"Die Juwelen der Sängerin"

Comic-Abenteuer von Tim und Struppi wird zur Oper

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Während Reporter Tim schnell in den Mantel schlüpft, springt sein Hund Struppi in Erwartung neuer Abenteuer bereits neben ihm her.

Brüssel - Im Kino und Theater waren sie schon, jetzt erklimmen die legendären Comic-Helden Tim und Struppi die Opernbühne. Es ist ein ganz besonderes Abenteuer.

In Belgien, der Heimat ihres Schöpfers Hergé, werden dieser Tage "Die Juwelen der Sängerin" aufgeführt. Die Wahl gerade dieses Albums ist kein Zufall. Denn wie der Name verrät, geht es ohnehin um eine Sängerin.

Die Diva Bianca Castafiore nimmt in einem Schlosspark südlich von Brüssel leibhaftige Gestalt an. Wie im Comic gibt sie Arien zum Besten, liefert aber auch Tim und Struppi die Vorlage für einen Kriminalfall und treibt den jähzornigen Kapitän Haddock mit ihren extravaganten Auftritten zur Weißglut.

Es ist ein ganz besonderes Abenteuer von Tim und Struppi. Während der junge Reporter mit den Pluderhosen und sein kleiner weißer Hund meist in die Welt hinausziehen, vom Balkan über Ägypten bis nach Tibet oder sogar zum Mond, spielen "Die Juwelen der Sängerin" allein auf dem Anwesen von Kapitän Haddock. Südlich von Brüssel bildet nun das echte Schloss de La Hulpe, ein Bau mit eleganten Spitztürmen aus dem 19. Jahrhundert und in einem malerischen Park gelegen, noch bis zum 26. September die passende Kulisse der Freilichtoper.

Bianca Castafiore hat sich selbst eingeladen auf das Schloss - sehr zum Ärger des bärbeißigen Kapitäns Haddock. Alles dreht sich um die exzentrische Dame, erst recht als plötzlich ihre wertvollen Juwelen verschwinden. Tim und Struppi, unterstützt von den tollpatschigen Detektiven Schulze und Schultze, machen sich auf die Suche, folgen falschen Fährten, bis der Übeltäter gefasst und die Juwelen zurück sind.

"Ich habe es immer für das musikalischste Album von Hergé gehalten", urteilt Regisseur François de Carpentries im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Es auf die Opernbühne zu bringen, mache für ihn einen Kindheitstraum wahr, sagt er.

Selbst noch ein Kind ist mit seinen 13 Jahren Amani Picci, der in der Oper den Tim gibt. Es liegt wohl an seiner Generation: Bevor er für die Rolle ausgewählt wurde, hatte Amani kein einziges Tim-und-Struppi-Album gelesen - immerhin kannte er den unerschrockenen Reporter aber aus einem Zeichentrickfilm. Amani weiß, dass er eine "Legende" verkörpert und hat in den Wochen vor dem großen Auftritt "viele Ratschläge bekommen, wie mit dem Stress" umzugehen ist - denn die Freilichtbühne hat 1800 Zuschauerplätze.

Im Zentrum steht allerdings die Sängerin Castafiore aus der Mailänder Scala, "sehr aufdringlich und überschwänglich", wie die Sopranistin Hélène Bernardy die Rolle charakterisiert. Eine Diva, wie sie im Buche steht, hat sie sich vor der Regenbogenpresse ins Schloss des Kapitän Haddock geflüchtet. Diese Figur zu spielen "ist eine wahre Therapie, man muss alle seine Komplexe über Bord werfen", meint Bernardy. Denn die Diva sei "extrem in ihren Reaktionen und Gesten".

Bernardy sieht in der Rolle aber auch ein Risiko - nämlich "in die Karikatur" abzugleiten. Schließlich singe Hergés Castafiore an den berühmtesten Opernplätzen. "Man muss also eine professionelle Sängerin bleiben und dabei all den Spaß, den Comic-Aspekt hinzufügen, dem Album treu bleiben", beschreibt die Sopranistin ihren Spagat.

Diesem Spagat entsprechend kommen nicht nur die berühmt-berüchtigten Flüche des Kapitän Haddock, sondern auch "Perlen der Oper" auf die Bühne, verspricht Regisseur de Carpentries.

AFP

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