Filmrolle als Paganini

David Garrett als "Teufelsgeiger" - lohnt sich der Kino-Film?

+
Pop-Violinist David Garrett in seiner Filmrolle als "Der Teufelsgeiger" Paganini.

München - David Garrett spielt in "Der Teufelsgeiger" den berühmten Geiger Paganini. Der Film kommt am 31. Oktober in die Kinos. Gleichzeitig veröffentlicht Garrett eine CD mit der Filmmusik. Erfahren Sie hier, was sich mehr lohnt:

David Garrett ist ein Superstar, keine Frage. Er schafft das Kunststück, klassische CDs an ein Publikum zu verkaufen, das sich für Klassik bis dato eigentlich nicht sonderlich interessiert hat - einfach weil er die Musik mit seinen Crossover-Versionen völlig anders rüberbringt und dazu auch noch ziemlich gut aussieht. Der 33-Jährige ist inzwischen wohl einer der berühmtesten Geiger unserer Zeit. Und was läge da näher, als Parallelen zu ziehen zu dem vielleicht größten Violinen-Virtuosen aller Zeiten, dem Italiener Niccolò Paganini (1782-1840).

Hier geht's zum Trailer von "Der Teufelsgeiger"

Genau das tut Regisseur Bernard Rose in seinem Film „Der Teufelsgeiger“ über eben jenen Paganini, der jetzt in die deutschen Kinos kommt. Er hat nämlich die Hauptrolle mit Garrett besetzt. Rose inszeniert die Geschichte, bei der er sich nicht sklavisch an die Historie hält, als Aufstieg- und Fall-Geschichte eines frühen Rockstars - mit ganz vielen Anleihen beim guten alten Goethe. Denn Paganini, dem man zu Lebzeiten wegen seiner Fingerfertigkeit auf der Geige einen Pakt mit dem Teufel nachsagte, geht im Film eben diesen ein.

Im Streben um den größtmöglichen Erfolg begibt er sich in die Obhut des diabolischen Urbani (Jared Harris) und wird zum Star, um den sich nicht nur die Musikexperten, sondern auch die Groupies der ersten Stunde reißen. Frauen aller Altersklassen liegen ihm zu Füßen - darunter auch die alternde Sängerin Elisabeth Wells (Veronica Ferres), deren Geliebter John Watson (Christian McKay) Paganini nach London holt und sich dafür hoch verschuldet.

Das weibliche Publikum bekommt laszive Bad- und Bettszenen geboten

Paganini hat mit seinem ausschweifenden Lebensstil - Verschwendung von Geld und Frauen inklusive - allerdings bereits Schlagzeilen gemacht und damit Moralapostel auf den Plan gerufen. Diese Schlagzeilen sind es auch, die Watsons Tochter, die junge und moralisch bis dato unangreifbare Charlotte (Andrea Deck) auf Abstand zu Paganini gehen lassen, zumindest zunächst.

Es kommt aber, wie es kommen muss: Paganini verliebt sich in die junge, schöne Frau, obwohl (oder wahrscheinlich weil) sie nicht so verrucht ist wie seine bisherigen Bekanntschaften und ihm auch nicht gleich wehrlos zu Füßen liegt. Sie ist das Gretchen in dieser faustischen Geschichte und kann sich irgendwann auch nicht mehr wehren gegen den Charme des Star-Geigers. Rose setzt Garrett dabei gekonnt in Szene - laszive Bad- und Bettszenen für das weibliche Publikum inklusive.

Garrett ist ein guter Musiker, aber eben kein Schauspieler

Das Problem: Garrett ist ein guter Musiker, aber eben kein Schauspieler. Schauspielunterricht hat er auf Anraten Roses nicht genommen, um sich seine Natürlichkeit im Spiel nicht kaputt machen zu lassen. „Das Skript ist auch sehr angelehnt an das, was ich in meinem Leben erlebt habe“, sagte Garrett beim Filmdreh in den Bavaria Studios in München. „Insofern fühlt sich alles sehr natürlich an.“

Gerade im Vergleich zu dem ansonsten ziemlich starken Schauspiel-Ensemble - allen voran Harris und Deck - muss seine Leistung aber zwangsläufig abfallen. Gestik und Mimik sind überschaubar, die Stimme ist anstrengend monoton. Garrett verleiht dem für Rose („Mr. Nice“, „Boxing Day“) ungewöhnlich pathetischen und kitschigen Film damit eine zusätzliche Schwerfälligkeit. Tempo nimmt der „Teufelsgeiger“ nur auf, wenn Garrett das tut, was er wirklich gut kann: geigen wie der Teufel.

Pünktlich zum Film bringt Garrett dann auch eine neue CD auf den Markt - „Garrett vs. Paganini“ heißt das Album. Und weil die Filmmusik mit den Werken Paganinis wirklich mehr als hörenswert ist, lohnt der Kauf der CD vielleicht mehr als ein Kinobesuch.

Wie viel Teufelsgeiger steckt in David Garrett?

David Garrett sieht in seinem Leben übrigens durchaus Parallelen zum Teufelsgeiger Paganini. "Paganini ist jemand, der auf der einen Seite Selbstzweifel hat. Das ist auch für mich immer der Motor für Kreativität", zitierte das am Freitag erschienene Magazin der "Süddeutschen Zeitung" den 33-Jährigen.

"Andererseits spielst du dir Selbstbewusstsein vor, und man pflegt eine gewisse Arroganz gegenüber anderen, um halt nicht zu zeigen, dass man vielleicht gar nicht so überzeugt von sich ist. Denn da sind immer die Momente der Unsicherheit." Garrett sagte dem Blatt weiter, er wisse, dass er polarisiere. "Wie sagt man so schön: Neid muss man sich erarbeiten. Auch Paganini hat von vielen Leuten eine reingewürgt bekommen. Das ist aber ganz normal."

dpa/afp

Meistgelesene Artikel

Moby legt bei Trump auf - unter einer kuriosen Bedingung

Washington - Auf der Suche nach großen Namen für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump ist auch Sänger und …
Moby legt bei Trump auf - unter einer kuriosen Bedingung

Sarah bereut ihren Betrug, aber „das war kein One-Night-Stand“

München - Die Trennung von Sarah und Pietro Lombardi ist seit Monaten das beherrschende Thema der Boulevardpresse. Jetzt äußert sich Sarah in einem …
Sarah bereut ihren Betrug, aber „das war kein One-Night-Stand“

Kegelrobbensaison: Rekord bei Jungtieren

Erfreulich: In der Seehundstation Friedrichskoog, die Robben-Waisen aufnimmt, war weniger los als in den Vorjahren.
Kegelrobbensaison: Rekord bei Jungtieren

Kommentare