Zuschauer. 14 Strafminuten verteilten die Unparteiischen schon im ersten Abschnitt in Richtung HCL, zehn weitere im Mitteldrittel.

Die Landsberger konnten sich somit vor allem auch im Unterzahlspiel auszeichnen – und taten das mit Bravour. Bis auf wenige Ausnahmen hochkonzentriert und giftig nahm man dem Gegner die Lust am Powerplay und kam teilweise in Unterzahl selbst zu den besseren Chancen. Hatten sich die Wörishofener doch einmal bis vor das Tor durchgekämpft, fanden sie an diesem Abend einen glänzend aufgelegten Christoph Schedlbauer, der ihnen mit seinen Paraden endgültig die Laune vermieste.

Auch Schedlbauers Gegenüber, Andreas Nick, musste sich nach der Partie keine Vorwürfe machen – er hielt seine Wölfe lange mit guten Paraden im Spiel. Bei den Treffern war er allerdings machtlos; etwa nach acht Minuten, als Michael Fischer über die linke Seite einen seiner typischen Antritte hinlegte. Der 21-Jährige ließ zwei Gegenspieler einfach stehen und setzte die Scheibe präzise zum 1:0 in den rechten Winkel. Bei einem weiteren Landsberger Treffer in der 15. Minute wollten die Referees ein Torraum-Abseits gesehen haben, somit gingen die Gäste – obwohl immer wieder in Überzahl – noch mit einem für sie glücklichen knappen Rückstand in die Pause.

Spektakuläre Parade

Wenn die Wölfe an diesem Abend etwas hätten reißen können, dann zur Mitte des Spiels. Mehrfach saßen zwei bis drei Landsberger auf der Strafbank, irgendwann musste das verbliebene Trio auf dem Eis der bis dahin geleisteten Arbeit dann auch sichtlich Tribut zollen. Doch nachdem Brückner aus zwei Metern Entfernung im Powerplay erneut an Schedl­bauers spektakulärer Parade scheiterte (33.), schien sich langsam Verzweiflung bei den Gästen breit zu machen. Zumal sich die intensive Partie im Schlussabschnitt wieder deutlich zugunsten des HCL neigte. Bad Wörishofen steckte nie auf, konnte jetzt aber selbst das hohe Tempo teilweise nicht mehr mitgehen und holte in der Folge in der Strafzeitenstatistik deutlich auf.

Dementsprechend übten die Riverkings mächtig Druck aus, vor dem Kasten der Gäste wurde es im Minutentakt brenzlig, und letztlich waren es dann zwei Überzahltreffer, die das Spitzenspiel in der Schlussphase entschieden. Nach einer sehenswerten Kombination traf Stefan Kerber im Nachschuss (51.) und eineinhalb Minuten vor Schluss zeigte Fischer erneut, dass er vermutlich der schnellste Stürmer der Liga ist. Vom Bully an der eigenen blauen Linie weg überrannte er die komplette Abwehr der Gäste und wählte diesmal den linken Torwinkel für das 3:0.

Nur zwölf Gegentore

Damit holten sich die Riverkings nicht nur die Tabellenführung zurück, sondern bescher­ten Schedlbauer einen erneuten „shut-out“ und haben in zehn Spielen lediglich zwölf Gegentore kassiert (Bad Wörishofen: 31, Pfronten: 37). Die mit Abstand beste Defensivleistung der Liga ist auch im Heimspiel am Freitag (20 Uhr) wieder gefordert. Gegner ist dann die SG Oberstdorf, ein harter Rivale seit Gründungszeiten des HCL.

• HC Landsberg - EV Bad Wörishofen 3:0 (1:0, 0:0, 2:0). Tore: 1:0 (8.) Fischer, 2:0 (51.) S. Kerber (+1), 3:0 (59.) Fischer (Rohde/+1). Zuschauer: 617. Strafminuten: Landsberg 32 + 10 für Wedl, Bad Wörishofen 22 + 10 für Bitzer + 10 für Hitzelberger.

Christoph Kruse

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