Landsberg verliert weiter an Boden

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Sebastian Nichelmann und der TSV Landsberg müssen sich derzeit strecken, um den Anschluss an gesicherte Gefilde der Tabelle nicht abreißen zu lassen.

Landsberg – Der TSV Landsberg tritt in der Tabelle der Bayernliga auf der Stelle. Gegen Aufsteiger Ismaning lag die Krötz-Truppe zweimal zurück, sicherte sich durch einen Treffer von Rainer Storhas in der 88. Minute aber einen Zähler. Doch richtige Freude über das späte 2:2 kommt nicht auf, der Frust über vermeidbare Gegentreffer und fehlende Durchschlagskraft überwiegt. Durch das dritte Remis am Stück fallen die Lech-Kicker mit Rang 14 auf einen Relegationsplatz zurück.

„Der eine Punkt ist zu wenig“, ärgert sich TSV-Trainer Roland Krötz nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie. Und er benennt Gründe für die Durststrecke: „Wir spielen nicht zielstrebig genug nach vorne. Bei Ballverlusten fehlt uns im Umschalten die Orientierung, um den Konter zu unterbinden.“ Symptomatisch dafür ist das 1:2 Ismanings in der 79. Minute am vergangenen Samstag: Landsberg vertändelt den Ball, kurz danach schlägt es hinter Schlussmann Tobias Heiland ein. Mijo Stijepic hatte im ersten Versuch nur den Pfosten getroffen, Manuel Ring schiebt den Abpraller über die Linie. Ärgerlich, denn „zuvor waren wir stark auf das 2:1 aus“, bedauert Krötz, dessen Mannschaft gut ins Spiel gefunden hatte.

„Die ersten zehn Minuten waren wir am Drücker“, findet der Coach. Doch den ersten Stich machen die Gäste. Bei einem hohen Ball behindern sich gleich beide Landsberger Innenverteidiger gegenseitig, Heiland, der sich beim Herauslaufen verschätzt, gibt eine ebenso unglückliche Figur ab. Luan da Costa Barros erkennt die Lücke und nutzt die Situation zu seinen Gunsten – 0:1 (10.). Wieder gerät der TSV ins Hintertreffen.

Doch die große Chance zum Ausgleich ergibt sich schnell, als Daniel Jais im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt wird und Referee Lothar Ostheimer auf Strafstoß erkennt. Jonas Meichelböck tritt an, Gegenüber Florian Preußer erahnt aber die Ecke und pariert (14.).

Bis zur Pause tut sich nicht mehr viel. Landsberg spielt ansatzweise gefällig, doch ohne zündende Ideen und leistet sich zu viele einfache Ballverluste. Erst nach dem Seitenwechsel platzt der Knoten, eine feine Einzelleistung Sebastian Bonferts, der sich gegen drei Bewacher durchsetzt und ins lange Eck schlenzt, bringt das 1:1 (61.), das aber nur bis zum erneuten Rückstand Bestand hat. „Unsere Fehler werden im Moment knallhart bestraft“, hadert Krötz. Doch das letzte Wort hat sein Team. Einen cleveren Pass durch die Schnittstelle erläuft Storhas, der zwei Gegenspieler stehen lässt und das Leder in die Maschen lupft.

Die drohende Nullnummer ist damit abgewendet, dennoch wird die Luft in der Tabelle wieder dünner. Und auch wenn der TSV in den vergangenen Spielen Herz und Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt hat, weiß Krötz: „Die permanenten Rückstände nagen an der Moral.“ Eine gefährliche Gemengelage also, der nur mit einem Sieg beizukommen ist. Zumal ab Beginn der Rückrunde wieder vermehrt Aufeinandertreffen mit den Teams der oberen Tabellenhälfte anstehen. Doch am Samstag geht es erst einmal zu Schlusslicht Wolfratshausen, vor dem der Trainer aber warnt: „Sie haben den Abstiegskampf voll angenommen.“ Außerdem neigten die Gastgeber dazu, Spiele auf den engeren Nebenplatz mit Kunstrasen zu verlegen. „Hoffentlich sind sie so fair und setzen uns frühzeitig in Kenntnis“, wünscht sich Krötz, der möglicherweise auf Mittelfeldmotor Bonfert verzichten muss. Er laboriert an einer Oberschenkelzerrung.

Rasso Schorer

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