Volleyball: Allgäu Team Sonthofen auf neuem Weg

Aufbruchstimmung beim Allgäu Team

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Mit veränderten Strukturen durchstarten will der TSV Sonthofen mit dem Allgäu Team: Andreas Wilhelm (rechts) und Manager Achim Flick (von links), Christian Feger, Peter Rothe und Abteilungsleiter Peter Müller.

Sonthofen - Eine Neuordnung steht dem Allgäu Team Sonthofen, mithin der Volleyball-Abteilung des TSV Sonthofen, ins Haus. Die Organisationstruktur wird sich ändern und das sportliche Engagement soll sich mehr denn ja „am Möglichen“ orientieren. Dennoch: das Allgäu Team soll weiter Aushängeschild für Sonthofen und die Region bleiben.

Mehrere Monate lang haben die Beteiligten beim TSV Sonthofen die sportliche und finanzielle Lage abgeklopft und überlegt, wie man den diversen Herausforderungen und neuen Rahmenbedingungen begegnen könnte. „Wir haben ein paar Entscheidungen getroffen, um weiterhin tollen Sport bieten zu können“, so der Pressesprecher des Allgäu Teams, Christian Feger.

Ein Faktor sei schließlich der Wegfall des Premiumsponsors Allgäuer Alpenwasser, der nur noch in wesentlich kleinerem Rahmen im Boot sein wird. Die finanzielle Basis will die Volleyball-Abteilung durch neue Sponsoren stärken. Das allerdings sei offenbar gar nicht einfach, stellen die Verantwortlichen beim TSV fest. Allein der Spielbetrieb benötige rund 30000 Euro pro Jahr, schätzt Andreas Wilhelm, der Sportleiter des Allgäu Teams. Insgesamt müsse der Verein rund 150000 Euro zusammenbringen, um für die nächste Saison gerüstet zu sein. Nachdem der langjährige Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, Peter Rothe, aus gesundheitlichen Gründen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird, wurde die Organisationsstruktur neu geordnet. Die kaufmännische Seite wird künftig in Händen von Christian Feger liegen. Da ab der Saison 2016/17 ein hauptamtlicher Geschäftsführer verpflichtend sei, werde sich Feger für die „halbe Stelle“ bewerben. Die zweite Hälfte der Position ist für einen professionellen Trainer gedacht. Andreas Wilhelm ist für die Position des Sportlichen Leiters vorgesehen. Und „Aufrüsten“ muss der Verein beim Trainer: Martin Peiske braucht über kurz oder lang die für die Liga erforderliche A-Lizenz. Und die sei nicht einfach zu erlangen. Daher sei man auch auf Trainersuche, so Wilhelm.

Bei aller Selbständigkeit soll das Allgäu Team die Verbindfung zur Volleyball-Abteilung des TSV nicht verlieren. Im Gegenteil: sportlich und finanziell soll es mehr Zusammengehörigkeit geben, betont Andreas Wilhelm. „Der TSV versteht sich als Sportfamilie“, ergänzt Vize-Vorstand Hans Ehrenfeld. So stolz man auf das Allgäu Team und dessen Erfolge sei, dürfe man andere Abteilungen nicht vernachlässigen. Das Allgäu Team sei ein überaus wertvoller Werbeträger für die Stadt und die Region.

Die Durchgängigkeit in sportlicher Sicht soll besser werden. „Wir haben engagierte Leute, können aber kaum Möglichkeit zur Entwicklung bieten.“ Ziel sei es, die Talente im Sport zu fördern und in Sonthofen und zumindest in der Region zu halten. Das Allgäu Team verliert regelmäßig Spielerinnen, die sich beruflich orientieren und so nicht mehr für Training und Spiele zur Verfügung stehen und auch im Management des Vereins und dessen Umfeld keinen Platz finden. Ohnehin meistert das Allgäu Team den Kraftakt, zwei Standorte – München und Sonthofen – zu bedienen. In Zukunft soll mehr Nachwuchs aus den eigenen Reihen, nicht zuletzt aus dem Nachwuchszentrum rekrutiert werden.

Knackpunkt sportlicher Erfolg. Das Allgäu Team spielt in der 2. Bundesliga ganz vorne mit. Daran will man auch mit der Neuausrichtung nicht rütteln. Der Sprung in die 1. Liga sei „nicht einfach“, erläutert Andreas Wilhelm und deutet an, dass dies erst einmal gar nicht angepeilt werde. Dabei sei es nicht unbedingt die sportliche Seite, die dagegen spreche, sondern viel mehr die „Eintrittskarte“ in die oberste Spielklasse im deutschen Volleyball-Sport. Der Verband verlange nicht nur eine solide finanzielle Grundausstattung von 250000 Euro, sondern auch eine geeignete Halle. „Das Konzept zielt auf große Städte ab“, bringt Wilhelm die Spielregeln des Verbandes auf den Punkt. Und Peter Rothe ergänzt: „Oben mitmischen kostet viel Geld.“ Ob das Allgäu Team ein Begriff sei, interessiere da nicht. Andreas Wilhelm: „Das muss man sich leisten können. Momentan führt da kein Weg hin.“

Josef Gutsmiedl

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