"Ziel erreicht"

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Dennis Sturm und das Tor: Gleich drei Mal traf der 21-Jährige beim Derby gegen Buchloe in den Kasten.

Landsberg – Der HC Landsberg bleibt im Rennen um die Play-Off-Plätze in der Eishockey-Bayernliga. In einer packenden und schnellen Partie bezwangen die Riverkings vor über 1100 Zuschauern den Nachbarn aus Buchloe verdient mit 5:1. „Wir haben umgesetzt, was wir trainiert haben. Ziel erreicht“, zeigte sich Cheftrainer Andreas Zeck zufrieden.

Sein Gegenüber Jogi Koch war dagegen restlos bedient. Der 54-Jährige, der nach fünf Jahren in Memmingen den Posten in Buchloe erst vor zwei Wochen angetreten hatte, ließ bei der Pressekonferenz kein gutes Haar an seinen Spielern. Er wolle die Leistung der Landsberger nicht schmälern, so Koch, „aber ich bin wahnsinnig enttäuscht von meiner Mannschaft“, sie sei nach den beiden ersten Gegentoren „total zusammengebrochen, völlig in sich zusammengefallen.“ Man habe eine ganze Woche am System gearbeitet, „davon habe ich bis auf die ersten Minuten überhaupt nichts gesehen.“ Auch HCL-Coach Zeck hatte eine intensive Trainingswoche hinter sich – bei ihm verhielt sich die Stimmungslage allerdings genau umgekehrt. „Wir haben sehr viel am Defensivverhalten gearbeitet, haben aber ein paar Minuten gebraucht, um da richtig reinzukommen.“ 

So konnte es dem Landsberger Anhang zu Spielbeginn fast ein wenig bange werden, denn die Gäste drückten mit Macht auf die Führung. Nach acht Minuten standen für die Pirates schon ein Pfosten- und ein Lattenschuss im Protokoll, zudem verfehlte Patrick Weigant das leere Tor. Dann kamen die Riverkings zu ihren ersten Kontern – und die erwischten Buchloe auf dem völlig falschen Fuß. Markus Rohde legte die Scheibe im Mittelkreis sehenswert durch die Füße seines Gegenspielers, ging auf und davon und legte im letzten Moment quer auf Dennis Sturm, der zur Führung einschoss (12.). 

Perfekter Hattrick 

Die aggressiven Gegenstöße verunsicherten die Buchloer danach zusehends. Auch das 2:0 fiel aus einem Konter: Dolezal erkämpfte sich die Scheibe, schickte Sturm erneut auf die Reise. Der 21-Jährige zeigte wieder einmal seine technischen Qualitäten und lupfte sehenswert mit der Rückhand. Zur Spielmitte rappelte es noch zweimal im Gehäuse der Gäste. Zunächst machte Sturm mit einem Nachschuss im Powerplay seinen Hattrick perfekt, dann gelang dem HCL sogar ein Treffer in Unterzahl. 

Tausend ließ sich im Konter von seinem Gegenspieler nicht aufhalten, seinen Schuss konnte Horneber nicht festhalten, Dominic Kerber staubte zum 4:0 ab. Trotz der klaren Führung wurde es zu Beginn des letzten Drittels noch einmal hektisch. Buchloe hatte Horneber im Tor durch Hessel ersetzt und drückte auf eine Ergebnisverbesserung. Minutenlang schnürte man den HCL in dessen Drittel ein und kam prompt zum 4:1-Anschlusstor durch Marc Weigant. 

Unschöne Szene 

Doch Tobias Wedl machte die Sache mit seinem Schlenzer zum 5:1 endgültig klar, somit sollte Marc Weigant der einzige Torschütze der Piraten an diesem Abend bleiben – während sein Bruder Patrick schon im Mitteldrittel die unschönste Szene des Spiels abgeliefert hatte. Bei angezeigter Strafe gegen sein Team fuhr er Riverkings-Torhüter Schedlbauer auf dessen Weg zur Bank absichtlich über den Haufen und hatte Glück, dass alle drei Schiedsrichter nicht in seine Richtung schauten. 

Auch Andreas Zeck hatte die Szene nur aus dem Augenwinkel gesehen und kommentierte knapp, „als Stürmer sollte man eigentlich die läuferischen Fähigkeiten haben, an einem Torhüter vorbeizufahren und nicht auf ihn drauf.“ An seinen Spielern hatte er dagegen wenig auszusetzen. „Wenn wir von 60 Minuten nur zehn bis 15 unter Druck geraten und ansonsten gut stehen und Konter fahren können, ist alles in Ordnung“, so der 35-Jährige. „Man darf nicht vergessen, dass es für viele unserer Spieler die erste Saison in der Bayernliga ist.“ Den jungen Akteuren müsse er als Trainer auch beibringen, wie man bei numerischer Gleichheit defensiv agiert. „Die können das nicht wissen, im Nachwuchs wird einfach ein anderes Eishockey gespielt.“ 

Seine Truppe fühlt sich im Moment jedenfalls offensichlich pudelwohl, wie sie den begeisterten Fans nach dem Spiel mit einem Transparent zeigte: „Vielen Dank für eure Unterstützung!“ Angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen ist damit zu rechnen, dass die Ränge auch gegen Waldkraiburg (26. Dezember) wieder gut gefüllt sein werden.

Christoph Kruse

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