Notbesetzung bleibt

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Die Notbesetzung beim Kauferinger VfL wird mindestens noch ein Jahr ihre Vorstandsarbeit verrichten. Bürgermeister Erich Püttner (rechts) gratulierte nach der Wahl (von links) Simone Reiter, Bernhard Mödl und Claudia Meinzinger.

Kaufering – Der VfL Kaufering tut sich schwer mit der Besetzung seines Vorstandes. Die turnusmäßigen Neuwahlen ergaben zwar, dass der neue Vorstand der alte ist. Der war allerdings schon sehr dezimiert angetreten. Somit haben die Neuwahlen die Probleme an der Spitze des Vereins in keinster Weise gelöst, denn alles ist und bleibt mehr oder weniger kommissarisch oder „eine Notbesetzung“, wie es Bürgermeister Erich Püttner formulierte. Alle gewählten Vorstandsmitglieder wollten, obwohl sie für drei Jahre gewählt sind, nur ein Jahr im Amt bleiben. Problem beim VfL war und ist, dass keiner der 34 anwesenden Mitglieder diese Ehrenämter haben wollte.

Der bisherige zweite Vorsitzende Bernhard Mödl hatte sich auf der diesjährigen Hauptversammlung bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Position des zweiten und des dritten Vorsitzenden wieder besetzt werden können. Simone Reiter als bisher dritte Vorsitzende bleibt zwar an Bord, wird aber wegen ihrer zukünftigen Mutterrolle nur im erweiterten Vorstand tätig sein. Bewerbungen für die offenen Vorstandsposten aber blieben aus.

Wahlleiter Erich Püttner konnte zwar Bernhard Mödl überreden, den Vorsitz zu übernehmen, der sagte jedoch klar und deutlich, dass er diesen Posten nur für ein Jahr machen werde. Der neue Vorstand sieht nun wie folgt aus: 1. Vorsitzender Bernhard Mödl, 2. Vorsitzender n.n., 3. Vorsitzender n.n. Schatzmeister Gerhard Himmelstoß (in Abwesenheit gewählt), Schriftführerin Claudia Meinzinger und als Jugendwart Stephan Ruidisch. Simone Reiter wurde in den erweiterten Vorstand gewählt. Sie wird sich weiter um die Mitgliederverwaltung kümmern. Als Kassenprüfer wurden Sven Krauter und Thomas Salzberger gewählt.

Ob das mangelnde Interesse an der Mitarbeit im Vorstand alleine den Querelen der Vergangenheit geschuldet oder Folge gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse sind, muss offen bleiben. Nirgendwo wurden aber die gesellschaftspolitischen Veränderungen deutlich sichtbarer als beim Tagesordnungspunkt „Fahnenabordnungen“. Es finden sich kaum mehr Mitglieder, die den Verein bei feierlichen Anlässen repräsentieren wollen. Am deutlichsten formulierte es Dr. Michael Ertl von der Karate-Sparte. „Wir als VfL werden heute mehr als Anbieter einer Dienstleistung denn als Verein gesehen. Die Leute bezahlen für unsere Trainertätigkeit und nicht für ein geselliges Vereinsleben“.

Mit dem Vereinsleben, wie es früher einmal der Fall war, wollen sie nicht unbedingt mehr etwas zu tun haben. Diejenigen Mitglieder, die sowieso schon engagiert sind, müssten meistens auch noch die Fahnen tragen, so die einhellige Meinung. Simone Zobl von der Sparte Rock‘n‘Roll fand, einmal im Jahr sollte sich jede Abteilung bereit erklären, die Fahnenabordnung zu stellen.

Für Marktgemeinderatsmitglied Manfred Nieß sind öffentliche Veranstaltungen ohne Fahne tote Veranstaltungen. „Da ist einfach kein Leben drin“. Gerd Amrhein, Abteilungsleiter der Schwimmer, vertrat die Ansicht, man müsse auch die vielen passiven Mitglieder einmal ansprechen. Er schlug vor, eine Anzeige im Gemeindeblatt aufzugeben.

Der Rechenschaftsbericht von Bernhard Mödl brachte keine großen Überraschungen. Der Vertrag mit der Marktgemeinde über die Lechauhalle sei unter Dach und Fach. Lediglich einige Kleinigkeiten seien noch zu klären.

Finanziell befindet sich der VfL auf einem guten Weg. 2015 verzeichnete der Verein Einnahmen in Höhe von 209.073 Euro. Die Ausgaben beliefen sich auf 184.006 Euro. Schatzmeister Gerhard Himmelstoß befand sich auf Dienstreise in Berlin, stand aber den Mitgliedern per Handy für ihre Fragen zur Verfügung. Der VfL Kaufering hat rund 1850 Mitglieder. In 12 Sparten und Abteilungen wird vom Hochleistungssport bis zum Breitensport für jedes Alter etwas geboten.

Siegfried Spörer

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