An der Weltspitze

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Ildikó Wermescher gehört zur Weltspitze der Ultra-Trail-Läuferinnen.

Landsberg – Auf eine erfolgreiche Saison kann Ildikó Wermescher – Sportlerin des Jahres 2013 im Landkreis Landsberg – zurückblicken. Die Läuferin des FT Jahn Landsberg gehört zur Riege der weltbesten Frauen im Ultra-Trail. Wettkämpfe mit Distanzen mit bis zu 170 Kilometern und mehreren Tausend Höhenmetern in alpinem Gelände sind die Spezialität der gebürtigen Ungarin.

In der Gesamtwertung der Ultra-Trail World Tour, einer Rennserie rund um den Globus, landete die Landsbergerin auf dem sechsten Platz und etablierte sich damit endgültig in der Weltspitze. Für die Wertung müssen mindestens drei von insgesamt zehn Rennen erfolgreich bewältigt werden, die jeweiligen Distanzen betragen dabei stets mehr als 100 Kilometer.

Für den Auftakt wählte Ildikó Wermescher den Start beim Transgrancanaria Ende Februar – 129 Kilometer und 7800 Höhenmeter über die Berge der spanischen Insel. „Die Strecke war sehr schön und technisch sehr anspruchsvoll, aber meine Muskulatur war so viel bergauf und bergab um diese Jahreszeit noch nicht gewohnt.“ In einem stark besetzten Teilnehmerfeld gelang ihr ein vierter Platz. Während die Ausdauersportlerin kürzere Einheiten unter der Woche gerne gemeinsam mit den Vereinskollegen der Leichtathletikabteilung rund um Landsberg absolviert, stehen am Wochenende meist längere Touren in den Bergen auf dem Programm. Für die Vorbereitung auf den Transgrancanaria versuchte Ildikó Wermescher die wenigen schneefreien Möglichkeiten in den Voralpen zu nutzen. Bei ihrem nächsten Rennen aus der World-Tour-Serie, dem Lavaredo Ultra-Trail in Cortina (Italien) im Juni, erreichte die 49-jährige den fünften Platz. Nach gut 16 Stunden für 119 Kilometer und 5800 Höhenmeter in den Dolomiten hatte sie nur fünf Minuten Rückstand auf die dritte Frau und das trotz Handicap. „Ich war nicht optimal trainiert wegen einer Verletzung im Vorderfußbereich.“ Die Verletzung, die bei ihrer Arbeit als Schulbegleiterin verursacht wurde, prägte den ganzen Sommer und alle weiteren Wettkämpfe. Trotzdem startete Ildikó Wermescher Ende August beim Ultra-Trail du Mont Blanc in Chamonix (Frankreich). Bei der Umrundung des Mont-Blanc-Massivs in 168 Kilometern und 9600 Höhenmetern, die als inoffizielle Weltmeisterschaft gilt, traf sich auch in diesem Jahr die gesamte Elite im Ultra-Trail. Es war mehr als fraglich, ob die Landsbergerin die komplette Distanz laufen kann. „Bei so langen Strecken weiß man nie, ob man ankommt, es kann einfach so viel passieren. Noch schwieriger ist es, wenn man verletzt ist.“ Nach 27 Stunden und 47 Minuten war es jedoch geschafft. Als sechste Frau überquerte Ildikó Wermescher die Ziellinie. „Ich glaube, ohne Verletzung wäre ich vielleicht ein bis zwei Stunden schneller gewesen. Ich möchte auf jeden Fall noch einmal starten, um das herauszufinden.“

Für das nächste Jahr hat die Sportlerin, die Mitglied im Mammut Pro Team ist, jedoch bereits andere Pläne. Neben verschiedenen Rennen aus der Ultra-Trail World Tour steht auch der Swiss Irontrail auf dem Programm, einem 200-Kilometer-Rennen durch die Schweizer Bergwelt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Verletzung über den Winter komplett ausheilt. Eine Pause hat sich Ildikó Wermescher nach der langen Saison ohnehin verdient.

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