Durchaus Luft nach oben

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Im Moment scheint die Kontinuität zu fehlen: Sowohl gegen Pfaffenhofen als auch gegen Germering mussten Wedl, Dolezal und Co. in die Verlängerung.

Landsberg – Ohne Penaltyschießen machen es die Riverkings zur Zeit nicht. Zum vierten Mal in Folge ging es beim Gastspiel in Germering in die Verlängerung – ebenso wie am Freitag im Heimspiel gegen Pfaffenhofen (5:4) behielt man mit 4:3 das bessere Ende für sich.

Mit vier Punkten aus dem Wochenende kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen. „Wir haben aus elf Spielen 16 Punkte, für uns als Aufsteiger passt das schon“, fasst Trainer Alex Wedl die Situation zusammen. Spielerisch ist er allerdings momentan nicht uneingeschränkt zufrieden. „Wir müssen schauen, dass wir jetzt Stabilität reinbekommen.“ Genauso sah es nach dem Heimsieg gegen Pfaffenhofen Co-Trainer Andreas Zeck, der für den (spielenden) Wedl an der Bande stand. „Bei uns fehlt die Kontinuität. Wir müssen unsere Leistung 60 Minuten aufs Eis bekommen und nicht nur 10 oder 20.“ 

Vorausgegangen war eine wechselhafte Partie, in der die Landsberger druckvoll loslegten. Noch keine vier Minuten waren gespielt, als es schon 2:0 für die Gastgeber hieß, die munter weiter auf das Gehäuse des ECP anliefen. Sehr zum Ärger von Trainer Topi Dollhofer, selbst mehrere Jahre Trainer der Riverkings. „Wir wussten, dass Landsberg schnell und aggressiv aus den Startlöchern durchkommt und haben trotzdem das erste Drittel verschlafen“, resümierte er. „Mit 2:0 waren wir noch gut bedient.“ Unerklärlicherweise schalteten die Landsberger zwei Gänge zurück, Pfaffenhofen kam noch vor der Pause zum 2:1 und zusehends besser ins Spiel. 

Dem HCL gelang phasenweise fast gar nichts mehr. „Nach dem zweiten Drittel hätte es dann auch höher als 2:3 stehen können“, so Zeck. Dollhofer: „Da haben wir es versäumt, den Sack zuzumachen und einfach zuviele Chancen liegen lassen.“ Zwar erhöhten die Icehogs noch auf 2:4, aber danach kämpften sich die Gastgeber zur Freude der 550 Zuschauer in die Partie zurück. „Wir haben uns dann noch einmal zusammengerissen“, so Wedl – der Lohn war der Ausgleich zum 4:4. „Wobei man sagen muss, dass Pfaffenhofen ab dem zweiten Drittel auch gut gespielt hat.“ Das kann man vom Sonntagsgegner Germering nur eingeschränkt behaupten. Die nur 240 Zuschauer, davon über die Hälfte aus Landsberg, sahen eine insgesamt mäßige Bayernliga-Partie, die von Fehlern geprägt war. 

Nicht genug Druck 

Die Mehrzahl der Tore entstand auf beiden Seiten aus geglückten Einzelaktionen, wie bei Schmelchers Gewaltschuss zur Landsberger Führung und den beiden Nachschusstreffern von Fischer und Dolezal im Powerplay. Diesmal wurde die Begegnung aber zum Schluss hin eher noch zerfahrener, zumal der Plan der Riverkings nur begrenzt funktionierte. Mit 22 Spielern war man zum Derby gereist, um mit vier Reihen Druck ausüben zu können. „Das ist dann aber bei den vielen Strafzeiten nicht aufgegangen“, so der Trainer. 

Auf dem Kiecker? 

Daran hatte auch die schwache Schiedsrichterleistung ihren Anteil. Teilweise willkürlich schien der Referee Strafen zu verteilen, Ähnliches hatte man erst zwei Tage zuvor im Heimspiel gesehen – dort erhielt der Unparteiische sogar zweimal Kabinenbesuch vom Schiedsrichterbeobachter. Wedl blieb in beiden Spielen ruhig und sagt: „Ich habe mir vorgenommen, das nicht mehr zu kommentieren. Man scheint uns auf dem Kiecker zu haben, aber es bringt nichts, sich darüber aufzuregen.“ 

Während man die Leistung der Männer im gestreiften Trikot kaum beeinflussen kann, sehen die Trainer bei den eigenen Spielern durchaus noch Luft nach oben. „Wir kommen in Probleme, wenn wir nicht mehr laufen und nicht mehr arbeiten“, weiß Wedl. „Wenn’s nicht läuft, müssen wir auch einmal einfach spielen, dann kommt man irgendwann automatisch wieder ins Spiel.“ Dann sollte es auch mit dem Penaltyschießen erst einmal vorbei sein. 

Am Wochenende spielt man zweimal gegen den EHC 80 Nürnberg, der bislang erst zwei Punkte zu Buche stehen hat. „Da brauchen wir gar nicht drumrum zu reden, da müssen sechs Punkte her“, fordert der Trainer glatte Siege, „es zählt der Erfolg, aber vielleicht sehen wir ja auch ein schönes Spiel.“ Auch das Heimspiel gegen Germering am Freitag darauf sei ein Pflichtsieg. Sofern der Plan bis dahin aufgeht, habe man danach eine ganze Reihe von „Endspielen“ um die Qualifikation für die Play-Offs und damit den vorzeitigen Klassenerhalt. „Ich bleibe dabei, dass wir Platz fünf erreichen können. Wir haben dann acht Spiele gegen direkte Konkurrenten, wenn wir fünf davon gewinnen, sind wir dabei. Das wäre für uns als Aufsteiger natürlich ein riesiger Erfolg.“ 

Christoph Kruse

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