Nur ein Punkt!

Seltsame Ereignisse bei den Riverkings

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Wörishofens Robert Linke trifft zum 1:3 gegen Landsbergs Goalie Paul Kienle und sorgt schon für die vorzeitige Entscheidung im Landsberger Eisstadion.

Landsberg – Mit nur einem statt der angepeilten vier Punkte gingen die Riverkings aus dem Wochenende: Am Freitag musste man Bad Wörishofen mit 1:4 (1:0, 1:2, 0:2) den Vortritt lassen, zwei Tage später reichte es beim Tabellenelften in Trostberg bei irregulären Bedingungen nur zu einem 1:1.

Bei starkem Schneefall war schon nach wenigen Minuten kein Passspiel mehr möglich, „der Schnee war schon höher als der Puck“, so Trainer Topi Dollhofer. Die Gastgeber plädierten gegenüber den Schiedsrichtern dennoch für eine Fortsetzung der Partie, auch nach weiteren 30 Minuten – verständlich, denn das zwischenzeitliche 1:0 für die Landsberger durch Raymund Nickel wäre zu diesem Zeitpunkt in die Wertung eingegangen. Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse kann der Coach seiner Mannschaft aber einen Vorwurf nicht ersparen: „Im letzten Drittel waren wir wieder nicht clever genug und haben zu oft in Unterzahl gespielt“ – auch der Ausgleich fiel bei drei gegen fünf.

Chancen verschenkt

Allerdings hatte es zwei Tage zuvor noch mehr Anlass gegeben, sich zu ärgern. Fast 30 Minuten lang hatten die Riverkings Bad Wörishofen fast nach Belieben dominiert. Dann allerdings ereigneten sich seltsame Dinge im Landsberger Eisstadion. „Wir betreiben immer wieder einen enorm hohen Aufwand, um nur ein Tor zu erzielen und machen es dem Gegner dann viel zu leicht“, ärgert sich der Coach. Das war auch gegen Bad Wörishofen exemplarisch zu verfolgen: Zunächst erarbeitete man sich zwar noch Chancen, verlor dabei aber bereits zusehends die Ordnung im Defensivspiel und wurde immer konteranfälliger. Dann durfte Wörishofens Linke nach einer eklatanten Lücke in der Landsberger Hintermannschaft alleine auf Kienle zulaufen und verlud ihn zum 1:1. 40 Sekunden danach stimmte die Zuordnung erneut nicht, Franz Schmidt fand sich meterweit neben dem verbliebenen HCL-Verteidiger alleine mit der Scheibe an der blauen Linie wieder und ließ Kienle erneut keine Chance – 1:2 (38.). Die Gäste hatten das Spiel nun in der Hand. Bei einem erneuten Konter setzte sich ein Landsberger Verteidiger aufs Eis, Kohlhund dankte und schoss zum 1:3 ein (43.). Das war an diesem Abend bereits die vorzeitige Entscheidung, denn der HCL kam nicht mehr ins Spiel zurück, ganz im Gegenteil: Ville Dollhofer verabschiedete sich vorzeitig mit 2+10 Minuten in die Kabine, Alex Wedl folgte ihm zehn Minuten vor Schluss, als er vernehmlich reklamierte, nachdem Walther das 1:4 erzielt hatte. Dass die Spiele immer wieder ähnlich laufen und der HCL bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zwölf Minuspunkte auf dem Konto stehen hat, ist für den Trainer aber durchaus erklärlich – offenbar gehen nicht alle HCL-Akteure mit dem gleichen Engagement an ihre Aufgabe heran. „Wir hatten am Dienstag neun Leute im Training, am Mittwoch zehn“, so Topi Dollhofer. „Da müssen sich einige durchaus fragen lassen, ob sie die Sache so ernst nehmen wie diejenigen, die teilweise von auswärts bei jedem Wetter zum Training fahren.“ In Trostberg schlug dann auch wieder einmal der Auswärts-Virus zu. Mit nur 13 Feldspielern machte sich der HCL auf den Weg in Richtung bayerisch-österreichische Grenze auf. Auf Nachfrage will Dollhofer „keinem Spieler unterstellen, dass er Ausreden sucht“, angesichts eines Kaders von 30 Spielern ist aber auch für ihn frustrierend, dass man weder im Training noch bei den Auswärtsspielen im Moment eine ordentliche Mannschaftsstärke erreicht. Dollhofer sehe eigentlich viel Talent in der Mannschaft. „Aber leider reicht Talent alleine nicht aus.“ In diesen entscheidenden Spielen sei es auch wichtig, „einmal das Heft in die Hand zu nehmen. Spieler, die das tun, haben wir im Moment zu wenig. Wir haben Leute wie Simmler, Guggenmos oder Endres zwar teilweise ersetzt, wir haben Leute, die so schnell laufen und schießen können. Die Mentalität haben sie aber teilweise nicht.“ Genau das wird aber am kommenden Freitag gefragt sein. Um 20 Uhr gastiert der souveräne Tabellenführer aus Pfronten in Landsberg. „Wenn wir Mannsbild genug sind, uns auf solche Gegner zu freuen und in den wichtigen Spielen aufs Eis zu bringen, was wir können, haben wir auch eine Chance, gegen Pfronten zu bestehen.“  Christoph Kruse

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