Berlinale: Gold für Meryl Streep

Berlin - Die “Eiserne Lady“ in Berlin: Oscar-Preisträgerin Meryl Streep ist am Dienstagabend auf der Berlinale für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und mit Geschenken geradezu überschüttet worden.

Die Festivalgäste feierten sie mit stehenden Ovationen. Die US-Schauspielerin stellte bei der Berlinale ihren neuen Film “Die Eiserne Lady“ vor, in dem sie die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher verkörpert. Streep ist hierfür auch für einen Oscar nominiert.

Meryl Streeps Auftritt bei der Berlinale

Gold für die "Eiserne Lady" Meryl Streep

Für ihre Rolle in “Die Eiserne Lady“, der am 1. März in den Kinos startet, wurde sie bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Streep sagte gut gelaunt auf einer Pressekonferenz, als liberale, linke Schauspielerin habe sie immer ein bestimmtes Bild gehabt: dass Thatcher eine Freundin von US-Präsident Ronald Reagan gewesen sei und “seltsame Klamotten und keine schönen Haare“ gehabt habe. Sie habe nun viele verschiedene Aspekte an Margaret Thatcher entdeckt, etwa dass sie nicht gegen Abtreibung gewesen sei und schon sehr früh über die Erderwärmung gesprochen habe.

Bei der Pressekonferenz am Valentinstag wurde Streep mit Geschenken geradezu überschüttet. Einen Blumenstrauß hatte ihr Berlinale-Direktor Dieter Kosslick überreicht. Etwas später schenkte ihr ein junger Journalist einen Strauß weißer Rosen und durfte ihr dafür ein Küsschen auf die Wange geben. Ein russischer Journalist überreichte ihr eine Matroschka-Puppe mit Streeps Konterfei. Darüber amüsierte sie sich köstlich. Die 62-Jährige hatte bereits 1999 eine Berlinale Kamera erhalten. 2003 gewann sie zusammen mit Julianne Moore und Nicole Kidman den Silbernen Bären als Beste Darstellerin für das Drama “The Hours“.

Zweiter deutscher Film gestartet

Am Dienstag war zudem der zweite von drei Filmen deutscher Regisseure in den Wettbewerb gestartet. “Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid ließ allerdings keine Valentinstag-Stimmung aufkommen. Im Mittelpunkt der Familientragödie mit Corinna Harfouch, Lars Eidinger, Sebastian Zimmler und Ernst Stötzner steht eine depressive Mutter, deren Krankheit die Familie im Laufe der Jahrzehnte zerstört hat.

Harfouch brilliert in der Rolle einer depressiven Frau, die nun mit aller Macht versucht, ohne Medikamente zu leben, dabei aber merkt, dass dies gar nicht unbedingt erwünscht ist. Schmid sagte, er erzähle eine Geschichte über die Gesellschaft. “Eigentlich geht es uns doch gut, aber doch nicht wirklich.“ Der Regisseur war bereits mit seinen Filmen “Lichter“, “Requiem“ und “Sturm“ im Berlinale-Wettbewerb vertreten.

Harfouch sagte, sie selbst und eine Menge Freunde hätten Probleme, die in Richtung Depressionen gingen. Unglaublich traurig sei, dass die von ihr verkörperte Frau gedacht habe, es sei für alle am einfachsten, wenn sie sich einfach auflöse.

Am Donnerstag startet im Wettbewerb der 62. Berlinale der dritte deutsche Beitrag: Matthias Glasners “Gnade“ mit Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr. Von den Kritikern hochgelobt wurde der erste deutsche Wettbewerbsfilm, Christian Petzolds “Barbara“ mit Nina Hoss. 18 Filme bewerben sich um die Bären, die am Samstag (18. Februar) verliehen werden.

Verrückte Liebe in Afrika

Ins Rennen ging auch der Schwarz-Weiß-Film “Tabu“ über eine Amour fou im kolonialen Afrika. Der portugiesische Regisseur Miguel Gomes outete sich als Bewunderer des deutschen Stummfilmregisseurs Friedrich Wilhelm Murnau. “Niemand, der nicht ein bisschen Herz hat, kann von seinen Filmen nicht angerührt sein.“ Im Panorama stellte Volker Schlöndorff seinen Film “Das Meer am Morgen“ vor.

Bislang wurden nach Angaben der Organisatoren 250.000 Eintrittskarten für das Festival verkauft. “Die Menschen lieben die Berlinale - egal wie kalt und eisig es gerade in Berlin ist “, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick. Das Wetter hat auch keine negativen Auswirkungen auf den roten Teppich vor dem Berlinale Palast. Er werde in diesem Jahr trotz der eisigen Witterung und der entsprechenden Begleiterscheinungen nicht häufiger ausgetauscht als sonst, sagte eine Sprecherin des Festivals.

dapd

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