Die große Herausforderung naht

"Hauptsache, es regnet nicht!"

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Letzte Trainingseinheiten am Ammersee, dann startet die Mission „Ironman 70.3-WM“: Claudia Bregulla-Linke reist am kommenden Montag zur Weltmeisterschaft nach Australien.

Utting – Sie ist ein Tausendsassa des schnellen Ausdauersports und auf vielen Bühnen zuhause, im Winter ebenso wie im Sommer, im Wasser ebenso wie auf Asphalt, tiefem Geläuf oder kaltem Schnee: Dr. Claudia Bregulla-Linke. Während es andere Sportler in ihrem Alter lieber etwas gemütlicher angehen, ist ihr Erfolgshunger fast nicht zu stillen. Hier ein Meistertitel im Triathlon, dort einer im Inline-Speedskaten auf der Langstrecke und dann wieder der Sieg beim Megathlon am Bodensee. Am 4. September steht die 49-Jährige aus Utting vor einer besonders großen Herausforderung: Ironman 70.3-Weltmeisterschaft in Australien. Der KREISBOTE sprach mit Bregulla-Linke über dieses Highlight.

Frau Bregulla-Linke, Sie jagen von einem Erfolg zum anderen, wird man da nicht mal müde? 

Bregulla-Linke: „Keine Spur. Ich habe riesigen Spaß am Wettkampfsport und kann mit meiner Erfahrung ganz gut einschätzen, wann ich mal eine Pause einlegen muss. Übrigens, ich heiße Claudia.“

Klar, Claudia. Aber demnächst steht eine Weltmeisterschaft an und Du hast gerade den megaanstrengenden Megathlon am Bodensee absolviert...

Bregulla-Linke: „Das passt schon, befinde mich ja gerade wieder in der aktiven Regeneration. Ich bestreite diese langen Wettkämpfe um die fünf Stunden auch zur Vorbereitung auf die WM, dazu noch ausgesuchte Triathlons über die Mitteldistanz. Und schließlich muss es die Olympische Distanz ebenfalls sein, denn die fördert die Spritzigkeit und Schnelligkeit.“

Verlierst Du da nicht den (Termin)Überblick?

Bregulla-Linke: „Keinesfalls, dafür habe ich einen exakten Trainings- und Wettkampfplan, dessen Höhepunkt die WM am 4. September ist.“

Bis dahin ist ja nicht mehr alllzuviel Zeit. Wann soll‘s denn losgehen?

Bregulla-Linke:  „Wir starten am kommenden Montag in Richtung Australien. Dort angekommen stehen zunächst Akklimatisierung und Sightseeing auf dem Programm. Danach geht es in Richtung Sunshine Coast in Queensland, wo leichte Trainingseinheiten und das Kennenlernen der Strecken am WM-Ort Mooloolaba geplant sind. Unmittelbar vor dem großen Tag heißt es dann die Muskelspannung zu erhöhen, um fit für den Wettkampf zu sein.“

Wer ist denn „Wir“?

Bregulla-Linke: „Das Family-­Team Bregulla Linke auf das ich sehr stolz bin. Mein Sohn Tobias und meine Ehemann Gerhard (Linke; d. Red.) sind dabei. Die beiden sind meine Trainer, Betreuer, Techniker und Berater in Personalunion. Das ist unglaublich viel wert, vor allem im Wettkampf – da muss man gut versorgt und informiert sein, was die Konkurrenz so macht. Natürlich ist auch ein Sponsor dabei immer sehr wichtig, da muss ich vor allem Erdinger alkoholfrei danken und natürlich Gerhard von Linke Officedesign für das Radsponsoring und die Betreuung über das ganze Jahr hinweg.“

Wie schätzt Du denn die Konkurrenz ein?

Bregulla-Linke: „Das ist schwer zu sagen, da man vielen WM-Teilnehmern während der Saison kaum begegnet. Und die Starterliste gibt da auch nicht allzuviel Aufschluss. Daraus kann ich nur entnehmen, dass es in meiner Altersklasse 80 Teilnehmerinnen sein werden. Sehr stark dürften die Konkurrentinnen aus den USA und Australien sein. National sehe ich in meiner Altersklasse unter anderem Birgit Bachmann von den Schongauer Triathleten.“

Einen WM-Titel hast Du Dir im Februar beim Wintertriathlon in Zeltweg schon geholt; soll jetzt ein weiterer dazukommen?

Bregulla-Linke: „Das wäre natürlich super. Aber soweit möchte ich jetzt nicht gehen. Bei den vier Weltmeisterschaften bisher lief es einmal nicht gut, da war ich nur 13. meiner Altersklasse, und dreimal unter den Top Ten. Da möchte ich mich jetzt gerne wieder sehen. Alles andere ergibt sich. Grundsätzlich aber gilt auch für diese WM: Dabeisein ist alles.“

Du startest in der Gruppe der 45- bis 49-Jährigen und bist, pardon, fast 50, musst also hauptsächlich gegen die Jungen starten...

Bregulla-Linke: „Das ist richtig und nicht gerade von Vorteil. Aber das ist ja nichts Neues für mich. Umso mehr freue ich mich dann, wenn ich die Jungen aufmischen und ganz vorne ein Wörtchen mitreden kann. Unabhängig davon sehe ich dem anstehenden 50. Geburtstag durchaus mit Freude entgegen. Dann bin ich nämlich in der nächsten Altersklasse und zähle selbst zu den Jungen.“

Lass uns doch mal über die Strecken sprechen: Was verbirgt sich denn hinter dem 70.3?

Bregulla-Linke: „Ganz einfach, das ist die Gesamtdistanz in Meilen. Der halbe Ironman geht über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. Macht zusammen 70.3 Meilen.“

Kennst Du die Strecken schon?

Bregulla-Linke: „Nur aus dem Internet. Bisher weiß ich gerade mal, dass wir im Meer einen Kilometer raus und dann wieder rein schwimmen. Die Radstrecke ins Back-Country ist ein wenig hügelig, mehr nicht; das liegt mir. Und gelaufen wird immer am Strand entlang, was zumindest eine ,kühle Brise‘ verspricht.“

Apropos kühle Brise: Bei Australien denkt jeder an brütende Hitze. 

Bregulla-Linke: „So schlimm wird es nicht werden. Anfang September ist dort quasi Frühling, und die Temperaturen dürften in etwa so sein wie derzeit bei uns. Ich komme mit der Hitze recht gut zurecht, so knapp 30 Grad wären super. Hauptsache, es regnet nicht.“

Wie umfangreich war und ist Dein Trainingspensum?

Bregulla-Linke: „Im Moment ist es noch sehr hoch, zwischen 20 und 25 Stunden radeln, laufen und schwimmen. Mit dem Thema Ernährung habe ich mich auch intensiv beschäftigt und diese ein wenig umgestellt, um für das Projekt Ironman70.3 gewappnet zu sein.“

Schon aufgeregt?

Bregulla-Linke: „Aufgeregt nicht, dass kommt noch früh genug, aber die Vorfreude und der Respekt vor so einem bedeutenden Wettbewerb ist schon riesengroß. Immerhin ist es eine Weltmeisterschaft und wenn ich daran denke, bekomme ich gleich wieder eine Gänsehaut.“

Der KREISBOTE wünscht Dir viel Erfolg bei der Ironman 70.3-Weltmeisterschaft!

Toni Schwaiger

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