Toto-Pokal

TSV Landsberg zündet ein Feuerwerk

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Allen Grund ausgelassen zu jubeln hatten die Kicker des TSV Landsberg am Dienstag Abend: Der Bayernligist warf Regionalligist Illertissen mit 4:0 aus dem Toto-Pokal.

Landsberg – Dass der Bayernligist mit dem Mini-Etat den FV Illertissen aus dem Toto-Pokal werfen würde, wäre schon der Überraschung genug gewesen. Dass der TSV Landsberg beim 4:0 am Dienstag Abend dem Regionalligisten in allen Belangen überlegen war, riss die 400 Besucher im Hacker-Sportpark dann tatsächlich mit.

Der Verbandspokal ist bei vielen Amateurvereinen eine eher ungeliebte Zwangsaufgabe. Im – ohnehin von stressigen englischen Wochen geprägten – Hochsommer muss man sich unter der Woche messen; es kam schon zu skurrilen Vergleichen, bei denen in den ersten Runden beiden Teams die Absicht, auszuscheiden, klar anzusehen war.

Der FV Illertissen stellt dazu quasi einen Gegenentwurf dar. Zweimal in Folge spielte sich der Regionalligist zuletzt durch und schaffte es in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Lohn der Arbeit waren Spiele gegen die Bundesligisten Werder Bremen und Eintracht Frankfurt – und somit ein sechsstelliger Euro-Regen.

Ähnliches wird den Schwaben in der Saison 2016/17 auf jeden Fall verwehrt bleiben. Die Verantwortung dafür hat der TSV Landsberg, der in einem seiner besten Spiele seit langem den Illertissern, auch in der Höhe verdient, mit 4:0 sämtliche Ambitionen raubte.

Möglicherweise hat dazu die Aufstellung von FVI-Coach Holger Bachthaler beigetragen, der einigen Ersatzkräften vertraute. Es könnte aber auch sein, dass Muriz Salemovic auf Landsberger Seite mit den Ausschlag gab. Der 26-Jährige hatte erst vor wenigen Wochen nach längerem Überlegen ein lukratives Angebot aus Illertissen ausgeschlagen, geht stattdessen weiterhin für Landsberg aufs Feld und zeigte sich jetzt außerordentlich motiviert.

An fast jedem Vorstoß der von Beginn an dominierend auftretenden Landsberger war Salemovic beteiligt. Seinen Freistoß von rechts setzte Strohhofer an die Latte (6.), zweimal schickte der Mittelfeld-Akteur (obwohl immer wieder hart bis unfair bedrängt) Fülla steil. Im dritten Versuch passte es: der Landsberger Außenstürmer zog über links in den Strafraum und schloss souverän zum 1:0 ab.

Defensiv-Riegel

Die Gäste versuchten in der Folge zwar, mehr Druck aufzubauen, sahen sich aber einem höchst cleveren Landsberger Defensiv-Riegel gegenüber. Wochnik und der bärenstarke Gilg tauschten die Außenverteidigerpositionen, mit den rochierenden Storhas und Spannenberger sowie dem zunehmend nach hinten arbeitenden Siegwart wusste der Regionalligist sichtlich nichts mehr anzufangen.

Sieben Sekunden vor der Halbzeit sorgten dann die auffälligsten Akteure für eine Vorentscheidung: Ballgewinn Stor- has, sofort weiter zu Spannenberger, der zu Salemovic, der auf den rechten Flügel zu Gilg, Hereingabe zu Fülla, Direktablage auf Siegwart, trockener Abschluss zum 2:0 – ein Klassenunterschied war da höchstens in umgekehrter Hinsicht erkennbar.

Hätte der FVI in der zweiten Hälfte den Bock noch umstoßen wollen, hätte dazu am ehesten Ugur Kiral die Möglichkeit gehabt. Zweimal vergab der 22-jährige bullige Mittelstürmer zentral freistehend Kopfbälle aus kurzer Distanz, anschließend war die Luft bei Illertissen offensichtlich raus.

Stattdessen herrschte beim TSV Landsberg, der in den Zweikämpfen deutlich überlegen war, zusehends Spielfreude vor. Scheiterte Salemovic nach einem Solo gegen drei Mann in der 72. Minute über rechts noch an FVI-Keeper Anders, kam er schon 40 Sekunden später plötzlich über links in den Strafraum und schob lässig zum 3:0 ein. Der eingewechselte Detmar beseitigte mit dem 4:0 im Fallen (81.) alle Zweifel am Weiterkommen der Gastgeber.

"International"

Der neu gegründete TSV-Fanclub, der während der 90 Minuten für mächtig Kulisse sorgte, sang bereits von „internationalen Auftritten“. Dahin wäre es für den TSV Landsberg allerdings noch ein weiter Weg. Nach drei Siegen im Pokal geht es jetzt in die zweite bayerische Hauptrunde. Sollte man sich dort durchsetzen, stünde man erst im Achtelfinale. Das heißt aber auch: Mit fünf Siegen winkt die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Damit wäre ein kompletter Saison-Etat bereits gesichert.

frk

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