Keine Lust auf finanzielle Abenteuer

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HCL-Vorstand Markus Hasch-ka plant bereits für die Bayernliga-Saison.

Landsberg – In der Lechstadt ist das Eishockey-Fieber wieder ausgebrochen, ganz Landsberg feiert mit dem HCL den Aufstieg in die Bayernliga. Für Vorstand Markus Haschka ist nach der Saison jetzt vor der Saison. Im KREISBOTEN-Interview sprach er über die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen.

Markus Haschka, die bisher spannendste Saison in der fünfjährigen Geschichte des HC Landsberg ist beendet – sind Sie als Vorstand zufrieden?

Markus Haschka: „Mehr als zufrieden, das war absolut überragend. Es ist perfekt für uns gelaufen.“

Nicht alle waren glücklich damit, dass vor Saisonbeginn der Aufstieg als klares Ziel ausgegeben wurde. Im Nachhinein dürfte das aber die richtige Entscheidung gewesen sein? 

Haschka: „Wir wollten damit keinesfalls arrogant rüberkommen. Wir haben nur ein Ziel für die nächsten Jahre ausgegeben. Dass es jetzt mit dem Aufstieg in die Bayernliga gleich auf Anhieb geklappt hat, ist natürlich sensationell.“ 

Hatten Sie die Dominanz der Riverkings in den Finalspielen erwartet?

Haschka: „Nein, das konnte man überhaupt nicht abschätzen. Von den Ergebnissen her waren die Nordvereine in der Saison zuvor deutlich die besseren, jetzt war es dann umgekehrt. Im Rückblick muss man sagen, dass Geretsried unser stärkster Gegner war und uns auch im Heimspiel alles abverlangt hat.“

Nach der Saison ist vor der Saison, der HCL steht vor großen Aufgaben, wann beginnt die Arbeit wieder?

Haschka: „Die Planungen für die Bayernliga-Saison laufen schon. Wir haben in dieser Woche die erste Sitzung und die wird wahrscheinlich länger dauern. Für den Verein sind die nächsten Monate ganz entscheidend, wir werden auch mindestens einmal pro Woche tagen.“

Es wurde zwar noch nicht offiziell bekanntgemacht, aber ihr Vorstandskollege Christoph Hicks verlässt Landsberg in den nächsten Tagen. Wie schließen Sie die Lücke?

Haschka: „Es ist richtig, er zieht leider weg. Bis zum 30. April ist er offiziell noch im Amt. Danach werden wir auf die Mitgliederversammlung einen Vorschlag präsentieren, wie es weitergehen kann. Wir wollen auch keine Übergangslösungen, es müssen angesichts der sportlichen Situation die Weichen für die nächsten Jahre verbindlich gestellt werden, es muss ja auch viel Verantwortung übernommen werden.“

Was bedeutet der Aufstieg in die Bayernliga finanziell für den Verein, wieviel Geld braucht man in der nächsten Saison zusätzlich?

Haschka: „Die Kalkulation ist noch nicht ganz fertig, aber wir gehen von ungefähr 60000 Euro mehr aus.“

Wo soll das Geld herkommen?

Haschka: „Zum einen werden wir das Marketing auf neue Beine stellen, wir werden da sehr bald etwas präsentieren, das uns hoffentlich richtig weiterbringt. Aber wir werden uns auch im Nachwuchs teilweise anders aufstellen.“

Was heißt das für die Junioren-Mannschaft?

Haschka: „Nachdem die Bundesliga aufgelöst wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir in der Junioren-Bayernliga mitspielen, das bringt die Spieler sportlich keinen Schritt vorwärts. Da wäre es sicher besser, wenn unsere Ib in Zusammenarbeit mit dem VfL Denklingen in die Landesliga aufsteigt, da könnte sich der Nachwuchs gut entwickeln und alle hätten mehr davon.“

Wie gehen Sie die Bayernliga in sportlicher Hinsicht an, was passiert bei Trainern und Spielern?

Haschka: „Die ersten Spieler und Trainer haben sich schon am Montag nach dem Finale per Email angeboten. Aber wir planen ganz klar weiter mit Alex Wedl, daran gibt’s überhaupt nichts zu zweifeln. Auch von den bisherigen Spielern wollen wir den Großteil halten, wenn es nach uns geht. Die ersten Gespräche werden wir schon in den nächsten Tagen führen. Wenn das funktioniert, werden wir uns noch punktuell im Rahmen unserer Möglichkeiten verstärken, wobei klar ist, dass wir keine großen Sprünge machen können. Wir werden unseren finanziellen Rahmen nicht sprengen.“

Die Zeit, in der nur aus Spaß beim HCL gespielt wurde, dürfte dennoch vorbei sein. In der Bayernliga wird man vermutlich auch Gehälter bezahlen müssen?

Haschka: „Große Gehälter sind bei uns weiterhin nicht drin, aber man wird den Spielern in irgendeiner Form etwas zukommen lassen müssen. Es muss ja keine monatliche Zahlung sein, das kann auch über die Ausrüstung oder ähnliches laufen.“

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Sponsoreneinnahmen zuletzt nicht immer so flossen wie erhofft. Wie ist die finanzielle Situation jetzt nach Saisonende?

Haschka: „Die Zahlen werden wir dann auf der Mitgliederversammlung offen und transparent nennen. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass uns der starke Zuschauerzuspruch sehr geholfen hat, was das Jahresergebnis angeht.“

In der Bayernliga warten ab September dann wieder einige attraktive Derbys, denken Sie, dass die Halle dann öfter so gut gefüllt ist wie in den letzten Wochen?

Haschka: „Ich hoffe, dass die positive Grundstimmung, die wir um das Eishockey in Landsberg wieder auslösen konnten, bleibt. Und ein Derby, zum Beispiel gegen Memmingen, ist natürlich etwas, worauf wir uns alle freuen. Wenn der Zuspruch der Zuschauer so bleibt, wie er war, würden wir uns sehr freuen. Wir kalkulieren für unseren Etat aber nicht damit, wir bleiben weiter vorsichtig. Niemand bei uns hat Lust auf finanzielle Abenteuer.“

Christoph Kruse

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