Bonjour tristesse

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Auch für Sven Kresin nur schwer zu ertragen: Bei der Heimniederlage gegen Hankofen-Hailing ließ sein TSV Landsberg sämtliche Tugenden der letzten Monate vermissen.

Landsberg – Das war nix: Gegen die Fußballminimalisten von der SpVgg Hankofen-Hailing unterliefen Landsbergs Bayernligafußballern zu viele Fehler. Nach der bis dato schwächsten Saisonleistung und dem verdienten 0:2 schlichen die Spieler konsterniert vom Platz, während das Trainergespann versuchte, erste Schlüsse aus den zurückliegenden 90 Minuten zu ziehen.

TSV-Coach Sven Kresin war bedient und ging nach der Heimniederlage gegen Hankofen-Hailing ungewohnt hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. Doch über das Dargebotene konnte es auch schwerlich zwei Meinungen geben: „Das Laufverhalten einiger Spieler heute war nicht ausreichend.“ Acht Totalausfälle habe er ausgemacht, diese Hypothek sei auch gegen einen „biederen“ Gegner schlicht zu groß. Das gezeigte Engagement seiner Elf bereite ihm Bauchschmerzen und er werde seine Konsequenzen ziehen, doch gleichzeitig relativierte Kresin: „Ich will jetzt nach dem Spiel nichts übers Knie brechen.“ Sein Team sei für seine Fehler durch Hankofen-Hailing auch sehr brutal bestraft worden.

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Denn den deutlich besseren Start hatten eigentlich die Landsberger erwischt. Gleich nach Anpfiff verpasste Andreas Fülla eine gute Hereingabe nur knapp, in der 8. Minute stand Philipp Siegwart der vermeintlichen Führung im Weg, als er einen strammen Schuss von Rainer Storhas unfreiwillig abblockte. Es folgten drei weitere aussichtsreiche Gelegenheiten von Siegwart und eine von Stefan Strohhofer, das 1:0 schien im mit 190 Zuschauern nur spärlich besuchten Hacker Pschorr Sportpark nur eine Frage der Zeit.

Doch es kam anders: Bei einer Flanke der Gäste verteidigte die Hintermannschaft zu zaghaft, in der Mitte behinderten sich Schlussmann Tobias Heiland und seine Vorderleute gegenseitig. Nutznießer war Daniel Hofer, der die Kugel erlief und aus spitzem Winkel einnetzte. Der TSV verfiel nun in eine Mischung aus Lethargie und Aktionismus. Der ballführende Spieler wollte meist mit dem Kopf durch die Wand, doch die Kameraden zogen nicht recht mit.

Wer nach der Pause auf Besserung gehofft hatte, sah sich getäuscht: Landsberg agierte weiter pomadig, mehr als Stückwerk und technische Fehler waren an diesem Tag nicht drin. Symptomatisch das zweite Gegentor: Nach dem Ballgewinn unterlief Andreas Fülla ein Fehlpass, in die Vorwärtsbewegung des TSV hinein setzte Hankofen-Hailing den nächsten Nadelstich: Aus halbrechter Position schoss Christian Schedlbauer aus der Drehung ins lange Eck ein. Damit war die Messe so gut wie gelesen.

Die Hausherren zeigten sich weiter kopflos und viel zu ungenau am Ball, kein Spieler rief das Potenzial ab, mit dem die Kresin-Elf ihre Fans zu Saisonbeginn noch so verzückt hatte. Hankofen-Hailing schien dem 3:0 näher, als der TSV dem Anschluss. Der Abpfiff kam fast schon einer Erlösung gleich.

Noch lange nach Abpfiff steckten Kresin und Co Roland Krötz am Mittelkreis die Köpfe zusammen. Am Samstag soll beim Tabellenelften Kirchanschöring endlich die ersehnte Marke von 40 Punkten geknackt werden. Finden die Landsberger zu ihrer alten Stärke zurück, ein sicherlich machbares Unterfangen. Auch wenn der Trainer warnt: „Angesprochene Dinge greifen derzeit nicht. Unserem Gegner steht das Wasser bis zum Hals. In diesen Strudel wollen wir nicht mehr hineingeraten.“

Rasso Schorer

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