Fußball wird Nebensache

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Hart angepackt wurde vor allem Muriz Salemovic in Unterföhring – da geriet das Spiel auf einmal zur Nebensache.

Landsberg – Das Spiel geriet diesmal zur Nebensache. Nicht nur TSV-Trainer Sven Kresin war nach dem 1:2 in Unterföhring erbost über die Gangart des Gegners. „Wie da auf Muriz Salemovic losgegangen wurde, ist wirklich unterste Schublade“, sagt auch Toni Yildirim, Sportlicher Leiter der Landsberger.

Der TSV-Spielmacher hatte die Gäste noch in der 25. Minute aus spitzem Winkel in Führung gebracht und so mit Orhan Akkurt (Heimstetten) als Top-Torjäger gleichgezogen. Dass der 27-Jährige Dreh- und Angelpunkt im Landsberger Spiel ist, hatte sich aber natürlich schon zuvor bis Unterföhring herumgesprochen. Die Münchner Vorstädter ließen keine Gelegenheit aus, Salemovic hart bis unfair zu attackieren. 

Der negative Höhepunkt folgte kurz nach der Pause, als der Gegenspieler mit beiden Beinen voraus von der Seite in Salemovic hineinsprang. „Wenn Muriz nicht noch hochspringt, ist mit Sicherheit in dieser Situation irgend etwas gebrochen“, mutmaßt Yildirim, der Methode hinter diesem Vorgehen sieht. „Da gab es die klare Anweisung von der Bank, ihn mit einem solchen Foul aus dem Spiel zu nehmen. Das war ein Verhalten wie vor 25 Jahren.“ Der Schiedsrichter sah es anders, zückte lediglich die Gelbe Karte und meinte auf die Landsberger Beschwerden hin, das Einsteigen des Unterföhringers reiche „halt nicht für eine Rote“. Toni Yildirim: „Da bringt es mir auch nichts, wenn er sich nach dem Spiel für die Fehlentscheidung entschuldigt.“ 

Nicht eben sportlich gab man sich in der Szene auch beim FCU. Salemovic solle gefälligst wieder aufstehen und „nicht so markieren“, forderten Trainer und Ersatzspieler lautstark. „Es war ohnehin schon nicht druckreif und auf unterstem Niveau, was von da hineingerufen wurde, ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass man nach solchen Äußerungen vom Schiedsrichter weggeschickt wird.“ 

Beim TSV, der zuvor zweimal die Chance zur 2:0-Führung ausgelassen hatte, hinterließ das brutale Foul an Salemovic, der ausgewechselt werden musste, sichtlich Wirkung. „Die Mannschaft war anschließend wie benommen angesichts der Tatsache, dass man mit so etwas davonkommen kann“, sagt der Sportliche Leiter. Prompt kam Unterföhring zum Ausgleich (62.), als die Landsberger den Ball zum Gegner spielten und anschließend die Chance, zu klären, verstreichen ließen. 

Noch bitterer: Bereits 93 Minuten waren gespielt, als die Gastgeber noch einmal draufhielten, der Ball mehrfach abgefälscht wurde und Faber vor die Füße fiel, der zum 2:1-Endstand abstaubte. Damit nahm Unterföhring dem TSV die Tabellenführung ab – was in diesem Moment aber kaum einen der Landsberger interessierte. „Wir haben nicht viel zugelassen und mit zwei Ballverlusten das Spiel hergegeben“, sagt Yildirim. „Das ist nicht schlimm, man kann so ein Spiel auch einmal verlieren. Diesmal stand das Sportliche aber nicht mehr im Vordergrund.“ 

Der TSV hat eine Meldung beim Schiedsrichter-Obmann hinterlegt, man rechnet aber nicht damit, dass diese wirklich Auswirkungen hat. Wichtiger dürfte da sein, dass Salemovic am Montag vorsichtig wieder trainieren konnte, obwohl er noch Schmerzen in beiden Beinen hatte. 

Somit hofft man im Landsberger Lager, dass er dem TSV beim nächsten schweren Auswärtsspiel in Bogen (16 Uhr) helfen kann. Auch im Osten Bayerns wird gerne eine rustikale Gangart angeschlagen, wie auch Toni Yildirim weiß. „Dagegen ist im Prinzip ja nichts einzuwenden. Ich hoffe nur, dass es nicht wieder solche Szenen wie in Unterföhring gibt.“

Christoph Kruse

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