Weltcup-Springen der Damen in Oberstdorfer: Deutsche Springerinnen abgeschlagen

Zuviel Lampenfieber

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Die Ehrenrettung für die DSV-Springerinnen gelang der 16-jährigen Agnes Reisch vom WSV Isny.

Oberstdorf – Der Wunsch der Oberstdorfer Skispringerin Katharina Althaus, beim Weltcup auf ihrer Heimatschanze auf dem Treppchen zu stehen, ging leider nicht in Erfüllung. Sie konnte ihre zuletzt konstanten Leistungen aus dem Weltcup nicht abrufen und landete am ersten Wettkampftag auf Platz 26 – knapp vor der Weltmeisterin Carina Vogt und der anderen Oberstdorferin Gianina Ernst.

Dabei war Althaus nach einem guten Sprung in der Qualifikation optimistisch in das Springen am Samstag gegangen. Mit Rang 13 wurde Agnes Reisch vom WSV Isny bei ihrem ersten Weltcup-Springen mit 93 und 95,5 Metern beste Deutsche und war der einzige Lichtblick im Team. Eine Klasse für sich ist derzeit die Japanerin Sara Takanashi, die in einer eigenen Liga springt. Am ersten Wettkampftag siegte sie mit 104 und 107 Metern deutlich vor der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz und der Slowenien Ema Klinec. Die 107 Meter bedeuteten gleichzeitig neuen Schanzenrekord auf der Normalschanze.

Der Wettkampf am Sonntag litt unter Dauerregen und wechselnden Windverhältnissen und verlief für die deutsche Mannschaft enttäuschend. Anna Rupprecht (Degenfeld) wurde 19. – Reisch landete auf Platz 21 und konnte ihre Leistung vom Vortag bestätigen. Reisch, die in Missen aufgewachsen ist und für Isny startet, überraschte mit ihrem guten Abschneiden auch Bundestrainer Andreas Bauer. „Es hat alles zusammen geklappt“, zeigte sich die 16-jährige Schülerin, die in Sonthofen die Realschule besucht, mit ihrem Auftritt auf der Oberstdorfer Schanze zufrieden. Die beiden Springerinnen des Skiclub Oberstdorf erreichten nicht den Finaldurchgang. So herrschte einigermaßen Ratlosigkeit im deutschen Team über die beiden verpatzten Wettkampftage. „Es läuft nicht rund“, sprach der Bundestrainer vor der Presse von „mentalen Problemen“ und von einer „Riesenklatsche“. Auf dem Siegerpodest ein ähnliches Bild wie am Samstag: Takanashi siegte vor Iraschko-Stolz, Dritte wurde die Norwegerin Maren Lundby. Die Japanerin sprang in Oberstdorf damit zu ihrem siebten und achten Sieg dieser Weltcup Saison und baute ihren souveränen Vorsprung weiter aus. Die Sportlerinnen lobten vor allem die „tolle Atmosphäre“, die Organisation und das Publikum. „Ein großes Lob an die Veranstalter“, so Iraschko-Stolz.

Heinrich Bonert

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