Album am kommenden Freitag

Andreas Kümmert: Der "Simple Man" startet durch

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Andreas Kümmert.

Gemünden am Main - Es ist die große Frage für jeden Castingshow-Gewinner: Wird aus dem Erfolg im TV eine dauerhafte Karriere? „Rocket Man“ Andreas Kümmert legt jetzt sein erstes großes Album vor.

Ganz wohl scheint Andreas Kümmert sich mit all dem Zirkus immer noch nicht zu fühlen. Er spricht von der „medialen Gewalt“, die nach seinem Sieg bei „The Voice of Germany“ im Dezember über ihn hereingebrochen ist. Auf seiner Webseite taucht der Name der Sendung, die den 27-Jährigen aus dem bayerischen Gemünden am Main schlagartig ins Rampenlicht katapultierte, kaum auf. Und auch wenn er jetzt sein erstes Album bei einem großen Label präsentiert - im Interview zeigt sich der überraschende Castingshow-Gewinner mit den Kapuzenpullis und dem rotem Zottel-Bart zurückhaltend, fast schon unsicher.

Die Chance der plötzlichen Bekanntheit lässt er sich dennoch nicht durch die Lappen gehen. Der Titel seines Albums ist durchaus als Ansage zu verstehen: „Here I Am“, auf Deutsch: Hier bin ich. Die Platte erscheint am Freitag (4. April) und setzt ganz auf die eindrucksvolle Stimme des Vollblut-Musikers, jene Rockröhre, mit der er schon die Fernsehzuschauer begeisterte.

Einflüsse aus Blues, Rock und Soul fügen sich darauf zu eingängiger Gute-Laune-Musik mit Tiefgang. Satte Gitarren-Riffs bestimmen den Sound, wie im flotten Titel-Song „Here I Am“. Der Einfluss der 1960er und 1970er Jahre, als Kümmerts Vorbilder wie Bob Dylan, Frank Zappa und Jim Morrison Erfolge feierten, ist stets präsent. Produziert haben das Album der frühere Freundeskreis-Sänger Max Herre - Kümmerts Coach bei „The Voice“ - und der Australier Justin Stanley, der auch schon mit Eric Clapton zusammenarbeitete.

Stanley schrieb auch die Soul-Ballade „For So Long“, ein gefühlvolles Stück über eine verflossene Liebe, das Kümmert als eines seiner Lieblingsstücke nennt: „Ich denke, dass die Nummer wie Arsch auf Eimer passt.“

Das Lied „Simple Man“ (deutsch: einfacher Mann), das Kümmert schon bei „The Voice“ interpretierte, ist ebenfalls auf der Platte. Es passt in die Erzählung des bescheidenen Musikers aus der Provinz, des Gegen-den-Strom-Schwimmers, der so gar nicht Popstar-mäßig auftritt. „Ich lege keinen großen Wert auf materielle Dinge. Mir bedeuten Gesten und Werte mehr als Äußerlichkeiten oder wie viel Geld jemand hat“, sagt Kümmert im Pressetext seiner Plattenfirma.

Bei „The Voice“ erhielt er den Spitznamen „Rocket Man“, weil er mit dem gleichnamigen Song von Elton John erstmals herausstach. Seine Teilnahme an der Show sieht er heute zwiespältig. „Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung gewesen, es waren natürlich auch viele spaßige Momente dabei. Aber es ist kein Zuckerschlecken.“

Jetzt spielt der Mann, der jahrelang durch Kneipen und kleine Clubs getourt war, auf den großen Bühnen. Und versucht, sich dabei nicht zu verbiegen. „Man wird durch diese mediale Gewalt anders behandelt, gerade in der Gegend, aus der man kommt. Und man muss aufpassen, dass man sich nicht zu sehr darauf was einbildet.“

Und der Titel? Eigentlich wisse er gar nicht so genau, was er da erklären solle, sagt Kümmert - schließlich habe er über den Namen des Albums nicht allein entschieden. „"Here I Am" ist auf jeden Fall ein Statement. Man könnte es auch im schlimmsten Fall vielleicht als Arroganz interpretieren, ist aber natürlich nicht so gemeint“, fügt er noch hinzu. „Sondern soll einfach heißen: Jetzt hören mich mal mehr Leute, und ich habe die Chance, einfach mal meine Musik preiszugeben.“

dpa

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