Jetzt geht's in Viertelfinale

Die nächste Runde kann kommen

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Nach dem Sieg über Nürnberg nach Penaltyschießen treffen die Riverkings nun auf den Tabellenzweiten. Wer das sein wird, muss sich allerdings erst noch herausstellen.

Landsberg – Erst war es der Schiedsrichter, zum Schluss machten sich die Riverkings das Leben dann selbst schwer. Mit einem 5:4-Sieg nach Penaltyschießen schloss der HC Landsberg die Zwischenrunde der Eishockey-Bayernliga ab. Nach einer Woche Pause geht es ab 20. Februar ins Play-Off-Viertelfinale.

Wer erst nach 16 Minuten die Eishalle betrat, hätte meinen können, überharte Anfangsminuten verpasst zu haben: Sage und schreibe sechs Mann saßen zu diesem Zeitpunkt auf der Landsberger Strafbank, „lächerlich“ fand das nicht nur ein großer Teil der Zuschauer. 

Ab ins Viertelfinale

Selbst Nürnbergs Trainer Heinz Hallmeyer fand auf der Pressekonferenz deutliche Worte: „In diesem Spiel war überhaupt nichts drin, was eine solche Anzahl von Strafen ge- rechtfertigt hätte.“ Der Referee habe wohl nicht gewusst, dass die Nürnberger „Überzahl nicht spielen können“, so Hallmeyer mit einem Schmunzeln. „Zum Glück hat es diese Strafen nicht gegen uns gegeben, wir hätten ja sonst fast nicht mehr weiterspielen können.“ 

Tatsächlich waren die Franken erneut mit einer Minitruppe nach Landsberg gereist. Die elf Feldspieler hielten sich gegen die Riverkings – die mit vier kompletten Reihen antreten konnten – zwar durchaus wacker, lagen dann bis zur Spielmitte aber mit 1:4 im Rückstand, wobei die Gastgeber zweimal sogar in Unterzahl trafen. 

Nach den vier, allesamt sehenswert herausgespielten, Treffern ließen es die Riverkings etwas ruhiger angehen und wurden prompt noch dafür bestraft. Nach einigen Nachlässigkeiten in der Defensive arbeiteten sich die Nürnberger noch auf 4:4 heran, hatten in der Schlussphase dann aber Glück, als Dolezal binnen weniger Sekunden zweimal glänzend von Markus Kerber freigespielt wurde, die Scheibe aber nicht im Tor unterbrachte. 

Im Penaltyschießen hatte man das bessere Ende für sich, wobei sich als letzter Schütze ausgerechnet der erst 17-jährige Mika Reuter am abgezocktesten präsentierte. Die Riverkings hatten bereits vor der Partie als Gruppensieger festgestanden und so wollte Trainer Andreas Zeck sich auch nicht lange mit den „vereinzelten Fehlern in der Defensive“ aufhalten. „Das war die Zwischenrunde und die ist jetzt vorbei. Wir schauen jetzt nur noch auf die Play-Offs.“ In der nächsten Runde wisse man „ganz genau, wie wir zu spielen haben und das werden wir durchziehen.“ 

Wer der Gegner im Viertelfinale sein wird, ist nach zuletzt kuriosen Ergebnissen vor dem letzten Wochenende in der Gruppe A offener denn je. Die Riverkings treffen auf den Tabellenzweiten, das kann Höchstadt (derzeit 8 Punkte), Lindau, Miesbach (je 7) oder sogar noch Memmingen (6) werden. Zeck ist vor keinem der Kandidaten bange. „Wir haben gegen jeden Gegner die Chance auf den ein oder anderen Sieg“, sagt der Chefcoach. „Oft haben wir uns in dieser Saison gegen die besseren Mannschaften sogar etwas leichter getan.“ Jetzt gelte es, „auch den Kopf einzuschalten und nicht nur Gerenne zu zeigen.“ 

Da ein Aufstieg in die Oberliga derzeit keine Option für den HC Landsberg ist, kann man entspannt an die Sache herangehen und versuchen, als Bayernliga-Neuling noch für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. Da wird es dann auch zu verschmerzen sein, dass in punkto Schiedsrichter-Leistung nach Hallmeyers Einschätzung auch in den Play-Offs nicht mit Besserung zu rechnen ist. „Ich bin ja schon ein paar Jahre im Geschäft und sehe, dass die Liga jedes Jahr stärker wird, die Schiedsrichter aber immer langsamer und phlegmatischer.“ 

Tauche tatsächlich ein Talent auf, „pfeift es ein, zwei Jahre bei uns und ist dann weg zum DEB.“ Der Bayerische Eissport-Verband (BEV) wiederum weigert sich nach Informationen des KREISBOTEN auch bei Topspielen weiterhin kategorisch, Referees aus dem nationalen Verband einzusetzen.

Christoph Kruse

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