Rote Laterne in Landsberg

"Der Abstiegskampf hat begonnen"

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Beinahe hätte Alexander Buschel noch den Ausgleich zum 2:2 geköpft, doch Dachaus Torhüter parierte. Am Ende trat der TSV Landsberg die Heimfahrt mit leeren Händen an.

Landsberg – Nun ist es soweit, die rote Laterne der Bayernliga brennt im Lager des TSV Landsberg. Obwohl das respektable spielerische Auftreten beim TSV 1865 Dachau am vergangenen Samstag Mut macht, rutschen die Lech-Kicker auf den letzten Tabellenplatz ab. Wie schon in den letzten Woche besiegelte ein später Gegentreffer die 2:1-Auswärtsschlappe. Trainer Roland Krötz ruft den Abstiegskampf aus und misst dem anstehenden Heimspiel gegen Kirchanschöring im frisch umbenannten 3CSportpark eine hohe Bedeutung bei.

„Ähnlich wie letzte Woche“, fällt die Bewertung durch TSV-Trainer Roland Krötz zur späten Auswärtsniederlage am Samstag in Dachau aus. Damals hatte es gegen Tabellenführer Pullach bis zum Ausgleich in der Nachspielzeit so ausgesehen, als könne der TSV die volle Punktzahl einfahren. Und auch gegen Dachau schien lange zumindest ein Unentschieden möglich, doch das 2:1 durch Hausherren-Stürmer Christian Doll in der 84. Minute machte entsprechende Hoffnungen zunichte.

„Anfangs waren wir nicht ganz so gut im Spiel“, bemängelt Krötz. Die Hausherren wirkten wesentlich agiler und münzten ihre Überlegenheit direkt in Zählbares um: In der 11. Minute gelang es Landsberg nicht, einen Diagonalball rechtzeitig zu unterbinden, Torjäger Doll nickte zu seinem ersten Streich des Tages ein.

Doch die gebeutelten Gäste fingen sich zusehends. Auch wenn Chancen Dachaus nicht gänzlich zu verhindern waren, ging es mit 1:0 in die Kabine. Zuvor hatte Stürmer Florian Wolf noch die Latte des von Philipp Beigl gehüteten Landsberger Tores anvisiert (45.).

Der gut aufgelegte Schlussmann war es dann auch, der den Ausgleich einleitete: Die Dachauer Abwehr unterlief in der 61. Minute einen seiner weiten Abschläge. Charly Fülla schaltete am schnellsten und trieb den Ball über die linke Seite in Richtung Strafraum. Nachdem er Dachaus bundesligaerfahrenen Spielertrainer Fabian Lamotte vernascht hatte, legte der Landsberger quer auf den mitgeeilten Philipp Siegwart, der zum 1:1 traf.

Die Gäste hatte nun vorübergehend Oberwasser, Dachau wirkte früh ausgelaugt. „In dieser Phase hat uns der letzte Pass gefehlt. Wir hätten die Situationen sauberer zu Ende spielen müssen“, bedauert Krötz.

Ein im Nachhinein schmerzliches Versäumnis. Denn die Hausherren hatten ihr Pulver noch nicht verschossen – wurden zum 2:1 aber auch sträflich eingeladen. „Wir verlieren den Ball in der Vorwärtsbewegung und der Gegner bricht auf der Außenbahn durch“. Sebastian Brey, der schon die frühe Dachauer Führung vorbereitet hatte, kam erneut zur Flanke und fand in der Mitte Doll, der ohne Gegenwehr zum Kopfball kam.

Doch bei allem Pech und möglicherweise auch Unzulänglichkeiten, bewies die Krötz-Elf Moral und drängte fortan auf den Ausgleich. Angreifer Siegwart scheiterte mit einem Alleingang an Dachaus Schlussmann Maximilian Mayer. Der Torhüter brachte danach auch noch Alexander Buschel zur Verzweiflung, dessen Kopfball er knapp von der Linie kratzte. Damit blieb es beim 2:1 – trotz erneut couragierter Leistung traten Landsbergs Bayernliga-Kicker die Heimfahrt mit leeren Händen an.

Fünf Punkte aus neun Spielen und das erstmalige Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz sind freilich zu wenig, auch wenn der Umbruch im Sommer groß und das Auftaktprogramm schwierig ausfielen. Das weiß auch Krötz, dessen Team trotz einiger spielerisch respektabler Auftritte, nach dem, zumindest den Zahlen nach, verkorksten Saisonbeginn bereits gehörigen Druck verspürt. „Die Vorrunde ist zur Hälfte vorbei. Wir müssen jetzt einfach gewinnen. Das ‚Wie‘ ist dabei momentan egal, wir stehen unter Zugzwang“, so der Coach. „Der Abstiegskampf hat begonnen.“

Ausgangspunkt für den dringend benötigten Aufschwung soll die Heimpartie am kommenden Samstag gegen den SV Kirchanschöring werden. Die Rupertiwinkler rangieren derzeit auf Platz 12 der Tabelle und stellen mit acht erzielten Treffern aus die schwächste Offensive der Liga.

In die Startelf zurückkehren könnte Julian Birkner aufseiten des TSV. Beim starken Heimauftritt gegen Pullach weilte der Innenverteidiger im Urlaub, gegen Dachau hatte Krötz ihn wegen Trainingsrückstands nicht eingesetzt. Auch die Chancen auf ein Comeback von Rainer Storhas stehen seinem Trainer zufolge nicht schlecht. Der 31-jährige Mittelfeldstratege hatte sich in der Vorbereitung am Innenband verletzt und wird seitdem schmerzlich vermisst. „Er ist wieder im Training, derzeit aber noch nicht hundertprozentig belastbar“, berichtete Krötz am Anfang der Woche. „Eventuell klappt es bis zum Wochenende aber schon wieder.“

Anstoß des wegweisenden Spiels gegen Kirchanschöring ist am Samstag um 14 Uhr im 3CSportpark, wie die TSV-Heimspielstätte aufgrund des Hauptsponsoren-Wechsels ab Anfang September heißt.

Rasso Schorer

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