Stolz auf Olympioniken

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Olympia-Talkshow in der Dießener Schießstätte der Kgl. privil. Feuerschützengesellschaft: Elisabeth Stainer, Daniel Brodmeier, Jakob Stainer, Michael Janker und Bürgermeister Herbert Kirsch (v. links) plaudern über die Spiele von Rio.

Dießen – Aller guten Dinge sind Drei: Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde Daniel Brodmeier Fünfter. Dieses Jahr belegte er den undankbaren 4. Platz. Und bei der Olympiade 2020 in Tokio will er mindestens mit einer Bronze-Medaille im Dreistellungskampf zurückkommen. Das versprach der Sportschütze beim festlichen Empfang in der Dießener Schießstätte, zu der sein Verein, die „Kgl. privil. Feuerschützengesellschaft Dießen a. A. von 1420“ eingeladen hatte. Nicht nur ihm galt der Empfang, sondern auch Vereinskamerad Michael Janker, der mit dem Luftgewehr im Stehendanschlag Platz 29 in Rio erreichte.

Jakob Stainer, der rührige Schützenmeister der FSG Dießen, hatte den diesjährigen Freundschaftswettkampf mit der Schützengesellschaft Tell Erling-Andechs und D‘Herrschinger Wildschütz‘n zu einem Empfangsfest für die beiden Olympia-Teilnehmer ausgeweitet. Die FSG Dießen sei nämlich unglaublich stolz darauf, dass von den 17 nach Rio entsandten deutschen Schützen zwei aus Dießen kamen. Und die wurden anständig gefeiert von den zahlreichen Sportkameraden und Gästen, darunter Erlings Schützenmeister Dietmar Strauß und Herrschings Sportwart Matthias Pfaffenbauer. Und natürlich von Herbert Kirsch in seiner Doppelfunktion als Bürgermeister der Marktgemeinde Dießen und Schützenkommissar der FSG. Er sprach den beiden Olympioniken im Namen der Gemeinde seine Anerkennung aus und überreichte zwei Bierkrügerl. Dazu kamen noch zwei Maßkrug-Unikate der Töpferin Gabriele Buchner vom Dießener Keramikatelier Hudler, das seit vielen Jahren besondere Preise für die FGS gestaltet.

Bei einer Talkshow befragten Jakob Stainer und seine Frau Elisabeth, Jugendleiterin im Gau Ammersee der Bayerischen Schützenjugend, die beiden Rio-Teilnehmer über ihre Eindrücke bei den Olympischen Spielen. Daniel Brodmeier, mit 29 der Älteste im Deutschen Schützenkader, gab seiner Freude Ausdruck, dass man mit drei Gold- und einer Silber-Medaille nach der „Nullnummer“ in London eine tolle Werbung für den Schießsport vollbracht habe. Er hoffe, dass die Schützen jetzt bei den Medien nicht wieder in Vergessenheit geraten. Immerhin gebe es allein in Bayern 465.000 aktive Schützen. Es habe ihm und auch Michel Janker ungeheuer imponiert, dass jeder im deutschen Schützenlager über die Medaillen gejubelt habe, also keinerlei Neid aufgekommen ist.

Für Michael Janker gab es zwei Gänsehautmomente, einmal bei der Einkleidung in Hannover, als ihm seine Akkreditierung endgültig bewusst wurde. Und dann beim umjubelten Einmarsch der Nationen in das Maracana-Stadion. Und er erinnert sich gerne an einen Ausflug auf den Zuckerhut und eine Fahrt durch die Favelas. Seine Wohnung im Olympischen Dorf verglich er mit einer Tropfsteinhöhle, weil es ständig von der Decke tropfte und der Gips von den Wänden rieselte. Repariert wurde das erst zwei Tage vor Beendigung der Spiele, vorher hatte man nur Eimer aufgestellt.

Dießens Jugendleiterin Elisabeth Stainer, Mitentdeckerin und Förderin von Michael Janker, bezeichnete ihn und „Brodi“ Brodmeier als Vorbilder für die Schützenjugend und sprach ihre Hoffnung aus, dass noch viele Nachwuchsschützen in deren Fußstapfen treten werden. Dabei verriet sie „ganz aus Versehen“, dass Michael Janker, Polizeianwärter und Mitglied der Bayerischen Polizei-Sportfördergruppe, ab 1. November diesen Jahres für ein paar Wochen in der Inspektion Dießen eingesetzt wird. Wer also als Verkehrssünder das Pech hat, erwischt zu werden, hat gleichzeitig vielleicht das Glück, von einem echten Olympia-Teilnehmer verwarnt zu werden…

Bürgermeister Herbert Kirsch fühlte sich wohl im Kreise der „privilegierten Feuerschützen“, ist er doch seit seinem Amtsantritt 1996 deren Schützenkommissar. Das ist ein traditioneller Ehrenposten, der die Verbindung der Schützen zur Gemeinde hält und sie in den Belangen der Allgemeinheit zu vertreten hat. Schließlich unterliegen die Privilegierten wie zu Königs Zeiten dem Innenministerium und nicht der Aufsicht der Landratsämter wie eingetragene Vereine.

Dieter Roettig

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