Transalpin 2015

Mit Lampenfieber in die Berge

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In ein paar Stunden sehen wir uns ja wieder. Laufen müssen „die Alten“ schon selber: Der kleine Levi wird seine Eltern, Rabea und Andi Brittain, an den jeweiligen Etappenorten begrüßen.

Oberstdorf – Rund 650 Athletinnen und Athleten machten sich am Samstagvormittag auf den Weg in die Hitzeschlacht der ersten Etappe des Transalpine-Run 2015. Die Auftaktetappe hatte es in der Tat in sich: Temperaturen von mehr als 30 Grad machten den Sportlern auf der 34 Kilometer langen Strecke von Oberstdorf nach Lech am Arlberg zu schaffen. Die Allgäuer Teams schlugen sich hier und bei den folgenden Etappen beachtlich.

„Es ist jedesmal wieder neu, ein Nervenkitzel...“ meinte Gerald Krehl aus Rettenberg. Der Sportler ist schon das vierte Mal dabei beim Transalpine-Run, doch auch heute sei er nervös wie beim ersten Mal, gibt er zu. „Was mir heute Früh plötzlich alles weh getan hat...“ Während der Anreise zum Start habe er sich beim Blick auf die atemberaubende Bergkulisse gedacht „was man da alles Schönes machen könnte“. Stattdessen tue er sich – zusammen mit seinem Transalpine-Partner Christian Lutz im Team Leki „das hier“ an...: Acht Etappen auf der Westroute – von Oberstdorf nach Sulden – mit 268 Kilometern Bergauf- und Bergabstrecke, mit 16310 Höhenmetern!

Lampenfieber haben am Start alle, die sich ins Transalpine-Abenteuer stürzen – Spitzenläufer wie die vielen im Feld der mehr als 300 Teams aus 30 Nationen. Eine ganz besondere Erfahrung wird der diesjährige Lauf nicht zuletzt für Rabea und Andi Brittain (Team Laufbasis Allgäu). Der gut ein Jahr alte Sohn Levi „begleitet“ seine Eltern und wird von den Großeltern an die jeweiligen Etappen- orte gebracht. „Wir hoffen auf ruhige Nächte“, meint Andi Brittain, immerhin sei ja jeden Vormittag eine echte Strapaze zu bewältigen. „Aber im letzten Jahr war der Kleine auch dabei – das hat schon geklappt“, gibt sich der Papa optimistisch und macht sich mit Levis Mama auf den Weg zum Einchecken.

Und diese Prozedur mutet ein wenig an wie die Sicherheitskontrolle am Flughafen. Im kleinen Trail-Rucksack, den jeder Teilnehmer mit sich führt, müssen Kälteschutzkleidung, ein Mobiltelefon, Signalpfeife, Erste-Hilfe-Set, Getränke und ein paar Energiegels sein. Die Kontrolleure wollen die Startnummer auf den Energie-Konzentraten sehen: wer die Kunststoffverpackungen wegwirft oder verliert, wir knallhart disqualifiziert. Schluss mit Transalpin-Run.

Die bisherigen Etappen haben die Allgäuer Teams mehr als „anständig“ absolviert. Thomas Miksch, der Ultra-Spezialist aus Kempten, und sein Partner Jörg Schreiber (Team Haglöfs Gore-Tex#Footwear) sicherten sich zweimal den ersten Platz in der Kategorie Senior-Master und am Montag bei Etappe 3 von St. Anton nach Landeck mit großem Vorsprung auf die Verfolger den zweiten Rang. Das Team Leki mit Krehl / Lutz steigerte sich sogar von einem Rang 35 in der ersten Etappe auf Platz 23 in der Kategorie Master; dann folgte montags ein Rang 29.

Auch das Oberallgäuer Mixed-Team Rabea und Andi Brittain konnten den guten Rang 9 der Auftaktetappe mit jeweils Platz 8 am zweiten und dritten Tag bestätigen. Vorne mit dabei waren beständig Stefan Lang / Thomas Drechsler (Team Oberallgäu / Vogtland) in der Klasse Master mit Rang 7 am Samstag, sowie 10 und 12 in den beiden nächsten Etappen. Stefan Zäh und Wolfgang Sieder (Sensortechnik Wiedemann) steigerten sich nach den Platzierungen 6 und 5 auf Rang 3 am Montag.

Aktuelle Ergebnisse und das Gesamtklassement unter www.transalpine-run.com.

Josef Gutsmiedl

Auf zum Transalpin

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