Neben der Kappe

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Ein Tor und eine Vorlage von Charly Fülla gegen Bogen reichten nicht, um dem formschwachen TSV Landsberg seinen zweiten Saisonsieg zu bescheren.

Landsberg – Das hatte sich Roland Krötz, Trainer der Landsberger Bayernliga-Fußballer, anders vorgestellt: Nach einem dürftigen 3:3 im Heimspiel gegen den TSV Bogen und einer 2:1-Auswärtsniederlage unter der Woche in Kottern steckt sein Team bereits früh in der Saison in den hinteren Gefilden der Tabelle fest. Vor allem der Auftritt am Samstag vor 360 Zuschauern im heimischen Hacker Pschorr Sportpark deckte einige Defizite im Umschaltspiel auf, die es dringend abzustellen gilt.

Krötz war nach der Partie bedient. „Ich bin sauer. Wir stehen schlecht und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Das war heute einfach zu wenig.“ Und tatsächlich – taktische Unzulänglichkeiten und Slapstick-Einlagen auf beiden Seiten kennzeichneten das Geschehen.

Den ersten folgenschweren Bock leistete sich Landsbergs Schlussmann Tobias Heiland, bei dem sich, wie schon in den vergangenen Wochen, Licht und Schatten munter abwechselten. Lukas Smarzoch hatte aus rund 25 Metern einfach mal draufgehalten, sein harmloser Versuch aus zentraler Position flutschte Heiland durch die Hände – 0:1 nach sechs Minuten.

Kurz darauf spielte Andreas Beinhofer den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand. Glück für Landsberg, dass die Pfeife von Schiedsrichter Ben-Erik Salb stumm bliebt (12.). Die Hausherren standen weiter neben sich, große Räume im Mittelfeld machten es Bogen einfach, die Kontrolle zu behalten.

„Wenn ein Spieler situationsbedingt verschiebt, verpassen es seine Nebenleute, nachzurücken“, ärgert sich Krötz. „Das sind Basics.“ Erst nach einer guten Viertelstunde näherte sich seine Elf dem gegnerischen Tor an, doch zunächst blieb Sebastian Bonfert hängen, dann fand eine Hereingabe von Sebastian Gilg nicht ihren Weg vors Gehäuse. Besser klappte es kurz darauf: Nach einer Ecke zog Jonas Meichelböck volley ab, sein Aufsetzer schlug zum 1:1 ein (21.). Sicherheit gab der Treffer aber nicht, defensiv arbeitete Landsberg weiter zu verschlafen.

In der 32. Minute verlor Lukas Greif den Ball und Nico Beigang tauchte allein vor Heiland auf, doch der Torhüter behielt die Oberhand. Nach einigen verunglückten Rettungsaktionen gelang Landsberg schließlich der Befreiungsschlag. Wenig später kam erneut Beigang freistehend zum Kopfball, diesmal rettete das Lattenkreuz (38.). Aus entsprechend heiterem Himmel gingen die Gastgeber erstmals in Führung: Bonfert verlagerte das Spiel überlegt nach außen, Gilgs Flanke verwertete Charly Fülla mit seinem ersten Saisontreffer (41.). Fülla hatte schon zuvor für Gefahr gesorgt, als sein Frei­stoß vor die Füße von Verteidiger Beinhofer fiel. Doch der Neuzugang traf das leere Tor nicht.

Führung verschenkt

Direkt nach Wiederanpfiff kam Bogen zum 2:2, bei einem Kopfball Beigangs stimmte Landsbergs Zuordnung vor dem eigenen Tor nicht (47.). Dass die Partie in der Folge nicht komplett kippte, hatten die Hausherren Fortuna zu verdanken und Schlussmann Heiland, der nach 58 Minuten in höchster Not gegen Tobias Richter parierte. Kurz darauf standen beide wieder im Fokus: Heiland legte Richter den Ball genau auf den Fuß, dieser spielte gedankenschnell in die Mitte, wo Beigang am völlig blanken Kasten vorbeischoss (73.). Hätte Bogen die zahlreichen Geschenke angenommen, wäre der Nachmittag aus Landsberger Sicht wohl arg ins Auge gegangen. „Wir haben sie immer wieder ins Spiel gebracht, Bogen hätte den Sack zwischendrin zumachen können“, fasst Krötz zusammen. Doch auch die Gäste hatten nicht ihren besten Tag erwischt.

Nach 74 Minuten unterlief Bogen ein böser Fehler in der Vorwärtsbewegung. Phi­lipp Siegwart, Fülla und Bonfert schnappten sich den Ball. Das Landsberger Trio nutzte seine Überzahl, am Ende war es Bonfert, der geschickt verzögerte und auf 3:2 stellte. Sollte trotz dürftiger Leistung also der zweite Saisonsieg gelingen?

Nein, denn in der 82. Minute fällte Julian Birkner seinen Gegenspieler Smarzoch im Sechzehner, Marco Jordan setzte den fälligen Strafstoß mittig in die Maschen. Kurz vor Abpfiff hätte Landsberg beinahe doch noch das glücklichere Ende für sich gehabt, doch Martin Hennebachs Kopfball prallte an den Pfosten. Durch das 3:3 wanderte ein Punkt aufs magere Landsberger Konto.

Nach sechs Spielen rangieren die Lech-Kicker auf Rang 15, denn auch die Mittwochspartie in Kottern war unerfreulich verlaufen. Mit einer 2:1-Niederlage im Gepäck war man aus dem Allgäu zurückgekehrt. „Durch die englischen Wochen fehlte uns zuletzt die Zeit, gezielt an Defiziten zu arbeiten“, bedauert Krötz. „Wir sind permanent im Abschlusstrainings-Modus“. Damit ist nun erst einmal Schluss, die Liga kehrt zu ihrem normalen Rhythmus zurück. Am kommenden Freitag gastieren die Landsberger beim FC Unterföhring, den Krötz als heißen Aufstiegs­aspiranten sieht. Ob der TSV Landsberg noch personell nachlegt, ist offen. „Wir sind dran, aber er ist schwierig.“ Bis Ende August bleibt das Transferfenster geöffnet.

Rasso Schorer

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