Tanz auf dem Eis

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Verknotet in der sogenannten Todesspirale: Bei der vierten Landsberger Eisgala trafen hochkarätige Gäste zusammen.

Landsberg – Wie kleine Schneeflocken sahen die kleinen Eiskunstläuferinnen des HC Landsberg aus, die am Sonntag die Eisgala eröffneten: In weißen Kleidern und roten Mützen stimmten sie das Publikum bei Sonnenschein auf das winterliche Programm ein. „Es ist ein umfangreiches Programm“, sagte Leiterin der Eiskunstlaufabteilung Margit Dirauf, „denn wir wollten, dass alle guten Läufer ihr Können zeigen dürfen“. In der mit knapp 2000 Zuschauern gefüllten Halle verwöhnten Klein und Groß in einem gut dreistündigen Programm das Publikum.

„Das Schönste nach den Feiertagen ist es, hierher zu kommen und anderen beim Sport zuzusehen“, schmunzelte Margit Diraufs Tochter Christine, die als Moderatorin durch den Abend führte. Gleich zu Beginn begeisterten die ganz Kleinen das Publikum: Die achtjährige Hanna Keiss vom EC Oberstdorf und die ebenfalls achtjährige Victoria Meyer vom HC Landsberg zeigten, was sie im Training gelernt hatten.

Eiskunstlauf mit Geige und Salto

Und sollte eine doch mal auf dem Hosenboden landen, gab‘s vom Publikum ermutigenden Applaus. Victoria ist in Landsberg die jüngste Läuferin, die bereits eine eigene Kür hat. Begeisternd war der Bayerische Jugendmeister 2015 vom EV Augsburg, der zehnjährige Laurenz Dauenhauer. Im Westernkostüm zeigte er zahlreiche Doppelsprünge, aber „ich will noch besser werden“, gab er als sein Ziel an: „Im Moment übe ich den Doppelaxel und den Dreifachsalchow.“

Als Vorbild könnte ihm da der ebenfalls auftretende Isaak Droysen aus Oberstdorf dienen: Er ist bereits Mitglied im Bundeskader und strebt jetzt zu WM und Olympia. Etwas ganz Besonderes boten die ebenfalls noch ganz jungen Landsberger Paartänzer Magdalena Kerler und Nicolaus Hamadou: In Russisch angehauchten Kostümen zeigten sie einen perfektes Programm zum „Nussknacker“. Dass Eiskunstlauf und Geigespielen kein Widerspruch ist, konnte man bei Silvia Szekely vom HC Landsberg sehen: „Geige spielen ist ja schon schwer“, sagte Christine Dirauf, „aber dabei gleichzeitig noch Pirouetten zu drehen, ist fast unvorstellbar.“

Die Stars des Abends waren die Deutsche Meisterin Nicole Schott aus Essen oder auch die Newcomer des Jahres 2015, Mari Vartmann und Ruben Blommaert vom EC Oberstdorf. Aber auch der amtierende Finnische Meister Valtter Virtanen sowie Shari Koch und Christian Nüchtern, die bereits zum dritten Mal Deutsche Meister im Paarlauf wurden, konnten vom HC Landsberg mit der Unterstützung des Hauptsponsors VR-Bank gewonnen werden.

Maylin und Daniel Wende belegten 2014 den sechsten Platz bei den Europameisterschaften und nahmen sogar an der Olympiade im selben Jahr teil. Inzwischen arbeiten sie nur noch als Trainer beim EC Oberstdorf. Zusammen mit Mari und Ruben zeigten sie eine witzige Show zum Thema Mann-Frau, garniert mit ganz neuen Elementen: Beide Paare führten ineinander verknotet die sogenannte Todesspirale vor.

Auf den unbestrittenen Showman des Abends musste das Publikum lange warten: Der Ukrainische Meister Anton Kovalevskyi hatte die Anfangszeiten verwechselt, dann machte ihm auch noch sein Auto Probleme: Erst kurz vor dem Finale um Viertel vor sechs kam er in Landsberg an. Aber für einen Profi kein Problem: Ohne sich aufzuwärmen, sprang Anton aufs Eis und zeigte zu „Saturday Night Fever“ seinen berühmten und atemraubenden Rückwärtssalto – und das gleich zwei Mal.

Susanne Greiner

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