Klasse MTB-EM am Ammersee

37 Runden in 12 Stunden geradelt

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Gezeichnet aber glücklich: Einzelsieger Oswald Ehrmann nach der Zielankunft.

Dießen – Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für das Wetter bei der 12-Stunden Europameister-schaft der Mountainbiker in Dießen. Bei der ersten Auflage kämpften die Teilnehmer mit der Hitze und bei der zweiten mit heftigen Gewitterschauern am Ende. Beim dritten Rennen rund um Schatzberg meinte es Petrus aber gut mit den 405 Startern.

„Wir hatten ideale Bedingungen“, waren sich der veranstaltende MC Dießen und die Mountainbiker einig. Sommerliche, aber nicht zu warme Temperaturen und, neu, ein kleiner Schauer am Nachmittag sorgten für gute Laune im Start- und Zielbereich in Wengen. Die ausgelassene Stimmung zeigte sich auch am Ende der zwölfstündigen Tortur bei den verschiedenen Jubelvarianten. Einer stoppte kurz vor der Ziellinie, um sein Rad hochzustemmen und es ins Ziel zu tragen. Ein anderer wurde sofort hinter dem Zielstrich vom Teamkollegen mit einem alkoholfreien Weißbier empfangen. Die „Pedaldapper“ aus Peißenberg toppten aber alles. Sie begrüßten ihre Mitradler unter dem Zielbogen mit einer Sektfontäne.

12 Stunden um den Schatzberg

„Das war ein geiles Rennen“, strahlte auch Oswald Ehrmann (toMotion Racing) der den 7,8 Kilometer langen Parcour mit knapp 130 Höhenmetern 37 Mal umrundete und damit die Einzelwertung der Herren knapp vor Christian Meyer (Veloteam Landshut) gewann. Zum Vergleich der zweifache Sieger Michael Kalivoda, der diesmal nicht am Start war, kam im vergangenen Jahr auf 36 Runden.

Strecke geändert

„Wir haben die Strecke aber auch etwas geändert“, erklärte Helmut Bischeltsrieder (MCD). Nachdem es zuletzt Kritik an der Wechselzone gab – die Starter kamen 2014 bergab viel zu schnell an – wurde wieder wie bei der Premiere vor zwei Jahren aus der anderen Richtung in den Wechselbereich gefahren und da ging es leicht bergauf. Für diese Änderung musste unterwegs eine Kreuzung gleich hinter dem Fahrerlager eingebaut werden, bei der sich die hinaus- und hereinradelnden Biker kurz begegneten. Die Passage erwies sich als problemlos.

Auf dem zum Teil anspruchsvollen Geläuf mit Schotterstraßen, Waldwegen und Asphaltstrecken blieben Stürze aber nicht aus. „Die verliefen aber alle bis auf ein paar Schürfwunden glimpflich“, berichtete Bischeltsrieder. Mensch und Ma- terial wurden bei der „12-Stunden-Tor-Tour“ trotzdem ordentlich auf die Probe gestellt. Bei den Radlern half dagegen das stets gut besuchte Massagezelt, die zahlreichen Platten behandelte die Sportschmiede. Ein Teilnehmer kam gar im Laufschritt ins Ziel – in der einen Hand sein Hinterrad in der anderen das restliche Bike“. Auch diese Panne konnte von den Spezialisten behoben werden, so dass es materialbedingt keine Ausfälle gab.

Auch an die Versorgung der Teilnehmer dachte der MCD. Fast 1000 Käse- und Wurstsemmeln, Kiloweise Nudeln und Obst stellte das 60-köpfige Helferteam zur Verfügung, um so die leeren Kalorienspeicher aufzufüllen. Die richtige Verpflegung auch mit Getränken, war wichtig, um die schnellen Rundenzeiten von regelmäßig unter 20 Minuten zu erreichen.

Besonders gut gelang dies dem Herrenquartett vom Isar-Loisach Express mit Peter Sperlinger, Paul Duckeck, Thomas Kletzenbauer und Christian Sacher. Sie erstrampelten sich 42 Runden, ein Bestwert, der selbst von den Sechserteams nicht übertroffen wurde. Eine Runde weniger schaffte das Team Hardys aus Landsberg mit Holger Pirzl, Tim Weismantel, Marco Baumann und Nina Gunther. Auch ein Zweierteam kam auf die starken 41 Runden. Manuel Tanzer und Alexander Wagner (Team Vaude-Sponser & Radsport Lerf) gewannen den Zweierbewerb damit souverän.

Rasende Herzen

Richtig eng ging es dagegen beim Zweier-Mixed zu. Drei Duos lieferten sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf Rennen bei dem letztlich Romy Schmid und Yves Ketterer (Bikesportworld.de) die Nase vorne hatten. Die Zweiten und Dritten kamen wie sie mit 36 Runden ins Ziel. Bei den Sechser- teams Herren gewann mit der Rad Union Unterland (40 Runden) eine Truppe aus Österreich. Die Sechserteams Damen entschieden die „Rasenden Herzen“ für sich, die bei der Siegerehrung noch die Puste hatten, den lautesten Siegerjubel anzustimmen.

Freuen durfte sich auch die Stiftung „Radeln gegen Krebs“, für die über 1600 Euro gesammelt wurde. Dafür sorgte unter anderem auch eine Attraktion im Rahmenprogramm. Bei Airemotion wurden drei Besucher gegen eine Spende vom Kran nach oben befördert, um so aus der Vogelperspektive den Start- und Zielbereich zu überfliegen.

Das war aber nicht das einzig Neue bei der dritten Auflage des Moutainbike-Rennes. Ein eigens eingerichtetes WLAN-Netz sorgte dafür, dass die Teilnehmer auch im Fahrerlager ständig online die aktuellen Zwischenstände mit verfolgen konnten. „Das ist gut angekommen“, meinte Streckensprecher Tituts Fischer. „Ein super Rennen und toll organisiert“, gab es danach auch viel Lob von den Bikern an die Organisatoren.

Roland Halmel

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