Einen "dreckigen Sieg" erzielt

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Muriz Salemovic sorgte mit seiner Vorlage an Fülla für das 1:0 gegen Landshut.

Landsberg – Leicht machte es sich der TSV Landsberg auch gegen die SpVgg Landshut nicht – am Ende reichte es dennoch zu einem 3:0 (1:0) und dem zweiten Heimsieg der Saison. „Es war wichtig, auch mal so einen dreckigen Sieg zu schaffen“, so der Sportliche Leiter, Toni Yildirim. Nachdem zuvor auch das Nachholspiel in Bad Aibling gegen Unterhaching II klar mit 4:1 gewonnen wurde, kletterte der Aufsteiger mit 17 Punkten auf den respektablen 7. Platz der Bayernliga Süd.

Damit hat man sich in der Tabelle stabilisiert; dass dabei spielerisch nicht immer alles glänzte, dürfte nicht nur Yildirim letztlich egal gewesen sein. „Die Verunsicherung nach den Niederlagen und mehreren Einzelfehlern war schon zu bemerken. Deswegen sind die zwei Siege ganz wichtig für die Moral, hoffentlich sind die Köpfe jetzt wieder freier.“ 

Zweiter Heimsieg in der Bayernliga

Bis die Punkte gegen Landshut eingefahren waren, musste die Truppe von Sven Kresin und Christian Detmar allerdings hart arbeiten. Zwar ging es zunächst zu schnell für die Niederbayern (und für einige Zuschauer): Der Landshuter Torhüter war noch damit beschäftigt, die Mauer zu stellen, als Salemovic einen Freistoß schnell ausführte und Fülla bediente, der an den perplexen Gegenspielern vorbei zum 1:0 einschoss (21.). 

Danach wurde aber schnell deutlich, dass es auch an diesem Nachmittag kein einfacher Gang werden würde. Schon fünf Minuten nach der Führung spazierte Fischer durch die TSV-Verteidigung, war schon am weit herausgeeilten Torhüter Heiland vorbei, traf aber nur den linken Pfosten. Nach einer guten halben Stunde jagte Krumpholz den Ball im Nachschuss aus fünf Metern über das Landsberger Gehäuse. 

Landshut sieht Rot 

Kurz vor der Pause schwächte sich die SpVgg dann selbst: Einen weiten Ball ließ Neumeier zweimal aufspringen – genau darauf hatte Salemovic spekuliert und machte sich auf den Weg zum Tor. Nach Neumeiers Schubser flog dieser folgerichtig mit Rot vom Platz. 

Den zusätzlichen Raum konnten die Landsberger allerdings zunächst nicht nutzen. Den schönsten Spielzug des Tages, über Salemovic und Fülla, schloss Gilg mit einem sehenswerten Volleyschuss ab, der aber knapp links am Pfosten vorbeistrich (49.). Siegwart scheiterte zwei Minuten später alleine vor Torhüter Schmid. Auch Fülla und nochmals Gilg brachten den Ball aus guten Positionen nicht im Netz unter. „Wenn wir unsere Konter sauber abschließen, steht es schon früher 2:0 oder 3:0“, resümiert Yildirim, „aber Landshut ist auch keine Laufkundschaft, die haben das mit zehn Mann gut gemacht und hatten auch ihre Chancen zum 1:1; wer weiß, wie’s dann ausgegangen wäre.“ 

Die Gäste hatten das Visier an diesem Tag aber nicht richtig eingestellt, letztmals vergaben sie die Gelegenheit zum Ausgleich nach 70 Minuten: Ein einfacher Ball düpierte die TSV-Abwehr, Balderanos stand plötzlich völlig frei acht Meter vor dem Gehäuse, setzte das Spielgerät zum Entsetzen seiner Mitspieler aber unbedrängt am rechten Pfosten vorbei. 

„In der Phase hat uns wohl auch ein bisschen die Kraft gefehlt“, mutmaßt Toni Yildirim, „wir hatten viele Englische Wochen und das Spiel in Unterhaching war dann in der zweiten Halbzeit doch sehr intensiv.“ Zum Schluss hin allerdings ging dann den Landshutern sichtlich der Saft aus, der TSV konnte dagegen wieder zulegen. Eine perfekte Flanke von Salemovic schloss der eingewechselte Zinner sauber zum 2:0 ab (85.), zwei Minuten später erhöhte er mit einem schönen Lupfer nach Vorlage von Detmar auf 3:0. Salemovic’ Flanke war eine von mehreren präzisen Vorlagen des Spielgestalters, der allerdings phasenweise auch abtauchte. „Er bringt die entscheidenden Aktionen“, so sein Sportlicher Leiter, „aber er könnte schon noch mehr, wie auch die ganze Mannschaft.“ So klebt auch Philipp Siegwart derzeit das Pech scheinbar an den Schuhen. „Er vergibt Chancen, die er früher sicher blind verwandelt hätte. Ich denke, er macht sich selbst zu viel Druck, ich hoffe, dass er jetzt ein bisschen lockerer wird.“ 

Dezimierte Mannschaft 

Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Landsberger seit Wochen stets erheblich dezimiert spielen. Vor allem im Mittelfeld hat man nach den zahlreichen Ausfällen kaum noch Optionen. Yildirim: „Süli macht seine Sache als Abräumer da zwar sehr ordentlich, aber uns fehlt der zweite Mann für den Spielaufbau.“ Da kämen etliche infrage, die aber sämtlich verletzt sind: Krötz (Knorpelschaden) fällt noch auf unbestimmte Zeit aus, Storhas (Kreuzbandriss) tastet sich derzeit über Einsätze in der 2. Mannschaft wieder heran, Spannenberger (Muskelverletzung) kann zwar wieder trainieren, braucht aber wohl auch noch mindestens zwei Wochen. Bei Strohhofer (Bänderriss im Sprunggelenk) rechnen die Verantwortlichen sogar mit rund zwei Monaten Pause. 

Da Buschel und Sanktjohanser aus beruflichen Gründen ebenfalls noch einige Wochen fehlen und Nichelmann kurzfristig wegen Leistenproblemen passen musste, stand gegen Landshut praktisch das letzte Aufgebot auf dem Platz. Entsprechend reagierte das Trainerteam nach dem Heimsieg: Bis Mittwoch gab es zur Regeneration frei. Toni Yildirim ist die Erleichterung über die sechs Punkte ebenfalls anzumerken: „Da können wir jetzt schon etwas entspannter nach Bad Kötzting fahren.“ Zum Aufsteiger, der auf Platz 12 rangiert, muss man fast 250 Kilometer in die Oberpfalz reisen. Das nächste Heimspiel (und das letzte bis 27. September) steht dann schon wieder am kommenden Mittwoch auf dem Programm. Um 17.45 Uhr stellt sich 1860 Rosenheim im Hacker-Sportpark vor.

Christoph Kruse

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