Erst im Finale war Endstation

Den Gipfel nicht ganz erklommen

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Auch wenn Albert Sikora (rot) und seine Red Hocks bei der U15-DM in Kaufering im Finale den Kürzeren zogen: Die Veranstaltung war ein echtes Floorball-Highlight.

Kaufering – Am vergangenen Wochenende fand in Kaufering die Stena Line U15 Deutsche Meisterschaft statt. Im Finale vor mehr als 550 Zuschauern unterlagen die gastgebenden Red Hocks dem ETV Hamburg mit 6:11 und mussten sich mit Silber begnügen. Doch auch wenn der sportliche Griff nach den Sternen nicht ganz gelungen ist, organisatorisch hat Jugendfloorball in Kaufering damit einen neuen Meilenstein erreicht, ist sich Nachwuchsleiter Rasso Schorer sicher. Eine Woche zuvor gelang schon der U13 die Vizemeisterschaft, die U17 landete auf Rang 5.

Der Großteil der Vorrundenspiele war deutlicher verlaufen, als vorab erwartet worden war. Aus Gruppe A gingen die Red Devils Wernigerode und der TV Schriesheim als Halbfinalisten hervor, Gruppe B wurde von Kaufering und dem ETV Hamburg dominiert. Im direkten Aufeinandertreffen mit den Hanseaten ging es für die Red Hocks damit nur noch um den Gruppensieg. Beide Kontrahenten begegneten sich auf Augenhöhe, erst fünf Minuten vor Ende gingen die Gastgeber entscheidend in Führung und schraubten das Ergebnis noch auf 9:5 hoch.

Damit stieß Kaufering am Sonntag zum Südschlager auf die U15 von Bundesligaaufsteiger Schriesheim. In der ersten Halbzeit konnte noch keine Mannschaft entscheidende Vorteile erzielen, erst nach Wiederanpfiff zogen die Hausherren davon. Mit 9:5 gelang der heiß ersehnte Einzug ins Finale.

Dort trafen die Kauferinger erneut auf den ETV Hamburg. Mehr als 550 Zuschauer wollten sich dieses Gipfeltreffen nicht entgehen lassen. Das erste Ausrufezeichen setzte Ricardo Wipfler, sein Distanzschuss prallte jedoch von der Unterkante der Latte ab. Erstmals den Ball im Tor unterbringen konnte Hamburgs Christopher Wilbrand. Martin Rieß glich für Kaufering aus, doch nur zwölf Sekunden später antwortete Leon Adelmann mit dem 2:1. Das Spiel war ausgeglichen, mehr Glück hatten jedoch weiterhin die Hanseaten auf ihrer Seite, Philipp Wilbrand erhöhte auf 3:1. Auch der 3:2-Anschlusstreffer von Johannes Eckebrecht wurde gekontert, mit 4:2 ging es in die Pause. Kaufering war nun gefordert, doch die Piranhhas zeigten sich abgebrühter: Das 6:2 zu Beginn der zweiten Hälfte kam einer kleinen Vorentscheidung gleich. Die Red Hocks stellten ihre Reihen nun um und riskierten schon früh sehr viel. Zwar verkürzte Eckebrecht erneut, die Hanseaten spielten ihre Konter jedoch weiter blitzsauber aus und führten schließlich sogar mit 9:3. Als die Partie gelaufen schien, kamen die Lechfloorballer nochmal auf 9:6 heran. Kaufering war am Drücker, doch drei Minuten vor Ende setzte Hamburg durch eine strittige Szene den Deckel drauf: Paul Dall hatte abgezogen, allerdings konnten nicht einmal die Kameras auflösen, ob der Ball tatsächlich im Tor oder nur am Außennetz war. Auch die Schiedsrichter waren sich uneins, erkannten den Treffer aber an. Die Kauferinger Titelträume waren damit begraben, die Gäste spielten die Zeit von der Uhr und durften sich am Ende mit 11:6 die Meisterkrone aufsetzen.

„Hamburg ist der verdiente Meister, dennoch bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft“, zog Kauferings Trainer und Nachwuchsleiter Rasso Schorer sein Fazit. „Auch organisatorisch haben wir zusammen ein super Event gezimmert, es gab durchweg begeisterte Rückmeldungen.“ Erstmals wurden sämtliche Höhepunkte per Beamer in einer Wiederholung gezeigt. Das große Zuschauerinteresse erachtet Schorer als „für ein Nachwuchs-Event im deutschen Floorball sicher einmalig“. „Diese Begeisterung, unser engagiertes Umfeld und weitere erfreuliche Ergebnisse bestätigen uns darin, dass unsere Jugendarbeit auf dem richtigen Weg ist.“ Denn schon eine Woche zuvor war eine Mannschaft der Kauferinger Floorballer bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vorgestoßen.

U13 ebenfalls Vize

Doch wie bei der U15 war auch bei der U13, die in Schwarzenbek antrat, die einzige Saisonniederlage gleichzeitig die letzte und bitterste. Mit einem 4:3 nach Verlängerung gegen Hamburg, 4:1 gegen Wernigerode sowie einem 7:3 im Aufeinandertreffen mit Holzbüttgen zogen die Red Hocks ins Halbfinale ein, wo sie mit 11:1 kurzen Prozess mit dem TV Schriesheim machten. Ins Endspiel gegen den UHC Weißenfels starteten die Red Hocks nervös. Nach dem 0:2 verkürzte Bendix Dawid, doch danach zeigte der Gegner seine ganze Klasse. Weißenfels nutzte jeden Fehler und holte sich mit 1:6 den Titel. „Trotzdem ist die Vizemeisterschaft ein voller Erfolg“, summiert Trainer Stephan Rietig.

Platz 5 für die U17

„Mit diesem deutlichen Sieg gehen wir mit einer positiven Stimmung in die Sommerpause und sind schon heiß auf die- kommende Saison“, freute sich auch U17-Coach Marco Keß. Zuvor hatten seine Schützlinge den UHC Weißenfels im Spiel um Platz 5 mit 7:1 abgefertigt. Beinahe wäre sogar der Sprung ins Halbfinale geglückt, doch ein 3:2 n.V. gegen Chemnitz und ein 4:5 gegen Hamburg reichten nicht ganz aus, um die Gruppenphase zu überstehen.

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