Weiter auf Erfolgskurs

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Sorgte für das 1:0 gegen Ruhmannsfelden: Thomas Spannenberger.

Landsberg – Der Höhenflug der Landsberger TSV-Fußballer geht weiter: Mit einem klaren 4:0 gegen Ruhmannsfelden behauptete man die Tabellenführung in der Bayernliga Süd. Jetzt wartet in Hankofen-Hailing im nächsten Duell gegen eine niederbayerische Mannschaft das Schlusslicht.

Trainer Sven Kresin macht keinen Hehl daraus, dass ihm und seiner Truppe der Spielplan in diesem Jahr einmal ausgesprochen entgegen kommt. „Wir müssten uns beim Verband eigentlich fast bedanken. Jetzt haben wir die ,Beinsteller’ als Gegner, danach kommen wieder Mannschaften, gegen die ich meine Spieler nicht groß zu motivieren brauche.“ 

Höhenflug hält an

Aber auch gegen den Aufsteiger fehlte es dem TSV nicht an der Einstellung; hoch konzentriert gingen die Gastgeber von Anfang an zu Werke und zeigten sich diesmal auch effizient in der Chancenverwertung. Mit einem schönen Pass auf Fülla nahm Salemovic den Abwehrverbund des Gegners auseinander, Spannenberger musste nach der Hereingabe nur noch zum 1:0 einschieben (12.). 

Der Torschütze verzichtete auf einen zweiten Treffer, als er einen abgefälschten Schuss von Siegwart neben sich zum 2:0 ins Tor kullern ließ (24.) und Spielgestalter Salemovic ließ dann mit einem weiteren sehenswerten Tor alle Hoffnungen der Gäste sterben: Nachdem der 26-Jährige den Ball zu Siegwart geschaufelt und von diesem zurückbekommen hatte, jagte er die Kugel aus 20 Metern von rechts über die Unterkante der Latte zum 3:0 ins Netz.

Auch am 4:0, direkt nach der Pause, war Salemovic beteiligt: Einen – eigentlich zu kurzen – Pass lenkte er sehenswert mit der Hacke weiter zu Siegwart, der trocken neben den linken Pfosten zum Endstand schlenzte (48.). Der TSV hätte das Ergebnis noch deutlich höher gestalten können, die beste Chance vergab Gilg vom Elfmeterpunkt nach gut einer Stun- de: Torhüter Fabian Scholz hatte Salemovic gelegt, hielt den Strafstoß dann aber spektakulär. Die Niederbayern wiederum hatten durchaus ihre Chancen, wussten diese aber nicht zu nutzen. 

Wittenzeller vergab zwei gute Gelegenheiten, gegen den starken Weidlich parierte Heiland zur Ecke (66.), der eingewechselte Weikl zielte freistehend links oben vorbei (84.). „Wir haben anfangs vor der Abwehr ein bisschen viel Platz gelassen, das habe ich in der Halbzeit auch deutlich angesprochen“, so die einzige Kritik von Kresin an der Vorstellung seiner Mannschaft, mit der er ansonsten sehr zufrieden war. „Offensiv sind wir mit Charly Fülla und Philipp Siegwart derzeit sehr gut aufgestellt, nach den beiden würde sich jeder Viertligist die Finger lecken. Bei gegnerischem Ballbesitz lassen wir uns inzwischen gut bis 30 oder 25 Meter vor unserem Tor fallen, spätestens an dieser Stelle geht dem Gegner dann der Plan aus, sogar eine Liga höher.“ 

Von der Regionalliga spricht der Coach ansonsten aber nicht, auch wenn er die Tabellenführung nicht ohne weiteres hergeben will. „Wer da oben steht, will da bleiben, das ist doch klar.“ Allerdings dürfe man den nächsten Gegner nicht unterschätzen. „Hankonfen hat als 18. noch weniger zu verlieren als Ruhmannsfelden, die stehen mit dem Rücken zur Wand“, warnt Kresin vor dem Auftritt im Niederbayerischen (Samstag, 16 Uhr). Der dortige Trainer Vitus Nagorny ist umstritten, vor wenigen Tagen verließen nach Differenzen zwei Spieler die Hankofener und wechselten zum Ligakonkurrenten nach Bogen. Kresin selbst wird aber ebenfalls nur mit einer „Rumpftruppe“ anreisen können, wie er sagt. Nachdem sich nun auch Detmar im Training das Kreuzband gerissen hat, fehlen in Hankofen neben den Verletzten Beqiri und Buschel außerdem Strohhofer, Storhas und Süli (alle beruflich). 

Der Coach setzt die Ziele deshalb nicht zu hoch an. „Wenn wir da mit einem Punkt zurückkommen und danach zuhause gegen Kirchanschöring wieder gewinnen, bin ich durchaus zu- frieden“, so der 39-Jährige. In den anschließenden Topspielen gegen Kottern, Unterföhring, Vilzing und Bogen könnte auch Sebastian Nuscheler das Team wieder verstärken. Nach seiner berufsbedingten Abwesenheit soll er jetzt wieder an die 1. Mannschaft herangeführt werden, „das bedeutet aber noch viel Arbeit für die Trainer und viel Schweiß für ihn“, sagt Kresin. Dann würde die Offensive in seiner Mannschaft noch variabler, wobei die Truppe ohnehin bereits eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber der Vorsaison aufweist.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, auch ich“, so Kresin, „ich bin deutlicher geworden und weise seit über einem Jahr immer wieder klar auf Dinge hin.“ Wenn die Spieler dann bei Paradevorstellungen wie gegen Illertissen oder Unterhaching sehr starke Leistungen abliefern, nähmen sie sich damit auch selbst in die Pflicht, meint der Ex-Profi. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie mit diesen Spielen die Messlatte selbst ein Stückchen höher gelegt haben.“ 

Die meisten Akteure scheinen diese Herausforderung offenbar angenommen zu haben – was nicht ohne Folgen bleibt. Kresin: „Natürlich wecken die Spieler mit diesem Erfolg auch Begehrlichkeiten. Ich sage ganz offen, dass wir mit unserem bisherigen Etat in der nächsten Saison sicher nicht so wie im Moment in der Bayernliga spielen können.“

Christoph Kruse

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