Patzer ohne große Folgen

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Da platzte HCL-Coach Alex Wedl schier der Kragen: Kurz vor Schluss verlässt Keeper Christoph Schedlbauer zugunsten eines weiteren Feldspielers das Bad Wörishofener Eis, da hagelt es die nächste Zeitstrafe für die Riverkings.

Landsberg – An die Auftritte in Bad Wörishofen hatte man schon zuvor beim HC Landsberg nicht die besten Erinnerungen und auch diesmal bekleckerte man sich nicht mit Ruhm. Nach einer nur teilweise überzeugenden Vorstellung unterlagen die Riverkings mit 2:3. Allerdings patzten auch die Verfolger.

Die Play-Offs zur Bayernliga dürften dem HCL trotz der Niederlage kaum noch zu nehmen sein, denn die Konkurrenz stolperte am Wochenende teilweise überraschend: Sowohl Geretsried (1:3 gegen Fürstenfeldbruck) als auch Bad Aibling (5:7 in Burgau) verloren ihre Spiele, Pfronten holte nur zwei Punkte gegen Schongau. 

Die Landsberger wiederum kamen bei den Wölfen ebenfalls nicht richtig ins Spiel, was möglicherweise auch an der Besetzung gelegen haben mag. Mar­kus Rohde, am Vortag 35 Jahre alt geworden, war in Landsberg geblieben und Trainer Alex Wedl hatte auch die Junioren-Spieler nicht mit zum Derby genommen. So trat man mit nur fünf Verteidigern und acht Stürmern in Wörishofen an; die immer wieder umgestellten An­griffsreihen fanden nie richtig zusammen. 

Obwohl mehrere Akteure weit von ihrer Bestform entfernt waren, kamen die Riverkings phasenweise durchaus zu guten Gelegenheiten. An diesem Tag präsentierte man sich allerdings im Abschluss alles andere als konsequent und stellte Andreas Nick im Bad Wörishofer Tor zu selten vor echte Probleme. Auf der anderen Seite musste Christoph Schedlbauer des öfteren bei brenzligen Situationen eingreifen. 

Daran hatten allerdings auch die Schiedsrichter ihren Anteil. Während die Landsberger Spieler mit Undiszipliniertheiten und unnötigen Fouls zwar durchaus selbst ihren Anteil beitrugen, sorgten die Unparteiischen mit teilweise haar­sträubenden Fehlentscheidungen für den Rest. Als bereits im ersten Drittel nacheinander mehrere Akteure der Riverkings von ihren Gegenspielern in die Bande gefahren wurden, sahen die beiden an diesem Tag überforderten Referees großzügig weg, schickten aber die Landsberger Spieler gleich dreimal im Doppelpack auf die Strafbank. Beim ersten doppelten Überzahlspiel brachten die Gastgeber zwar noch nichts zustande, doch in den Schlussminuten des Anfangsabschnitts ging den verbliebenen drei HCL-Akteuren dann doch die Kraft aus – die Wölfe trafen zweimal. Auch das 3:0 nach 34 Minuten fiel folgerichtig, als erneut ein Landsberger auf der Strafbank saß. Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten und einer Fehlpassflut im Spielaufbau der Riverkings sah das bereits nach der Entscheidung zugunsten der Gastgeber aus, doch der HCL kämpfte sich zurück ins Spiel. 

Knoten geplatzt 

Allerdings hatten die Standard-Torschützen an diesem Tag offenbar das Visier nicht richtig eingestellt. Trotz phasenweise drückender Überlegenheit war man vor dem Tor nur selten zwingend und im Abschluss nicht konsequent genug. Erst in der 40. Minute platzte der Knoten. Nach einem sehenswert vorbereiteten Überzahlkonter verwertete Dominic Kerber nach einem Schuss von Gäbelein den Abpraller vor dem leeren Tor zum 3:1. Als derselbe Spieler sechs Minuten vor Schluss noch auf 3:2 verkürzte, schien die Wende doch noch möglich zu sein. 

Wie dann daraus doch nichts wurde, war symptomatisch für diesen Tag: Als Schedlbauer bereits für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis gegangen war, kassierte Mitch Feike eineinhalb Minuten vor Schluss eine weitere Strafe. Anschließend vertändelten die Riverkings im Aufbau dann auch noch zweimal leichtfertig und scheinbar unkonzentriert die Scheibe. Die Schiedsrichter wollten offenbar ebenfalls nicht vom Eis gehen, ohne eine weitere Kuriosität abgeliefert zu haben: Nach einem Abseitstor der Wölfe kreierten sie eine neue Regel und entschieden auf Bully im Landsberger Drittel; spätestens damit waren acht Sekunden vor Schluss die Messen gelesen. 

HCL-Hochrechnung 

Dass sich auch die Konkurrenz an diesem Spieltag nicht sonderlich geschickt anstellte, brachte den HCL trotz des Ausrutschers ein weiteres Stück in Richtung Play-Offs. Bei vier noch ausstehenden Spielen sind noch maximal zwölf Punkte zu vergeben, acht Zähler beträgt dabei inzwischen der Vorsprung auf Rang 3. 

Als Tabellenerster könnten die Riverkings in den zwei Spielen zunächst auswärts antreten, auch dafür ist die Ausgangslage nicht schlecht: Geretsried liegt zwar nur drei Punkte hinter den Landsbergern, hat aber bereits ein Spiel mehr absolviert. Am vorletzten Spieltag (21. Februar, 20 Uhr) kommt es auf heimischem Eis zum direkten Aufeinandertreffen von Riverkings und Riverrats, spätestens dann dürfte es um die endgültige Top-Platzierung gehen. 

Zuvor steht für die Landsberger das dritte Auswärtsspiel in Folge an. Am Sonntag (18 Uhr) gastiert man in Oberstdorf – für Spannung dürfte angesichts der teils brisanten Spiele aus den Vorjahren auch dort gesorgt sein.

Christoph Kruse

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