Im "Niemandsland"

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Sebastian Nuscheler schoss zwar gegen Hankofen-Hailing den Ausgleichstreffer, ob er am Samstag aber von Anfang an dabei ist, ist noch unklar.

Landsberg – Sven Kresin hatte es beinahe geahnt: „Ich hatte schon am Morgen irgendwie ein komisches Gefühl“, sagt der Trainer der TSV-Fußballer nach der 1:3-Niederlage bei der SpVgg Hankofen-Hailing. Die Landsberger bleiben dennoch weiter Tabellenführer der Bayernliga, jetzt punktgleich mit Unterföhring.

In Niederbayern gab es den ersten „Nuller“ seit dem 0:2 in Pipinsried – und das datiert bis zum 2. August zurück. Dementsprechend ordnet Kresin die Schlappe auch ein. „Man kann unsere Leistung sicher kritisieren, aber man muss auch schauen, auf welchem Niveau das passiert. Wir stehen nach zehn Spielen mit 20 Punkten auf Platz eins.“ 

Daraus, dass ihn an der Partie in Hankofen durchaus einiges gestört hat, macht der 39-Jährige wiederum auch keinen Hehl. „Wir haben nicht durchgebracht, was wir vorhatten“, so der Übungsleiter, „vor allem bei Standards haben wir hinten diesmal richtig schlecht verteidigt. Aber auch vorne waren wir zu selten gefährlich, wir haben wenig zweite Bälle bekommen.“ Wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen ließ man dem Gegner zudem im Mittelfeld immer wieder zuviel Platz. Kresin: „Da haben wir Hankofen schön geholfen. Beim 1:0 schauen wir einfach zu, wie die sich im Niemandsland die Bälle zuschieben.“ 

Die bis dahin sieglosen Gastgeber bedankten sich auf ihre Weise und spielten Granit Belalli frei, der nach 20 Minuten zur Führung einschoss. Trotzdem hätte der TSV die Niederlage ohne weiteres noch vermeiden können. Nach dem 1:1-Ausgleich durch Nuscheler (38.) kam man zu einigen Gelegenheiten. Die beste davon vergab Fülla eine Minute vor der Pause. Der Stürmer verschoss einen Foulelfmeter – nach Storhas, Spannenberger und Gilg ist er bereits der vierte TSV-Akteur in Folge, der vom Punkt vergibt. „Da sind Elfmeter dabei, die ich einfach nicht verstehe“, sagt Sven Kresin. „Alle, die bis jetzt geschossen haben, haben eine blendende Technik. Da muss man einfach das 2:1 machen. Hankofen hat schon einige gute Spieler, aber trotz- dem wären die danach erledigt gewesen.“ Stattdessen gingen die Hausherren kurz nach der Halbzeit wieder in Führung; diesmal hatte auch TSV-Torhüter Heiland seinen Anteil. Nachdem er „Torwart“ rief, blieben seine Verteidiger vom Ball weg – der Keeper selbst kam allerdings auch nicht ans Spielgerät, Burmberger nutzte die Verwirrung und köpfte unbedrängt ein. 

Spätestens nach dem 3:1 durch Biermeier war die Partie dann endgültig gelaufen. Unter dem Strich habe man verdient verloren, analysiert der Trainer, da man defensiv an diesem Tag zu viele Standards zugelassen habe. „Ich betrachte das als Teil zwei der Lernphase, auch für mich. Ich habe wieder einiges mitgenommen, was sich sicher im Training niederschlagen wird.“ 

Die Frage auf der Pressekonferenz in Hankofen, was die Niederlage für etwaige Regionalliga-Ambitionen in Landsberg bedeuten würde, beant- wortet Kresin aber weiter nur mit einem Lächeln. „Über so etwas reden wir gar nicht. Wir schauen, dass wir so schnell wie möglich 43 Punkte gegen den Abstieg zusammenbekommen und fertig. Danach sehen wir weiter.“ 

Die nächsten drei Zähler auf diesem Weg soll möglichst am Samstag (14 Uhr) die SV Kirchanschöring im Hacker-Sportpark abliefern. Kresin ist froh, dass er dann wieder auf Storhas zurückgreifen kann, der zuletzt zwei Spiele gesperrt war. „Dass er zurückkommt, hilft uns sicher.“ Ob Angreifer Sebastian Nuscheler ebenfalls von Anfang an eingreifen darf, ist dagegen trotz seines Treffers in Hankofen offen. „Er ist zwar weiter als gedacht“, meint sein Coach nach der langen beruflichen Sommerpause des 25-Jährigen, „aber ich glaube, er wird noch viel Zeit brauchen, bis er wieder sein Top-Niveau erreicht hat.“ 

Selbiges vermisste er zuletzt auch hin und wieder bei einigen seiner Defensivkräfte und warnt deshalb: „Wenn wir nicht sauber verteidigen, kriegen wir nicht nur mit Kirchanschöring, sondern in der Bayernliga mit jedem Gegner Probleme.“

Christoph Kruse

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