Zeit für die Ernte

+
Gleich drei Gegenspieler vom SV Kirchanschöring ließ Muriz Salemovic stehen und sorgte so für den 2:1-Siegtreffer. „Schön gemacht“, urteilte Trainer Sven Kresin.

Landsberg – Der TSV Landsberg grüßt weiter von der Spitze der Fußball-Bayernliga. Das 2:1 gegen gegen Kirchanschöring war ein hartes Stück Arbeit, zum Schluss hätte der Sieg aber höher ausfallen können.

In den ersten Minuten schien der dritte Erfolg im dritten Vergleich mit der Truppe vom Waginger See allerdings noch keineswegs ausgemacht. Die Gäste attackierten früh und suchten selbst ihr Heil im schnellen Spiel nach vorne. 

Vor allem Höller, Gürkan und Jung stellten Lukas Greif auf der linken Landsberger Defensivseite mit schnellen Doppelpässen immer wieder vor Probleme. Dass TSV-Coach Sven Kresin den 23-Jährigen schon zur Halbzeit auswechselte, hatte damit aber nur indirekt zu tun. „Vielleicht hätte er einen Mitspieler auf dieser Seite dazustellen müssen, so hatte er es natürlich schwer“, so der Trainer in der Analyse. „Aber er hat vor allem immer noch eine Platte im Fuß, die scheuert, da wollte ich ihn auch schonen.“ 

Dank der personellen Übermacht hatte Greif zuvor auch die Flanke zum 1:1-Ausgleich nicht verhindern können, Jung stand am Fünfmeter-Raum mutterseelenalleine und ließ sich diese Gelegenheit in der 30. Minute nicht entgehen. 

Die Landsberger, die nach geduldigem Beginn zusehends Tempo aufnahmen, hätten bis dahin allerdings auch schon höher als 1:0 führen können. Schon in der 10. Minute jagte Spannenberger eine Hereingabe von Fülla aus kurzer Distanz über den Kasten. Über Salemovic, der diesmal von deutlich weiter hinten als zuletzt aufbaute, und Nuscheler kam der der Ball dann nach 14 Minuten gefährlich von rechts in den Strafraum, Fülla rutschte kurz vor dem Tor vorbei. 

Nach 21 Minuten war Kracker im Gästetor dann aber chancenlos, Siegwart drang über rechts in den Strafraum und schloss humorlos zur Führung ab. „Damit hat er seine Chancenausbeute diesmal auf hundert Prozent gesteigert“, nahm’s Kresin trocken hin. 

Anders sah das bei Charly Fülla aus, der mit einem immensen Laufpensum und viel Übersicht zu mehreren guten Gelegenheiten kam, diesmal allerdings keine davon nutzen konnte. Der quirlige Stürmer scheiterte unter anderem in der 41. und 60. Minute zweimal aussichtsreich, einen Vorwurf von der Trainerbank gab es aber nicht, auch wenn Fülla selbst nach dem Schlusspfiff sichtlich „angefressen“ war. Kresin: „Man darf auch einmal sagen, dass der Torhüter bei Kirchanschöring eine sehr gute Leistung gezeigt hat.“ 

Überhaupt hatte Sven Kresin für die Gäste Lob übrig. „Das ist eine gute Mannschaft, die es uns nicht leicht gemacht hat.“ Im zweiten Durchgang musste der SVK dann aber sichtlich seiner aufwändigen Spielweise Tribut zollen. 

Alleingang zum Sieg 

Bei einer geschlossenen Mannschaftsleistung fiel die Entscheidung zugunsten des TSV dann ausgerechnet, als Salemovic einmal regelrecht eigensinnig agierte. Im Konter ignorierte der Spielmacher die mitgelaufenen Nuscheler und Siegwart, entschied sich stattdessen, drei Gegenspieler stehen zu lassen und schob zum 2:1-Siegtreffer ein. 

„Das war schön gemacht, aber schon der Ballgewinn durch Siegwart im Mittelfeld war einfach große Klasse“, freute sich Kresin, der aber auch andere Spieler heraushob. „Welche Räume Spannenberger im Mittelfeld mit seinem Einsatz dicht macht, ist beeindruckend“, so der 39-Jährige, „und, auch wenn das von außen vielleicht nicht so auffällt, hat man wieder gesehen, was Rainer Storhas mit seinem taktischen Verständnis und seiner Übersicht wert ist“, so Kresin. 

Dass man den Sieg souverän über die Zeit brachte, sieht der Trainer als kollektive Weiterentwicklung seines Teams an. „Die Jungs ernten jetzt die Früchte der Arbeit der letzten Jahre. Sie haben nie die Geduld verloren; früher hätten wir so ein Spiel nicht gewonnen.“ 

Zu Überheblichkeit besteht allerdings nach Meinung des Trainers weiterhin kein Anlass. „In der Liga kann fast jeder jeden schlagen“, ordnet er die teilweise überraschenden Ergebnisse ein. „Und man darf nicht vergessen, dass ich nur 13 Spieler wirklich zur Verfügung habe, ich hoffe nicht, dass da noch einer wegbricht.“ Kresin spekuliert darauf, eventuell in der Pause noch ein oder zwei Verstärkungen zu holen und macht sich Hoffnungen auf einen vorzeitigen Rückkehrer. „So, wie die Reha von Qendrim Beqiri verläuft, könnte er im November schon wieder auf dem Platz stehen.“ 

Ziel: Klassenerhalt 

Bis dahin muss es das gute Dutzend richten und schon deshalb ändert der Trainer nichts an der Zielvorgabe. „Wenn wir bis zur Pause noch die 17 oder 20 Punkte holen können, die wir für den Klassenerhalt brauchen, bin ich glücklich.“ 

Dem TSV kommt zugute, dass sich Vilzing und Unterföhring im Verfolgerduell am Wochenende die Punkte gegenseitig wegnehmen werden, allerdings hängen auch für die Landsberger selbst diesmal die Trauben am kommenden Samstag (16 Uhr) höher. „In Kottern war immer schon viel Emotion und Brisanz drin“, warnt der Coach. Die Allgäuer sind seit dem 5. Spieltag ungeschlagen, drei Siegen folgten zuletzt vier Unentschieden.

Christoph Kruse

Meistgelesene Artikel

"Beste Saisonleistung"

Kaufering – Es war für beide Mannschaften eine richtungsweisende Partie im Hinblick auf die Playoffs. Zuletzt rangierten der ETV Hamburg und die Red …
"Beste Saisonleistung"

Die heiße Phase beginnt

Landsberg – Nach einem ­Déjà-vu in Geretsried, wo die Partie erneut nicht zu Ende gespielt wurde, schlossen die Eishackler vom HC Landsberg am …
Die heiße Phase beginnt

Olympia als höchstes Ziel

Dießen – „Unsere Sportler repräsentieren Dießen über die Gemeindegrenzen hinaus“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch anlässlich der Sportlerehrung …
Olympia als höchstes Ziel

Kommentare