Vorbereitung läuft

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Das Wiedersehen in Landsberg ist in jedem Fall versprochen: X-Press-Präsident Knut Dins (links) und Quarterback Jason Bertrand.

Landsberg – Nach dem Aufstieg ist vor der Regionalliga-Saison! Auch wenn für den Landsberg X-Press jetzt eine Pause ansteht, laufen die Planungen fürs nächste Jahr. Vor seinem Rückflug in die kanadische Heimat sprach der KREISBOTE mit Quarterback Jason Bertrand und X-Press-Präsident Knut Dins.

Jason, nach zwei überzeugenden Jahren beim X-Press und dem Aufstieg fragen viele Fans schon jetzt, ob wir dich in der nächsten Saison wieder in Landsberg spielen sehen? 

Bertrand: „Das ist jetzt noch schwer zu sagen, ich muss mir in den nächsten Wochen erst einmal klar darüber werden, was ich will. Mein Traum war immer, professionell Football zu spielen, ich werde nicht jünger und mache mir natürlich Gedanken um meine Zukunft.“

Du hast wieder einmal Angebote, bei denen du deutlich besser verdienen könntest. Das spricht nicht unbedingt für den X-Press?

Bertrand: „Es ist richtig, dass ich in Landsberg zwar nicht draufzahle, aber auch kein Geld übrig bleibt, das geht gerade immer so null auf null auf. Etwas anderes wäre das nur, wenn ich hier einen Job finden könnte.“

Präsident Knut Dins: „Ich denke schon, dass wir Jason in einer guten Firma unterbringen könnten, aber es gibt einfach noch das Problem der Sprachbarriere. Falls er also wiederkommt, verpassen wir ihm auf jeden Fall als Erstes einen Sprachkurs. Dass wir ihn gerne wieder hier hätten, steht natürlich außer Frage. Aus sportlichen und aus menschlichen Gründen.“

Bertrand: „Die Option Landsberg besteht durchaus auch für nächstes Jahr. Der Aufstieg war mit weitem Abstand die schönste Championship, die ich bisher feiern konnte. Es waren alle mit soviel Herz und Seele dabei, das hätte auch ein Super Bowl sein können."

Bei der Verabschiedung von den Flag-Kindern, die du mit betreut hast, soll es Tränen gegeben haben?

Bertrand: „Ja, das war extrem hart. Wir haben eine echte Beziehung aufgebaut, das war keine Show, man mag sich. Überhaupt habe ich in den zwei Jahren in Landsberg einen komplett anderen Lebensstil kennengelernt. Es ist einfach über­wältigend, wie ich hier aufgenommen worden bin. Die Leute hier schauen zuerst, was sie für dich tun können, bevor sie an sich selbst denken, so etwas kannte ich bisher nicht. Es ist emotional sehr schwer, sich von allen zu verabschieden.“

Wie geht es für dich in den nächsten Monaten weiter? 

Bertrand: „Ich werde an einigen Trials für die Canadian Football League teilnehmen und schauen, ob ich dort einen Profivertrag bekomme. Außerdem muss ich mich natürlich um einen Job kümmern. An Weihnachten wird außerdem meine Freundin aus Landsberg wieder nach Kanada kommen. Ich finde, das ist ein fairer Deal für sie – ich bin acht Monate in Deutschland, sie zwei Wochen in Kanada...“ 

Bis wann willst du für die nächste Saison Klarheit haben? 

Bertrand: „Ich denke, bis Anfang Dezember sollten wir wissen, wo es hingeht. So lange ich selbst nicht weiß, wo ich weitermache, sind alle Angebote, die ich habe, auf ,hold’“. 

Knut Dins, so wichtig die Position des Quarterbacks ist – was steht ansonsten als wichtigste Aufgabe vor dem Start in die Regionalliga an?

Dins: „Wir bleiben in Kontakt mit Jason, er ist unser Wunschspieler Nummer eins. Aber ganz wichtig ist natürlich auch die Entscheidung, ob Martin Hintermayr als Headcoach weitermacht. Er hat wahnsinnig viel Zeit investiert, die Videoanalysen haben die Spieler wirklich weitergebracht.“ 

Bertrand: „Mit Martin Hand in Hand zu arbeiten, war großartig. Er steckt wahnsinnig viel Arbeit in die Mannschaft, viel mehr, als es die meisten anderen Trainer tun würden. Er war immer ansprechbar und für Vorschläge offen.“

Um wieviel höher wird der Aufwand in der Regionalliga werden?

Dins: „Wir werden gewaltig aufrüsten müssen – wobei immer klar ist, dass im Football nicht die großen Summen zu verdienen sind. Von den Fahrt­strecken wird es für uns zwar eher günstiger. Dafür müssen wir die Spielerdecke deutlich dicker machen. Wir haben zwar qualitativ gute Leute, aber so etwas wie in Fürth, als wir praktisch ohne Receiver gespielt haben, können wir uns nicht mehr leisten. Zudem kommt man an einem zweiten, vielleicht sogar an einem dritten Ausländer, wohl kaum vorbei.“

Footballer wachsen bekanntlich nicht auf den Bäumen – was also tun?

Dins: „Zum einen ist es sicher ganz interessant, Regionalliga zu spielen, wir haben schon Anfragen von einigen Spielern. Außerdem wollen wir weiter neue Leute rekrutieren und gehen dazu jetzt sicher auch in Fitnessstudios bis nach Buchloe, Schongau und so weiter. Leider kommen aus der Jugend heuer nur drei Spieler hoch.“

Was kann da das Ziel für kommende Saison sein?

Dins: „Wir wollen schon weiterhin attraktiven Football spielen. Und mit dem Abstieg möchten wir nichts zu tun haben, sondern uns eher in der Tabellenmitte etablieren.“ 

Das wird finanziell sicher wieder nicht einfach. Wie kann man die dritte Liga finanzieren – es war ja schon heuer teilweise recht eng?

Dins: „Das ist richtig, durch die lange Auswärtsserie ohne Einnahmen war es zwischenzeitlich sehr schwierig. Ich hoffe, dass wir jetzt auch noch mehr aufgeschlossene Sponsoren finden.“

Jason, sehen wir dich wieder?

Bertrand: „Ja. Auch, falls ich nicht mehr hier spiele, werde ich auf jeden Fall wieder nach Landsberg kommen, das steht fest.“

Christoph Kruse

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