Traktor-Pulling als Publikumsmagnet

PS-Monster ziehen die Besucher an

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Der Star der Veranstaltung: Vor mehr als 1.000 Zuschauern gab der Case IH Quadtrac eine Kostprobe seiner schieren Kraft beim 3. Bremswagenziehen des MSC Reichling ab.

Reichling – Aufatmen war bei den Organisatoren des MSC Reichling angesagt, als sie einen Blick auf die Zuschauermassen warfen, die sich das diesjährige „Traktor Pulling“ nicht entgehen lassen wollten. Mehr als 1.000 Neugierige waren gekommen, um dem Kräftemessen der PS-Protze beizuwohnen. Absolutes Highlight war der herbeigefieberte Auftritt des Case IH Quadtrac, der als weltgrößter Schlepper keinerlei Mühe hatte, den Bremswagen im „Full-Pull“ über die schlammige Piste zu wuchten.

Über sommerliche Temperaturen im Herbst durften sich die Zuschauer noch im Vorjahr beim Bremswagenziehen in Reichling freuen. Bei der jüngsten, der dritten Auflage des „Traktor-Pullings“ am vergangenen Wochenende, meinte es Petrus nicht ganz so gut mit den Veranstaltern vom MSC Reichling. Dauerregen am Vormittag sorgte für herbstliche Stimmung kurz nach Sommerbeginn und für lange Gesichter beim Organisationsteam um MSC-Chef Reinhold Graf. „Da kommen doch keine Leute“, malte er enttäuscht schwarz.

PS-Ungetüme in Reichling

Seine Befürchtungen bestätigten sich aber nicht. Trotz des trüben Wetters machten sich nach Ende der Regenschauer die Zuschauer in Massen auf den Weg zum Motocrossgelände des MSC. Der Andrang war zwischenzeitlich so groß, dass es sogar Parkplatzprobleme gab, da die dafür vorgesehenen angrenzenden Wiesen nicht genutzt werden konnten. Denn sie drohten, sich in Schlammwüsten zu verwandeln. Die Besucher, am Ende dürften es erneut weit über 1.000 gewesen sein, parkten so notgedrungen den halben Ort zu.

Publikum trotzt Wetter

„Ich hätte nie gedacht, dass so viele kommen“, zeigte sich Graf beim Blick auf die Kulisse, die mit festen Schuhwerk ausgerüstet in Dreierreihen an der Strecke stand oder das Geschehen auf den Ladeflächen von Anhängern und Lastwägen verfolgte, dann auch umso erleichterter.

„Der raucht aber ganz gewaltig“, meinte ein Knirps zu seinem Vater, als ein über 40 Jahre alter russischer Kirovetz an den Start ging. „Der hat keinen Rußpartikelfilter“, erklärte Moderator Gerhard Schelle mit einem Grinsen. Dafür brachte das Ungetüm, wie auch sein rund halb so alter Bruder in leuchtendem Gelb, die richtige Gewichtsverteilung mit, um den Bremswagen bis zum Ende der 100 Meter langen „Zugstrecke“ zu befördern.

Ein solcher „Full-Pull“, bei dem es neben reiner Kraft auch auf viel fahrerisches Gefühl ankam, wurde mit lautstarkem Applaus bedacht. Auch für die älteren und PS-schwächeren Traktoren, die einen kleineren Bremsschlitten zogen, gab es diese Erfolgserlebnisse. In einigen der Klassen waren sogar Stechen notwendig, um den Sieger zu ermitteln.

Keine Konkurrenz hatte nur der Case IH Quadtrac zu fürchten. Der größte Schlepper der Welt, den Mitorganisator Alfred Hoy nach Reichling brachte und auch selbst steuerte, beförderte den maximal beladenen Bremswagen mit seinen zwei Raupenlaufwerken und den 692 PS unter der gewaltigen Haube ohne jede Mühe über die vorgegebene Ziellinie.

"Wahnsinnsgerät"

„Das ist schon ein Wahnsinnsgerät“, staunte ein Zuschauer beim Anblick des roten Giganten, der bis zu seinem Einsatz auf einem kleinen Hügel thronte und dort auch ausgiebig von Neugierigen in Augenschein genommen werden konnte. Aber auch die anderen der 114 teilnehmenden Traktoren wussten die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen, selbst wenn sie den „Full-Pull“ schlussendlich nicht ganz schafften. Egal, ob sie ganz oben auf dem Podest oder etwas weiter hinten im Klassement landeten, vor einem Problem standen am Ende alle Teilnehmer gemeinsam: „Wer macht die Schlepper wieder sauber?“, fragte Moderator Schelle während des Schlammschlacht-Spektakels.

Roland Halmel

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