34 Strafminuten

HCL: Viel Zeit zum Nachdenken

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Selbst zuzuschreiben haben sich die Riverkings, hier Adrian Weis (links) und Ville Dollhofer (rechts), den Punktverlust am Wochenende – insgesamt saßen die Lechstädter 34 Minuten auf der Strafbank.

Landsberg – Mit einem 4:4 kehrten die Riverkings aus Oberstdorf zurück – „unter dem Strich sicher nicht das Ergebnis, das wir uns vorgestellt haben“, wie auch Trainer Topi Dollhofer sagt. Bei den Allgäuern hat man sich den Punktverlust allerdings zum Teil selbst zuzuschreiben.

Zwar erzielten die Landsberger drei ihrer vier Treffer im Powerplay, doch auch alle Gegentore fielen, als mindestens ein HCL-Akteur auf der Strafbank saß – und das war an diesem Abend zu oft der Fall. 34 Strafminuten sammelten die Riverkings und auch wenn einige Entscheidungen der Schiedsrichter fragwürdig waren, lässt der Coach das nicht gelten: „Wenn ich feststelle, dass kleinlich gepfiffen wird, muss ich mich spätestens nach einem Drittel darauf einstellen.“ Das gelang aber nicht und nicht zum ersten Mal zogen die Landsberger Fouls, die vorwiegend beim Hinterherlaufen entstehen. „Haken“, „Beinstellen“ und „Stockschlag“ standen zum Schluss am häufigsten auf dem Spielberichtsbogen.

Selber Schuld am Punktverlust

An der mangelnden Fitness der Landsberger dürfte das kaum liegen, Tophofer hat eher die Tendenz ausgemacht, „nicht mehr den Schritt mehr zu laufen.“ Mit den unnötigen und „nicht cleveren“ Fouls beraube man sich dann aber auch seiner Möglichkeiten. Tophofer: „Eine gute erste Reihe haben die meisten Mannschaften, mit drei ausgeglichenen Reihen ist man aber doch überlegen, zumindest, wenn man fünf gegen fünf spielt. Das waren wir wieder zu selten.“

Neu ist das Problem nicht „und es ist auch nicht so, dass wir das nicht ansprechen“, berichtet der Trainer. „Es gibt schon einige Spieler, bei denen ich darauf warte, dass das langsam auch ankommt.“ Dennoch hätte man auch in Oberstdorf durchaus gewinnen können. Da fehlte dann zum einen eine Portion Glück, zudem verfügt man im Moment nicht über die „abgezockten“ Stürmer, die noch in der vergangenen Saison entscheidende Tore machen. „Da haben wir einige Spiele in der Schlussphase noch gewonnen, das ist im Moment noch nicht so. Aber wir haben eine hohe Qualität in der Mannschaft, langfristig wird sich das auch durchsetzen“, meint Dollhofer, „in ein paar Monaten sind die jungen Spieler auch weiter, was das angeht.“

Die Erfolgserlebnisse und die Effizienz sollten sich für den HCL allerdings nicht nur seiner Meinung nach schon in den nächsten Wochen einstellen. 14 Minuspunkte hatten die Riverkings nach der gesamten vergangenen Saison zu Buche stehen, jetzt sind es schon neun, „eindeutig zuviel“. Für den Trainer ist der Dezember der entscheidende Monat der Saison, „da sollten wir jetzt nicht mehr viel liegenlassen.“ Dementsprechend könnten sich in den kommenden Wochen auch die Einsatzzeiten der Juniorenspieler ändern. Dollhofer und Junioren-Coach Alex Wedl sprechen regelmäßig ab, wer in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommt – die Zeit der Experimente dürfte fürs Erste aber beendet sein. „Wir haben jetzt auch alle mehrmals gesehen“, meint Topi Dollhofer. „Aber es kommen jetzt sehr wichtige Spiele und da könnten wir uns auf die fokussieren, die den besten Eindruck hinterlassen haben.“

Der Spielplan gibt dem Trainer der Riverkings recht: Als aktuell Dritter der Landesliga Süd/West spielt man an diesem Freitag (20 Uhr) zuhause gegen Bad Wörishofen (4.), eine Woche später erneut im Heimspiel gegen den souveränen Tabellenführer Pfronten, am 21. Dezember in Kempten (5.) und am 28. Dezember zuhause gegen Schongau (2.). Christoph Kruse


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