Laser-Segler Philipp Buhl kann selbst gestecktes Ziel nicht erreichen

Kein Glück an der mexikanischen Küste

Kein  Glück vor der mexikanischen Küste hatte der Allgäuer Laser-Segler Philipp Buhl.

Oberallgäu – Die Weltmeisterschaft an der mexikanischen Pazifikküste vor Nuevo Vallarta war für den Oberallgäuer Laser-Segler Philipp Buhl eine wichtige Probe für die bevorstehenden Olympischen Spiele.

Der Sonthofer trat als Vize-Weltmeister an und seine Zielsetzung lautete: „WM-Medaillen in Bronze und Silber habe ich schon. Das Streben nach einer weiteren Medaille liegt also nahe.“ Letztlich reichte es allerdings „nur“ zu Rang 8 – auch aufgrund von Umständen, die Buhl sich nicht selbst zuzuschreiben brauchte.

Der dreifache Sieger der Kielerwoche war während 14 Wettfahrten über sieben Tage in den Gesamtwertungen stets unter den Top-10 platziert und befand sich nach Punkten gesehen mehrfach auf aussichtsreicher Schlagdistanz zu den Medaillenrängen. So verbesserte Buhl beispielsweise in der vorletzen Wettfahrt seine Gesamtposition vom sechsten auf den vierten Rang. Aufgrund von 13 Punkten Rückstand hätte er in der letzten Finalserien-Wettfahrt Platz 2 bis 4 erzielen müssen. Höchstes Risiko und alles auf die letzte Karte zu setzen, war für den Angreifer auf die Podestplätze nun oberste Devise. Im entscheidenden Schlussrennen segelte Buhl nicht auf Absichern seines vierten Platzes. Nur „Angriff und nach weiter vorne“ kam für ihn in Frage. Daher auch seine eigenwillige Seitenentscheidung nach bestem Wissen und Bauchgefühl.

In den ersten Tagen war die rechte Kursseite aufgrund von Wind- und Strömungseinflüssen fast immer die günstigere. Doch dies änderte sich wegen der zeitlichen Verschiebungen der Tidenströmungen zunehmend. Kalkulierbar war der teils gegensätzliche Mix aus strategischen Vor- und Nachteilen nur schwer. Buhl musste am Ende feststellen: „Ich wollte für Bronze alles noch Gebotene auf die Waagschale packen. Die linke Seite erschien mir hoffnungsvoll und sah zunächst und teilweise gut aus. Am Ende war es nichts, es ging doch besser über rechts. Es sollte wohl einfach auch nicht sein.“

Das Abrutschen auf den schlussendlichen achten Rang unter 112 Startern aus 45 Nationen wirkt für den deutschen Laser-Olympiastarter sicherlich wie eine bittere Pille. Enttäuscht muss er jedoch nicht sein – nicht über sich selbst. Denn der achte Rang spiegelt weder seine eingebrachten seglerischen Leistungen noch seine Nervenstärke und den gelungenen Umgang mit der Anspannung treffend wieder.

Buhl hatte nämlich mit zwei außerordentlichen Erschwernissen zu kämpfen, die gegnerische Boote ausgelöst und verschultet hatten. Eines dieser Ereignisse – es geschah bereits in der dritten Wettfahrt – gipfelte im Zuge einer eklatanten Jury-Fehlentscheidung in einer Disqualifikation des ohnehin schon Geschädigten. Von da an durfte sich der Sonthofer Segler keine Auffälligkeiten mehr erlauben, um nicht den Rauswurf zu riskieren. Buhl dazu: „Wenn Du dir nichts mehr erlauben darfst, startest und segelst du natürlich etwas vorsichtiger. Man traut sich nicht mehr so mutig an die Zulässigkeitsgrenzen. Ein weiterer Penalty der Jury hätte alle Hoffnungen auf das Erreichen meiner Zielsetzung begraben.“

Neben den extern aufgepfropften Hemmnissen kamen nie ganz zu vermeidende eigenen Fehler: Kein optimaler Start, einmal Bahnmarkenberührung und ein krasser Winddreher in der denkbar ungünstigsten Situation. So formierte sich Buhls Ergebnisverlauf zu einer mehrfachen Auf-Ab-Kurve. Davon unbeirrt bewies er unter zunehmendem Erfolgsdruck durchgehend mentale Stärke, raffte sich in seiner Motivation für den Kampf nach vorne erfolgreich auf und war somit in der Elitegruppe immer wieder am Ball.

Neuer Weltmeister der olympischen Laser-Klasse der Männer darf sich Titelverteidiger Nick Thompson aus England nennen. Die weiteren Medaillenplätze erkämpften sich Jean-Baptiste Bernaz (Frankreich) vor Rutger Van Schaardenburg (Niederlande). Die extrem hohe internationale Leitungsdichte speziell in der Laser-Klasse belegt nicht nur die stets außerordentlich hohe Teilnehmerzahl, sondern vielmehr auch die Tatsache, dass innerhalb der ersten 15 Plätze Athleten aus 13 verschiedenen Nationen zu finden sind. Und diese sind durchaus auch potentielle Medaillenanwärter bei hochkarätigen Wettkämpfen.

Meistgelesene Artikel

"Das muss besser werden"

Sonthofen – Hochklassig, dramatisch und letztlich bitter verlief für den 1. FC Sonthofen das Spiel gegen den SV Pullach. Die Oberallgäuer ärgerten …
"Das muss besser werden"

Mythos mit viel Spannung

Oberstdorf –  Wenn am 29. und 30. Dezember die weltbesten Skispringer in der in der WM-Skisprung Arena in Oberstdorf zum Auftaktspringen der 65. …
Mythos mit viel Spannung

Kommentare