"Mehr Ärger als Freude"

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Am Ende waren es anscheinend "viele Kleinigkeiten", die Trainer Alex Wedl dazu veranlassten, den Riverkings den Rücken zu kehren.

Landsberg – „Das Fass ist nach eineinhalb Jahren übergelaufen“: Alex Wedl spricht nach der Aufgabe seines Traineramtes beim HC Landsberg Klartext. „Die Zielsetzungen bei mir und im Vorstand waren einfach zu unterschiedlich.“

Der 45-Jährige hatte seit Beginn seines Engagements auch neben der Eisfläche viel Verantwortung übernommen. „Ich habe mich mit meinem Freund Frank Kurz sogar um Marketing und King's Room gekümmert. Im Nachhinein muss ich mir vielleicht sogar vorwerfen, dass ich zuviel gemacht habe.“ Auf der anderen Seite seien immer wieder Zusagen nicht eingehalten worden, die der Verein ihm gegeben habe. 

Sportlich habe er sich nichts vorzuwerfen, sagt Wedl. „Ich habe eine kaputte Landesliga-Mannschaft übernommen, die 2:10 gegen Forst verloren hat und beinahe noch abgestiegen wäre“, erinnert er sich. „Jetzt kratzen wir in der Bayernliga an den Play-Off-Plätzen.“ 

Im Umfeld hätten aber viele Kleinigkeiten nicht mehr gepasst, „ob das nun die Tatsache ist, dass wir inzwischen nur noch einen Betreuer auf der Bank haben oder andere Dinge, da ist nichts mehr vorwärtsgegangen.“ Er habe bereits seit einiger Zeit den Eindruck gehabt, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen, „wenn man dann mehr Ärger als Freude hat und wenn eine persönliche Geschichte daraus wird, muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen.“ 

Den Ausschlag gab für ihn nach eigener Aussage jetzt eine Vorstandssitzung, bei der er wegen seiner Doppelfunktion als Spieler und Trainer kritisiert wurde. „Ich bin für den Erfolg verantwortlich, wenn man mit meiner Arbeit nicht zufrieden gewesen wäre, hätte man mich rauswerfen müssen. Aber es geht nicht, dass sich der Vorstand jetzt auch noch ins Sportliche einmischt.“ 

Er hoffe, dass die Mannschaft jetzt keinen Knacks bekomme, so Alex Wedl, „mir tut es natürlich besonders leid wegen der Spieler, die wegen mir gekommen sind oder noch spielen und wegen der Leute im Verein und im Umfeld, die mich unterstützt haben.“ Ihm sei durchaus bewusst, dass einige das Gefühl haben könnten, er lasse sie im Stich, „aber bei mir ist der Akku jetzt einfach auch leer.“ Deswegen wird er sich vom Eishockey in der nächsten Zeit auch erst einmal fernhalten, „ich brauche jetzt sicher ein paar Tage, um mich zu erholen.“

Christoph Kruse

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